sagte der EU-Bankenstresstest 2011.
Wollte ich nur kurz nochmal erwähnen. Core Tier 1 Capital Ratio 6,9%. Auf 200 Milliarden Euro risikogewichtete Assets kamen 13,9 Mrd. Euro Eigenkapital. Ergebnis: Kein zusätzliches Eigenkapital nötig. Selbst im pessimistischen Fall sollte das Core Tier 1 Eigenkapital mit 5,4% über der kritischen Marke von 5,0% liegen.
Wo auch immer die 13,9 Milliarden jetzt hingekommen sein sollen …
Übrigens erinnert das an die belgisch-französische Dexia, die im Stresstest sogar ausgesprochen gut abgeschnitten hat und kurze Zeit später verstaatlicht werden musste …
Was für ein Witz, dieser EU-Bankenstresstest …
Man kann den Stresstest eigentlich nicht mehr ernst nehmen. Wenn man das aber doch macht, wird einem bei dem Kapitalbedarf der Bankia ganz anders (siehe Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Spanien verstaatlicht Bankia) … Denn es fiel zwar nicht die Bankia durch, aber 5 andere spanische Banken …
Results of the 2011 EBA EU-wide stress test: Summary - BFA-BANKIA
2:20 pm • 29 Mai 2012
Dass Spanien sich in Bezug auf den Immobilienmarkt nur unwesentlich von Irland unterscheidet, habe ich hier schon einige Male geschrieben. Erst wurde viel zu viel gebaut und viel zu hohe Preise verlangt. Jetzt gibt es auf der einen Seite ein massives Überangebot und zusammenbrechende Preise, auf der anderen Seite Hunderttausende total überschuldete Haushalte. Irland und Spanien unterschieden sich vor allem in einem: Irland hat defakto die Banken verstaatlicht und alle schlechten Kredite übernommen. Das erhöhte die Staatsverschuldung auf einen Schlag um etwa 25 bis 30% des BIPs. Dafür hat Irland aber wenigstens halbwegs reinen Tisch gemacht. Spanien hingegen hat alles unter den Teppich gekehrt. Ganz schlechte Banken mit schlechten zusammengelegt (damit es ein paar Monate weiter geht), Kredite großzügig umgeschuldet, etc. pp. Nur: Wenn sich der Trend fortsetzt und die Hauspreise weiter fallen und die Verbraucher nicht zu Geld kommen (bei der hohen Arbeitslosenrate kaum zu erwarten) nützt das alles nichts. Irgendwann sind es zu viele Häuser in den Bankbilanzen, irgendwann werden zu viele Hypotheken nicht mehr bedient. Und dann werden die Lücken in den Bankbilanzen so groß, dass neues Geld kommen muss. Und da ist die Sparkasse Bankia jetzt angekommen. Wobei man sagen müsste: Wieder angekommen. Denn die Bankia hat schonmal 4,5 Mrd. Euro bekommen, jetzt werden wohl noch mal bis zu 10 Milliarden Euro vom Staat benötigt, um die Bank zu retten. Wie lange das reicht, ist unklar. Denn möglicherweise stecken in den Hypotheken von 38 Milliarden Euro noch größere Verluste als bisher zugegeben wurde. Staatshilfe nötig: Spanien droht neue Bankenpleite | FTD.de 11:35 pm • 7 Mai 2012
Damit steckt Spanien wieder ein der Rezession, denn das ist das zweite Quartal in Folge mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung (zum Vorquartal: Esp: BIP Q04/11 -0,3% (Vq), 0,3 (Vj) - egghat’s not so micro blog) Mit dem zweiten Rückgang in Folge ist auch das Wachstum im Vergleich mit dem Vorjahresquartal wieder in den negativen Bereich zurückgefallen. Aus der Jahresrate von +0,9% im ersten Quartal 2011 ist nun wieder ein Rückgang um 0,4% geworden. Und eine Wende ist nicht in Sicht. Die Jahresrate dürfte im Verlauf von 2012 noch deutlich schlechter werden. Selbst eine zwei vor dem Komma würde mich nicht mehr komplett überraschen, minus 1,5% erwartet ja z.B. die Ratingagentur Standard & Poors (siehe S&P stuft Spanien auf BBB herab (Ausblick negativ) - egghat’s not so micro blog). Update (11:44): Wie Zerohedge anmerkt, ist Spanien das elfte Land in Europa, das die Kriterien einer technischen Rezession (2 Quartal mit negativem BIP-Wachstum hintereinander)) erfüllt. Die komplette Liste: Spain Officially Double Dips, Joins 10 Other Western Countries In Recession | ZeroHedge 10:57 am • 30 April 2012
