Obama denkt angeblich über eine neue Spitze der Fed nach.
Was ich daran interessant finde: In der Nachfolgespekulation werden die Namen Larry Summers und Timothy Geithner hoch gehandelt. Beide ehemalige US-Finanzminister und beide ehemalige Goldmänner …
Die ebenfalls gehandelte Fed-Vizechefin Janet Yellen kann ja eigentlich gar nicht Chefin werden, so gut wie die Drehtüre zwischen Goldman Sachs, Fed und US-Regierung in den letzten Jahrzehnten funktioniert hat …
12:00 pm • 18 Juni 2013
So faked man einen Wirtschaftsaufschwung in Belfast … Man klebt an die Fenster leerstehendender Ladenlokale Fototapeten, die einen florierenden Laden simulieren. Natürlich finanziert aus Steuergeldern … Fake Store Fronts in Belfast to Boost Economy? (von wearechange); gefunden über Facebook: (2) Gipfeltreffen: G8-Staaten wollen europäische… - Die wunderbare Welt der Wirtschaft Update (10:27): Reuters hat die Story jetzt auch … Fake shop fronts hide N.Ireland economic woes before G8 | Reuters 9:31 am • 18 Juni 2013
Direkt bei der Rettung konnte man sehen, wie viel des Geldes überhaupt nie fpr Griechenland gedacht war, sondern für die ausländischen Gläubiger. André Kühnlenz hat das schon damals auseinanderklamüsert: Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Mehr als die Hälfte des 2. Rettungspakets geht an die Banken Die US-Großbank JP Morgan kam in einer Berechnung über die gesamten Rettungspakete sogar zur Erkenntnis, dass nicht einmal 4% des Geldes, das eigentlich “an die Griechen” geflossen ist, im Lande verblieben ist. Die Studie habe ich leider nie in die Hände bekommen … Nur 15 Mrd. der 410 Mrd. Griechenlandhilfen gingen an Griechenland - egghat’s not so micro blog Attac Österreich kommt heute auf einen Anteil von maximal 23% der Rettungssgelder, der in Griechenland verblieben ist. Das wird heute breit durch die Medien gereicht. Als die wahnsinnige Erkenntnis. Aber mal ehrlich: das ist kalter Kaffee. Echt. Trotzdem nicht schlecht, wenn sich das ENDLICH mal rumsprechen würde … Schuldenkrise in Griechenland - An den Menschen vorbei - Wirtschaft - Süddeutsche.de Wir retten nicht die Griechen, sondern die Banken | NachDenkSeiten – Die kritische Website 4:36 pm • 17 Juni 2013
Schöner Artikel in der Wirtschaftswoche. Er wirft nicht nur ein Licht auf die diversen Steueroasen in Europa und der Welt (groß im Kommen Gibraltar), sondern auch einen Blick auf Politik Camerons. Offiziell hat der britische Premier den Steueroasen den Kampf angesagt (den US-Staat Delaware und Irland vergisst er in den Aufzählungen aber regelmäßig), dabei ist Großbritannien selber eine Steueroase (zumindest für manche). Die Körperschaftssteuer soll bis 2015 auf 20% sinken, Gewinne aus Patenten sollen ab 2017 sogar nur noch mit 10% (!) versteuert werden. Damit schafft die britische Regierung ein hohen Anreiz für Konzerne, Patente an britische Tochtergesellschaften zu übertragen und die dadurch entstehenden Gewinne im Vereinigten Königreich zu versteuern. In die Röhre schaut dabei natürlich irgendein anderes Land. Auch die Steuerregeln für reiche Ausländer sind extrem großzügig. Es wird sehr großzügig definiert, wer als Ausländer zählt und falls man als Ausländer gilt, kann man mit einer Flatsteuer seine Steuerschuld in Großbritannien tilgen. Es ist kein Zufall, dass die Luxusimmobilien in London so boomen und neben Abramovic vom FC Chelsea noch einige weitere Megareiche in London wohnen. An Cameron zeigt sich schön, warum die Bekämpfung der Steueroasen so schwierig ist. Statt zusammen gegen die Steueroasen vorzugehen, will lieber jeder selber seine eigene Steueroase sein bzw. haben. Am Ende sind die öffentlichen Aussagen zur Bekämpfung der Steueroasen reine Lippenkenntnisse … Großbritannien: Der scheinheilige David Cameron - Europa - Politik - Wirtschaftswoche 1:53 pm • 17 Juni 2013
