Jugendarbeitslosigkeit: 60% (+7,3 gegenüber dem Vorjahr). (mit der üblichen Einschränkung dass die Arbeitslosenquote für Jugendliche die Realität nur eingeschränkt wiederspiegelt, weil große Teile der Altersklasse (Schüler, Studenten, etc. ) aus der Statistik fallen. Siehe Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Arbeitslosenquote - Erwerbsquote - Erwerbslosenquote - Was hilft bei der Beurteilung der Jugendarbeitslosigkeit wirklich?). In der weibliche Hälfte der jüngsten Altersklasse liegt die Arbeitslosenquote sogar bei gut 66%.
Die Quartalsstatistiken zum Arbeitsmarktlage in Griechenland gelten als zuverlässiger als die monatlichen; im aktuellen Fall zeichnet die Quartalsstatistik aber das gleiche Bild wie die Monatsstatistiken: Die Arbeitslosenquote steigt weiter und die Geschwindigkeit nimmt bisher noch nicht ab. Nicht einmal ein Silberstreif am Horizont ist zu erkennen …
LABOUR FORCE SURVEY 1st Quarter 2013 (PDF)
Update (13.06.13):
Die Erwerbslosenqoute liegt übrigens bei 17,34%, weil der große Teil der GriechInnen in diesem Alter zur Schule bzw. zur Uni gehen. Ich habe mein Erklärstück mal aktualisiert:
12:15 pm • 13 Juni 2013
Das ist nur minimal besser als die -5,7% des letzten Quartals 2012. Und eine Abwärtskorrektur der Vorabschätzung von -5,3% von vor 2 Wochen. Wer bisher von “Grecovery” (greek recovery) gesprochen hat, dürfte klar enttäuscht sein. Die Lücke zwischen Importen und Exporten ist etwas weiter geschrumpft. Allerdings geht wie gehabt der Großteil auf einen stärkeren Rückgang der Importe (-7,8%) als auf ein Anziehen der Exporte (-2,6%) zurück. QUARTERLY NATIONAL ACCOUNTS: 1st Quarter 2013 (Provisional) (PDF) Der für Griechenland so wichtige Tourismus ist immer noch schwach: Im Jahresvergleich gingen die Umsätze um 16,9% zurück. Diese Zahl sollte man aber nicht überbewerten, das erste Quartal ist ein unwichtiges. Die Umsätze im 2. QUartal sind etwa doppelt so hoch, im dritten Quartal fast viermal so hoch. Die Entscheidung, ob sich Griechenland in diesem Jahr etwas kräftiger stabilisiert, fällt also erst im Sommer. TURNOVER INDEX IN TOURISM SECTOR: 1st Quarter 2013 (PDF) 12:47 pm • 7 Juni 2013
npr: I knew it! Which Birth Dates Are Most Common, from Matt Stiles’ The Daily Viz (ht r/dataisbeautiful) I guess this means December is the most magical month… Und jetzt machen wir uns noch einmal neue Gedanken zum Valentinstag. Wenn die Frauen kalte Füße kriegen … (ich glaube allerdings, dass die Grafik durch die Farbgebung eine krassere Verteilung suggeriert als in der Realität herrscht. Das kann man schon allein am 4. und 5. Juli sehen. Was meint ihr, wie groß ist die Abweichung zwischen höchstem und niedrigsten Wert (den 29. Februar mal weggelassen)? 20% 50% 12:11 pm • 7 Juni 2013
Emnid-Umfrage: Große Mehrheit gegen höhere Spitzensteuersätze Das ist (für mich) erstmal eine Überraschung. Nur 14% finden, dass der aktuelle Spitzensteuersatz von 45% zu niedrig ist. 4% haben keine Meinung. Satte 63% glauben, dass 45% in Ordnung sind, 19% halten ihn sogar für zu hoch. Hmm, hat Emnid vielleicht Mist gebaut? Ist der Auftraggeber INSM vielleicht Schuld und hat die Fragen in die gewünschte Richtung gelenkt? Hier könnte man nach den Erfahrungen bei vielen Umfragen der Qualitätsmedien durchaus skeptisch werden … Die Transparenz der INSM ist aber vorbildlich und die Fragestellung wird nicht verheimlicht, sondern ganz offen kommuniziert: “Frage: In Deutschland gilt bisher für Alleinstehende ab einem Jahreseinkommen von ungefähr 53.000 Euro der Spitzensteuersatz von 42 Prozent. Bei Jahreseinkommen über 250.000 Euro kommt zu diesen 42 Prozent