Das sind jetzt zwei Stufen weniger als vorher und nur noch knapp in der Investmentqualität (BBB und BBB- sind die letzten zwei Stufen …). Zur Erinnerung: Vor der Krise hätte jetzt niemand mehr seine spanischen Staatsanleihen bei der EZB als Sicherheit hinterlegen können, weil dafür ein Mindestrating von A- verlangt wurde (lang, lang ist’s her). Hauptgrund der Herabstufung sind die gesenkten Wachstumserwartungen für die spanische Volkswirtschaft. Und Wachstum sah S&P (wahrscheinlich als letzter auf diesem Planeten) tatsächlich für Spanien und zwar 0,3% 2012 und 1,0% 2013. Jetzt aber nicht mehr. Die Prognose wurde massiv auf -1,5% 2012 und -0,5% 2013 reduziert. Ein anderer wichtiger Parameter ist aber auf gutem Kurs: Die Leistungsbilanz hat sich deutlich verbessert. Die Exporte Spanien haben nach dem Ende der Krise deutlich zugelegt, die Importe sind - das Land spart halt an allen Ecken und Enden - mehr oder weniger stabil. Das Leistungsbilanzdefizit, das 2007 bei etwa 10% des BIPs lag, ist 2011 auf nur noch etwa 3,5% gesunken. S&P erwartet 2013/2014 eine ausgeglichene Leistungsbilanz, danach sogar ein Plus. Nur bei einem Leistungsbilanzplus kann ein Land Einnahmen aus dem Ausland erzielen und diese zur Tilgung von Schulden gegenüber dem Ausland einsetzen. Aufgrund der gesenkten Wachstumsprognosen glaubt S&P auch nicht an die offiziellen Haushaltsziele der spanischen Regierung. Statt -5,3%/BIP und 3,0%/BIP (2013) sieht Standard & Poors -6,2% und -4,8%. Das Maastrichtkriterium (3,0%) würde 2013 also deutlich verfehlt. All das führt zu einer deutlichen Erhöhung der Prognose für den Gesamtschuldenstand des spanischen Staats von 64,4% auf 76,6%. Weitere Gefahren sieht S&P im spanischen Bankensektor, der sich fast nur noch über “öffentliche” Quellen refinanzieren kann, sprich über die EZB und nicht mehr über den Markt. Hieraus könnten weitere Belastungen entstehen. Auch könnte die Wirtschaftsprognose noch schlechter als die eh schon gesenkte ausfallen, im Worst Case Szenario kann sich S&P sogar einen Einbruch um 4% (2012) und nochmal 1% (2013) vorstellen. Dann wäre eine Schuldenanstieg über 80% des BIPs möglich und das würde S&P wohl mit einer weiteren Senkung des Ratings bestrafen. Daher bleibt der Ausblick auch auf negativ. 7:02 am • 27 April 2012
Ich habe hier schon mehrfach über die desaströsen Bilanzen der spanischen Fußballvereine und die Hunderte von Millionen Euro hohen Steuer- (673 Mio.) und Sozialversicherungsschulden (600 Mio.) der Vereine geschrieben. Aber ich mache das gerne nochmal, wenn als Fazit unter dem Bericht steht, dass u.a. die spanische Liga leiden wird und die Bundesliga der große Gewinner sein wird. Zu hohe Schulden in Spanien, vergleichsweise solide Bilanzen in der Bundesliga. Zu starke Konzentration auf zwei Vereine in Spanien (was zu einer sehr langweiligen Liga führt, in der die zwei Topvereine am Ende 20 Punkte vor dem Rest liegen), eine ziemlich ausgeglichene (und damit spannende) Liga in Deutschland. Wenn jetzt in Spanien die Vereine mit der Rückzahlung der Schulden beginnen müssen (sie sollen wohl bis 2020 getilgt sein, genaues gibt’s morgen), werden die Mannschaftsetats deutlich schrumpfen. In Deutschland hingegen ist noch Luft vorhanden, spätestens wenn Sky seine erhöhten Lizenzgebühren abdrücken muss. Das wird noch spannend. Neymar nach Frankfurt. Özil nach Bayern. Messi nach Dortmund. Oder so … Ihr habt noch Wünsche frei … 6:19 pm • 24 April 2012