WENAG #86: J-Pop, bei dem Rocklänge vom Nikkei abhängt WTF? Aber die meinen ihr Mashup aus Japan-Pop und Ökonomie und Abenomics wirklich ernst. Der Song heißt schon Abeno-Mix und darin geht es wirklich um die Abenomics, also um die Politik Japans, mittels eines massiven Gelddruck-Programms Japan nach 2 Jahrzehnten endlich aus der Deflation zu heben (siehe Japan druckt Geld. Vieeeel Geld. - egghat’s not so micro blog (Januar 13) oder Bank of Japan lässt die Notenpresse glühen - egghat’s not so micro blog (April 13). Als besonderen “Gag” lässt die Band die Röcke kürzer werden, wenn der Nikkei-Index steigen sollte. (Es gibt ja die alte Behauptung, dass in wirtschaftlich guten Zeiten die Röcke kürzer sind als in wirtschaftlich schwierigen). Wenn ich mir allerdings anschaue, wie lang die Röcke aktuell nach 2 Jahrzehnten Deflation sind, kann ich mir nicht vorstellen, dass das sonderlich lange skaliert … Beim ehemaligen Höchststand des Nikkei von 40.000 Punkten dürften die Mädels kaum mehr als einen Gürtel tragen … (insert irgendeinen Rant über sexstische Kacke hier; muss aber jemand anderes schreiben, nicht mein Thema) 11:25 am • 14 Juni 2013
Jugendarbeitslosigkeit: 60% (+7,3 gegenüber dem Vorjahr). (mit der üblichen Einschränkung dass die Arbeitslosenquote für Jugendliche die Realität nur eingeschränkt wiederspiegelt, weil große Teile der Altersklasse (Schüler, Studenten, etc. ) aus der Statistik fallen. Siehe Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Arbeitslosenquote - Erwerbsquote - Erwerbslosenquote - Was hilft bei der Beurteilung der Jugendarbeitslosigkeit wirklich?). In der weibliche Hälfte der jüngsten Altersklasse liegt die Arbeitslosenquote sogar bei gut 66%. Die Quartalsstatistiken zum Arbeitsmarktlage in Griechenland gelten als zuverlässiger als die monatlichen; im aktuellen Fall zeichnet die Quartalsstatistik aber das gleiche Bild wie die Monatsstatistiken: Die Arbeitslosenquote steigt weiter und die Geschwindigkeit nimmt bisher noch nicht ab. Nicht einmal ein Silberstreif am Horizont ist zu erkennen … LABOUR FORCE SURVEY 1st Quarter 2013 (PDF) Update (13.06.13): Die Erwerbslosenqoute liegt übrigens bei 17,34%, weil der große Teil der GriechInnen in diesem Alter zur Schule bzw. zur Uni gehen. Ich habe mein Erklärstück mal aktualisiert: 12:15 pm • 13 Juni 2013
R.I.P. Alle Wirtschaftsinteressierten sollten mal nach einem populärwissenschaftlichen Artikel über die Sklaverei-Untersuchung von Fogel Ausschau halten. Es könnten wegen seines Tods einige kommen (ich habe mal einen gelesen, weiss leider nicht mehr wo und kann den daher nicht verlinken). Denn die Arbeit von Fogel ist ziemlich interessant und *ziemlich* kontrovers. Fogel hat nämlich versucht mittels Zahlen und Modellen nachzuweisen, dass die Sklaverei ein wirtschaftlich sinnvolles Modell war. Huh … Sklaverei sinnvoll? Aber Fogel argumentiert damit nicht für die Sklaverei, sondern nur gegen die bis zur Veröffentlichung seines Werks gängige Meinung, dass die Sklaverei auch wirtschaftlich sinnlos war. Dass Sklaverei moralisch verwerflich ist, hat Fogel nicht angezweifelt. Aber diesen Unterschied zu kapieren, hat viele Leute intellektuell deutlich überfordert, wie die Zahl der Angriffe zeigt, die er bekommen hat. Update (12:31): JTiemer hat einen Artikel vom Economist auf Google+ geteilt, den ich hier gerne empfehlen