eine sogenannte Reichensteuer von 3 Prozent dazu. Der Spitzensteuersatz beträgt dann also 45 Prozent. Finden Sie diesen Steuersatz zu hoch, zu niedrig, oder finden Sie diesen Steuersatz angemessen?” Kritik habe ich an dieser Fragestellung nicht. Und dass ein Umfrageinstitut wie Emnid ein halbwegs repräsentative Umfrage hinbekommt, darf man denen schon zutrauen. Was dann vielleicht etwas komisch ist: Bei der Frage oben sind nur 14% der Meinung, dass der Spitzensteuersatz zu niedrig ist. Bei der folgenden Frage: “Bisher gilt für Singles ein Steuersatz von 45 Prozent ab 250.000 Euro Jahreseinkommen. Die Grünen wollen einen Steuersatz von 45 Prozent bereits ab 60.000 Euro Jahreseinkommen erheben. Jahreseinkommen ab 80.000 Euro sollen 49 Prozent zahlen. Was ist Ihre Meinung dazu?” sagen auf einmal 32%, dass sie “eher dafür” seien. Obwohl nur 14% den Spitzensteuersatz für zu niedrig halten, sind plötzlich 32% eher für die Erhöhung des Spitzensteuersatzes. Das passt jetzt mal nicht so wirklich zusammen … Es kippen ja doch eine ganze Menge Leute von “angemessener Spitzensteuersatz” auf “Erhöhung OK”. Kann man vielleicht Umfragen zu solch komplexen Themen überhaupt nicht vertrauen? (via Große Mehrheit gegen höhere Spitzensteuersätze) 3:48 pm • 16 Mai 2013
Positives Wachstumsimpulse kamen ausschließlich aus dem privaten Konsum. Beim schwachen Wachstum muss man allerdings das sehr winterliche Wetter berücksichtigen, dass gerade im Bau das Wachstum drückte. Auf den ersten Blick ist Deutschland damit ganz knapp an einer Rezession vorbeigeschrappt (1 Quartale mit BIP Minus nacheinander), allerdings muss man dafür großzügig über die Korrektur das Vorquartals hinwegsehen. Das BIP wird nämlich nun bei -0,7% gesehen, was 0,1 Prozentpunkte mehr sind als in der letzten Schätzung. Rechnet man diese Senkung des Ausgangsniveaus mit in die Änderung herein, hätte es kein Wachstum im 1. Quartal 2013 gegeben. Aber für solche Spitzfindigkeiten ist es eigentlich zu früh, denn die Zahlen für das erste Quartal stellen nur eine Vorabschätzung da. Diese können (und werden) sich noch ändern … Im Jahresvergleich liegt die deutsche Wirtschaft nun im Minus. Drei Quartale mit Mini-Wachstum steht ein Quartal (Q04-12) mit einem dicken Minus gegenüber. Insgesamt liegt das Jahresminus bei 0,25%. (Ob die Eurostat das so berechnet wie ich, weiss ich nicht. Dort gibt es die Zahlen noch nicht, obwohl sie im Veranstaltungskalender angekündigt sind. Schlafnasen …) 9:31 am • 15 Mai 2013
Wenig überraschend ist das eine Senkung gegenüber den vorherigen Prognosen: EU-Winterprognose: 2013 0,1% (EU27), -0,3% EU17 - egghat’s not so micro blog Und bei der Prognose im Herbst wurden noch 0,4% (EU27) bzw. 0,1% (EU17) BIP Plus gesehen, was angesichts der Fehleinschätzung des letzten Quartals 2012 (das entgegen der Prognose im Minus landete), schon deutlich daneben ist. Naja, zur neuen Prognose: 2013 wird jetzt auch für die Gesamt-EU (EU27) mit 0,1% im Minus gesehen, das Minus der Eurozone (EU17) wurde leicht auf -0,4% erhöht. 2014 werden jetzt in der EU27 +1,4% (vorher +1,6%) und in der EU17 +1,2% (vorher +1,4%) gesehen. Die einzelnen Änderungen sind (wie die Gesamtsumme) wenig dramatisch. (Insgesamt schon, denn die EU-Kommission hat ja viermal im Jahr Gelegenheit, die Prognosen zu senken …). Frankreich wird jetzt leicht unter Null gesehen, was dann technisch eine Rezession wäre. Aber nun ja, so wahnsinnig groß ist der Unterschied zwischen plus und minus 0,1% dann auch nicht. Spannender schon die Änderung in Zypern. Dort werden jetzt 8,7% BIP-Minus für 2013 und weitere -3,9% für 2014 gesehen (vorher -2,5 und -1,3%). Dass die alte Prognose VIEL zu optimistisch war, hatte ich ja bereits geschrieben (Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Wie tief wird die Rezession in Zypern?). Und auch die neue Vorhersage scheint mir angesichts des fehlenden Geschäftsmodells für Zypern noch zu positiv zu sein. In Zypern ist durch den Haircut auf die Konten mit mehr als 100.000 Euro im Prinzip das gleiche passiert wie in Spanien oder Irland. Dort lag das Vermögen in Immobilien (die jetzt deutlich weniger wert sind, siehe Immobilienpreise in Europa seit 2000 bis heute. … - egghat’s not so micro blog), die Schulden hingegen sind genau so und weiterhin vorhanden wie zuvor. Und das war noch nie eine gute Basis für einen Wirtschaftsaufschwung. Übrigens muss man mit der neuen Prognose für das BIP auch die Prognose für den Schuldenstand Zyperns (der ja in Prozent des BIPs gemessen wird) überarbeiten. Dieser wird jetzt bei 109,5% des BIPs 2013 und 124% 2014 gesehen. http://ec.europa.eu/economy_finance/publications/european_economy/2013/pdf/ee2_en.pdf 12:56 pm • 3 Mai 2013
“Könnten Sie sich vorstellen, die AfD zu wählen?” 19% sagen ja. Und Zack hat man eine tolle Überschrift. So funktioniert Journalismus. Dass die Frage rein gar nichts bedeutet, dürfte der Durchschnittsleser kaum wissen. Auch nicht, dass man bei dieser Frage maximal eine Idee davon bekommt, wie viele Wähler eine Partei bekommen könnte. Wenn sie denn die eine der zig möglichen Parteien dann am Ende auch wählen. Und wenn sie überhaupt wählen. Würde man diese Frage mit 10 unterschiedlichen Parteien hintereinander stellen, würden die genannten Stimmen natürlich weit über 100% landen, wahrscheinlich eher bei 200 bis 300%. Die Piraten waren in ähnlichen Umfragen auch mal bei 30%, die FDP liegt wahrscheinlich heute noch bei 20% (oder so), und die Horst Schlämmer Partei lag auch bei 18%, kurz: der Wert der Antworten auf eine solche Konjunktiv-Frage ist eh schon sehr umstritten … Nun gut, hier endete die Diskussion auf Twitter … Die SZ muss aber nicht programmieren ;-), sondern kann nachhaken. Und ist der genauen Fragestellung nachgegangen … Und die lautete so: ““Die neu gegründete Alternative für Deutschland stößt bei den anderen politischen Kräften auf massive Kritik. Wie stehen Sie zur AfD, würden Sie der Partei bei der Bundestagswahl Ihre Stimme geben?”” Das ist natürlich keine richtig neutrale Frage. Und keine, die ein Meinungsforschungsinstitut stellen und akzeptieren sollte. Dass Handelsblatt und infratest-dimap eine so unsolide Umfrage stellen, ist dann doch einigermaßen enttäuschend. Wie das Handelsblatt die Alternative für Deutschland pusht - Politik - Süddeutsche.de So, jetzt ab, selber ein paar Statistiken fälschen ;-) Oder nachdem die Piraten so alt-öder Mist sind, die nächste Partei hypen … 11:07 pm • 22 April 2013
Das laufende Minus verbessert sich dabei in Richtung der Maastricht-Grenze von 3,0% des BIP. Die Vorjahreswerte lagen bei 6,4% (2009), 6,2% (2010) und 4,2% (2011). Der Schuldenstand hingegen entfernt sich weiter von der 60%-Marke nach Maastricht. Von 80,0% 2009 ging es über 85,4% und 87,3% jetzt auf 90,6%/BIPs. http://epp.eurostat.ec.europa.eu/cache/ITY_PUBLIC/2-22042013-AP/DE/2-22042013-AP-DE.PDF Am Ende der Liste steht neu Spanien (-10,6%) das Griechenland (-10,0%) überholt hat. Der ehemalige Spitzenreiter Irland fängt sich langsam (-7,6%), das Rekordminus dort ging wie jetzt auch im Fall Spanien auf hohe Kosten zur Bankenrettung zurück. Davor liegen Portugal (-6,4%), Zypern und das Vereinigte Königreich mit je -6,3% Minus. Frankreich liegt mit -4,8% im unteren Mittelfeld. Beim