Gestern lag der Wert Apples kurzzeitig über 600 Milliarden Dollar. Das wollte ich eigentlich kurz erwähnen, aber die Zahl, die Bloomberg ausgegraben hat (und Zerohedge dann weiter verbreitet) ist eigentlich noch etwas cooler … Denn danach ist die Marktkapitalisierung Apples höher als der Wert aller börsennotierten Firmen aus Spanien, Portugal und Griechenland zusammen! Zwischen beiden Werten lag vor 5 Jahren noch eine Lücke von schlappen 1,4 Billionen Dollar. Anders gesagt, waren die Börsenkapitalisierungen von Madrid, Lissabon und Athen etwa zwölfmal so hoch wie der Wert von Apple. Dann aber sind die Marktkapitalisierungen in Madrid, Lissabon und Athen um zusammen etwa 1 Billionen Dollar gesunken, während der Wert von Apple um gut 400 Milliarden Dollar gewachsen ist. Der Großteil der Anpassung ging also weniger auf die Stärke Apples zurück, sondern auf die Schwäche der Südländer. Das bleibt aber trotzdem krass … 3:11 pm • 11 April 2012
Die Krise ist zurück. Zweimal hat die EZB die dicke Berta gefeuert, zweimal hat es geholfen. Zweimal aber auch nicht sonderlich lange. Zwar liegen die Renditen in Spanien noch etwas, in Italien deutlich unter den Hochs aus dem November 2011, aber der Trendwende zum negativen ist eindeutig. Die Risikoprämie gemessen an den Preisen für Kreditausfallversicherungen (CDS) zeigen das auch deutlicher. Spanien liegt hier nur noch ganz knapp unter den bisherigen Hochs (gestern wurden auf Twitter bereits neue Rekorde gemeldet, die sehe ich aber bei Bloomberg nicht). Italien hat noch etwas mehr Luft, aber auch hier werden die Marktteilnehmer wieder spürbar nervöser. Heute (im Chart (der große ganz oben) noch nicht sichtbar) schwappte die Zurückhaltung auch nach Deutschland. Gestern kratzte die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe noch im Nachkommabereich am Allzeittief von 1,632% vorbei, weil die Anleger Sicherheit suchten. Heute gab es aber eine sehr schwache Versteigerung, bei der nicht wie geplant Bundesanleihen (10 Jahre Laufzeit, 1,75% Zinsen) im Wert von 5 Milliarden Euro, sondern nur knapp 3,9 Milliarden verkauft werden konnten. Dass bei der Auktion weniger verkauft wird als angeboten wird, ist durchaus üblich und keine besondere Nachricht (wir hatten das Thema schonmal hier). Die Bundesbank hält häufig Anleihen für die spätere Marktpflege zurück. Was aber dieses Mal wirklich überrascht: Das Verhältnis von verkaufter Menge und Geboten der Banken lag nur bei 1,1 (man nennt das Bid-Cover-Ratio). Das ist sehr niedrig! Und dabei ist es eigentlich noch falsch berechnet. Man setzt ja nur Angebot und Nachfrage ins Verhältnis, nimmt dabei aber das verkaufte Angebot, also NACH Abzug der zurückgehaltenen Menge. Man nimmt also das Volumen (knapp 3,9 Mrd. Euro), das verkauft wurde und die Gebote (etwa 4,1 Mrd.) und kommt so auf ein (positives) Verhältnis von 1,1. Auf das wirkliche Angebot von 5 Mrd. wäre das Bid-Cover-Ratio unter 0,8 gewesen. Eine Versteigerung von Bundesanleihen, bei denen weniger Angebote eingingen als verkauft werden sollte? Ich kann mich nicht daran erinnern … (FTD_Wunder hatte mal eine Grafik dazu, ich finde die aber nicht wieder …) Update (14:24): Ich habe die Grafik nicht wiedergefunden, aber immerhin den Datenpunkt aus dem letzten Höhepunkt der Krise im letzten Spätherbst. Auch damals gab es ganz in der Nähe des Renditetiefs der Bundesanleihen eine Versteigerung, bei der das echte Bid-to-Cover-Ratio unter 1 lag (0,94 um genau zu sein). Das war übrigens ein ziemlich guter Zeitpunkt, um auf einen fallenden Bund-Future zu spekulieren … Update 2 (22:19): Hier noch eine Einschätzung des WSJ Deutschland dazu: Europas Banken wird das EZB-Geld knapp - Wallstreetjournal.de 1:33 pm • 11 April 2012