würde. Economic history: Robert Fogel has died | The Economist Der kurze Kommentar dazu von Johannes Tiemer war: “Wirtschaftsgeschichte ist in aktuellen Curricula unterrepräsentiert. Ehrt sein Andenken und ändert das!” Und ich dazu: In der Tat. Deshalb sind die Erkenntnisse von Fogel wohl auch so revolutionär. Weil sich um Wirtschaftsgeschichte kaum jemand kümmert und niemand Lust hat, die Sachen richtig auseinanderzuklamüsern. Update 2 (14:33): Das ist auch ganz fein: “Without Consent or Contract,” R. W. Fogel (1989) | A Fine Theorem (hat jemand was gutes Deutsches?) Wo ist der Storbeck, wenn man ihn braucht … 10:43 am • 13 Juni 2013
Interessant. Die USA hören nicht nur uns alle ab, sondern auch die Schweizer Banken. OK, ganz so einfach ist es nicht, denn die Schweizer Banken sind ja auch nicht doof. Viel besser vom Internet abgeschottete Rechner dürften nicht viele Unternehmen haben. Daher hat man mit bewährten Mitteln der CIA versucht, an die Daten zu kommen … Also wie folgt: Man nehme einen Bankangestellten einer Schweizer Bank, fülle ihn ab (wahrscheinlich mit Whiskey, die Russen nahmen ja immer Wodka) und lasse ihn besoffen in die Verkehrskontrolle fahren. Nachher bietet man ihm großzügig Hilfe an, natürlich nur mit einer gewissen Gegenleistung. Und die Gegenleistung waren die Daten aus den Banken. Prism-Skandal: Wie die CIA Schweizer Banken knackte - International - Politik - Handelsblatt Die Schweizer sind natürlich stinksauer. Und im Schweizer Parlament wird schon überlegt, das geplante Abkommen mit den USA platzen zu lassen, mit dem die Schweizer Banken ihre Daten an die USA schicken und gegen eine großzügige Zahlung (ansonsten) straffrei ausgehen und auch weiterhin in den USA ihre Dienste anbieten dürfen. Einen Plan B bei einer Ablehnung gibt es allerdings nicht, was eine Ablehnung ziemlich unwahrscheinlich macht … Steuerstreit mit den USA: Kommission empfiehlt «Lex USA» abzulehnen - Schweiz Nachrichten - NZZ.ch P.S. Da fragt man sich, warum die Steuerbehörden in Deutschland die Daten nicht bei seriösen und befreundeten Institutionen wie der CIA kaufen statt bei dubiosen Einzelpersonen ;) 3:09 pm • 11 Juni 2013
“abnehmende fiskalische Risiken”. Ergo: Stabile Steuereinnahmen und niedrigere Gefahr unvorhersehbarer Risiken dank stabiler Konjunktur. Das Haushaltsminus sieht Standard & Poors nach 7%/BIP 2012 auf nun 6%/BIP schrumpfen. 2015 soll es nur noch bei 4% des BIPs liegen (was immer noch über den Maastricht Grenzen läge, die für Euroländer gelten). S&P Upgrades US Outlook From Negative To Stable On “Receding Fiscal Risks” | Zero Hedge (Leider ist die Langversion noch nicht online. Mich hätte die Schätzung des Schuldenstands auch mal interessiert) Update (15:56): Stelle gefunden: “We now see net general government debt as a share of GDP staying broadly stable for the next few years at around 84% Also 84% des BIPs, grob über den Daumen gepeilt ohne größere Veränderungen in den nächsten Jahren.
Den inzwischen sehr umstrittenen Rogoff & Reinhardt ist es immerhin zu verdanken, dass mal jemand die Daten zu Verschuldung der Staaten und der Pleiten gesammelt hat. Es zeigt auch, auf welch dünnem Eis sich die Ökonomen bewegen … Über extrem wichtige Entwicklungen der Vergangenheit liegen nur Daten in äußerst mangelhaftem Umfang vor.
Anders gesagt: Wir wissen eigentlich fast gar nichts.
Das liegt natürlich auch daran, dass zwar große Teile der Ökonomie damit beschäftigt sind, komplizierte theoretische Modelle zu bauen, aber keine Lehrstühle für Wirtschaftsgeschichte (wie auch für Wirtschaftsethik) finanziert werden.