Schuldenstand sieht die Reihenfolge etwas anders aus: Griechenland bleibt auch nach den Haircuts an der Spitze (156,9%) und ist damit eigentlich immer noch auf einem Niveau, das nicht nachhaltig sein kann. Italien bleibt auf Platz 2 (127,0%), dahinter Portugal (123,6%), Irland (117,6%), Belgien (99,6%), Frankreich (90,2%), das Vereinigte Königreich (90,0%), Zypern (85,8%), Spanien (84,2%). Deutschland liegt bei 81,9% (siehe dazu auch Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Schuldenstand nach Maastricht D 2012: 81,9% (+1,5)). Die ursprüngliche Marke nach Maastricht erreichen nur Estland (10,1%), Bulgarien (18,5%), Luxemburg (20,8%), Rumänien (37,8%), Schweden (38,2%) und Lettland und Litauen (je 40,7%). Der Durchschnittswert der Eurozone liegt nun bei 90,6%, im Vorjahr waren es noch 87,3% (davor 85,4 und 80,0%). 11:37 am • 22 April 2013
Die letzte Schätzung aus dem Herbst sah noch ein etwas höheres Plus von 1,0%. Herbstgutachten halbiert Wachstumsprognose für D 2013 auf 1,0% - egghat’s not so micro blog Was am Ende eine größere Fehlschätzung ist als es auf den ersten Blick erscheint, weil im Herbstgutachten auch kein Minus für das 2. Halbjahr 2012 erwartet wurde. Dieses gab es aber dann und damit startet 2013 auch von einem niedrigeren Niveau aus als ursprünglich erwartet. (War das jetzt verständlich? ich fürchte nein. Also nochmal) Das Herbstgutachten sagte Wachstum im 2. Halbjahr 2012 und 1,0% Plus in 2013 voraus, damit hätten wir (gegenüber dem ersten Halbjahr 2012) ein Gesamtplus von 1,x% gesehen und ein Endniveau von ca. 101,5. Jetzt kam das 2. Halbjahr 2012 mit einem kleinen Minus und die Schätzung für 2013 sank auf 0,8% Plus. Damit hätten wir ein Endniveau von etwa 100,5. Am Ende weichen Herbstgutachten und Frühlingsgutachten also eher 1,0% voneinander ab als die 0,2%, die in den Überschriften genannt werden (Wachstumsprognose von 1,0 auf 0,8% gesenkt). Pressemitteilung zum Frühjahrsgutachten: (inkl. Links auf die volle PDF Version des Berichts). Wie immer bei Prognosen: Nicht überbewerten. Wenn man eine Zuverlässigkeit der Prognose von 68% erreichen möchte, würde sich der Prognosespielraum auf +0,1% bis +1,5% ausdehnen. (Konfidenzintervall wie der Statistiker sagt). Bei 90%iger Sicherheit wäre damit sogar ein BIP-Rückgang drin. Mit dem Frühjahrsgutachten gibt es auch die erste Prognose für das kommende Jahr, also 2014. Da sehen die Auguren 1,9% Wachstum. 12:28 pm • 18 April 2013
Spanische Immobilien, die einem Deutschen gehören, zählen in der EZB-Vermögensstatistik als Vermögen von Spaniern?!? Wenn das jetzt nicht der Straubhaar schreiben würde, wäre das für mich gleich eine Story aus dem Märchenland. Aber wenn der es schreibt …. Genau das, was die NIIP macht (nämlich diese Verrechnung von Schulden und Vermögen an den Landesgrenzen), findet nicht statt. Die Zahlen werden komplett falsch erhoben. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, ob das bei Unternehmensanteilen analog gilt. Also wird der Wert von spanischen Unternehmen, die sich (teilweise) im Besitz von Ausländern befinden, auch komplett Spanien zugeschrieben? Dann wäre es kein Wunder, warum Deutschland trotz hoher Auslandsvermögen in der EZB Vermögensstatistik als “arm” gilt. Wenn man diesen Besitz dem Ausland zurechnet und dem Deutschen, dem der Besitz eigentlich gehört. DIE WELT: Vermögensstudie - Wie die EZB die Deutschen arm gerechnet hat ((Auch als Update 11 in meinem Hauptartikel zum Thema verlinkt)) Update (12:18): Vergesst die Frage mit dem Unternehmenssektor. Diese Frage stellt sich in der Statistik der EZB nicht, weil ja nur der Privatsektor erfasst wird.