Wettbewerbsverzerrung galore! Die hohen Schulden der spanischen Fußballvereinen waren hier schon einige Male Thema (siehe Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Den spanischen Fußballligen geht es dramatisch schlecht oder Schuldenschnitt in Spanien! - egghat’s not so micro blog), aber die einzelne Zahl für Atlético Madrid kam hier noch nicht. Man muss bedenken, dass das NUR die Schulden gegenüber dem Finanzamt sind (wahrscheinlich inkl. Sozialabgaben), normale Bankschulden kommen noch obendrauf. Selbst Barca hat 48 Millionen ans Finanzamt zu zahlen (Gesamtschulden 364 Millionen), Real Madrid hingegen ist vergleichsweise solide: 170 Mio Schulden, keine gegenüber dem Finanzamt. Und zur Einordnung: Mit den 215 Millionen, die Atlético allein dem spanischen Staat schuldet, könnte Hannover 96 etwa 4 Jahre lang seinen kompletten Etat decken … Aber nun ja: In Spanien traut sich kein Politiker, die Schulden einzutreiben. Das gäbe wahrscheinlich größere Massendemonstrationen als sie Spanien jemals gesehen hat … Verschuldete spanische Klubs: Eine schlaue Mischung aus Schlendrian und Sturheit - Fußball - FAZ Update (17:08): Atlético mal richtig (ohne h und mit Akzent nur auf dem e) geschrieben. 4:50 pm • 29 März 2012
OK; nicht für ganz Spanien, sondern nur für die spanischen Fußballvereine. Diese sollen immerhin auf Schulden in Höhe von 3,5 Milliarden Euro sitzen, 1,3 Milliarden davon aus Steuer- und Sozialversicherungszahlungen. Das sind allerdings immer Zahlen, die man mit etwas Skepsis aufnehmen muss. 2010 wurden ziemlich andere Zahlen gemeldet und die wirkliche Höhe kennt wohl niemand so genau (siehe Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Zahl des Tages (18.03.10): 632.189.842). Nun wird über die 1,3 Milliarden Euro Schulden der 20 Fußballvereine der Primera Division beim Staat verhandelt. Dabei soll es einen Schuldenschnitt geben, im Gegenzug müssen die Vereine feste Ratenzahlungen für den Rest zusichern. Ein Bailout für Fußballvereine. Too-Many-Fans-To-Fail. Noch scheint es Spanien nicht richtig dreckig zu gehen, sonst würden die nicht Steuergelder zur Rettung einer komplett maroden Fußballliga aus dem Fenster werfen … Fußball - Newsticker - Spanien - Spanische Klubs dürfen auf Schuldenschnitt hoffen Update (13.03.12): Hier werden wir ganz andere Zahlen genannt: 490 Millionen Euro Schulden beim Finanzamt der 20 Erstligisten, 752 Millionen Euro bei den Vereinen aus den drei ersten Ligen. Update 2 (14.03.12): Die FTD hat einen schönen Kommentar zum Thema. Sie weist erstens auf das seltsame Timing hin (Spanien verfehlt auf der einen Seite gerade das von der EU gesetzte Budgetziel und wirft auf der anderen Geld zum Fenster heraus) und zweitens auf mögliche rechtliche Probleme: Die FTD nennt dieses Konstrukt in Anlehnung an den Industriell-Militärischen-Komplex in den USA Politisch-Sportlicher Komplex … Ein Geflecht gegenseitiger Abhängigkeiten und Korruption … Steuerschulden: Spaniens politisch-sportlicher Komplex | FTD.de 10:36 am • 12 März 2012
Ich beginne die Woche mal mit einer positiven Nachricht. Die zwei Die Renditen der zehnjährigen Anleihen sind von über 7 auf jetzt knapp 5% gesunken, die zweijährigen von 7,5% auf weniger als 2%. Damit machen die Banken genau das, was die EZB wollte: Sie kaufen die Staatsanleihen der kritischen Länder. Damit machen die Banken (mit Hilfe der EZB) das, wofür eigentlich mal der EFSF gedacht war. Eigentlich ist der Carry Trade auch zu naheliegend: Zu 1,0% Geld bei der EZB leihen und zu 3, 5 oder 7% wieder in Italien investieren. Am Ende schon krass, wie sehr die EZB den europäischen Politikern die Zügel aus der Hand genommen hat. Der EFSF interessiert eigentlich niemanden mehr … Update (20:39): TeraEuro macht mich darauf aufmerksam, dass es natürlich zwei Giga-Tender waren, nicht Mega-Tender. Wie man am Namen schon merkt, kennt er sich besser mit Mega, Giga und Tera aus als ich ;-) 
a) Verstoß gegen EU-Beihilferegeln und
b) Verstoß gegen die UEFA Financial Fairplay Regeln.

Mega-Giga-Tender der EZB haben die Renditen der italienischen Staatsanleihen (und etwas weniger dramatisch die Renditen der spanischen Staatsanleihen) deutlich in den Keller getrieben.