Kurzfristig steht ausreichend Geld zur Verfügung.
Mittelfristig sieht die Sanierung vor, dass das Stadion in den Besitz der Stadt Duisburg übergeht und danach die Miete von 5 auf 1,7 Millionen Euro pro Saison sinken soll.
Im Klartext: Die eh schon hoch verschuldete Stadt Duisburg soll das Stadion für einen Haufen Geld - um nicht zu sagen zu viel Geld - kaufen, um es dann für wenig Geld - um nicht zu wenig Geld - an den MSV zurückzuvermieten.
Klingt jetzt irgendwie nicht nach einem guten Deal für den Steuerzahler …
MSV: Kurzfristige Rettung geglückt | Fußball - 2. Bundesliga | RevierSport online
8:54 pm • 23 Mai 2013
So. Ein Link zur Bild. Da habt ihr’s … Aber die Ausnahme ist gut begründet. Neben der unsäglichen Überschrift ist die Zusammenfassung des geheimen Untersuchungsberichts der EU nämlich ganz gut und außerdem - sehr lobenswert - hat die Bild das Dokument auf ihrem Server zur Verfügung gestellt (sonst wüsste ich ja auch nicht, dass die Zusammenfassung was taugt …). Der Bericht belegt alle Vorurteile über das zyprische Bankensystem. Briefkastenfirmen en masse, lasche Kontrollen, wenig Überwachung. In den Details wird es durchaus spannend. Viele der Kontoinhaber sind über mehrere Stufen mit Treuhändern und Zwischenholdings getarnt. Als wenn das noch nicht kompliziert genug wäre, ändern sich diese Konstruktionen häufig. Das alles dient natürlich nur zur Tarnung des eigentlichen Besitzer, der schon wissen wird, warum er sich tarnt und warum er so viele Anwälte dafür bezahlt … Das führt im Endergebnis dazu, dass die zyprischen Banken in 27% der Fälle gar nicht wissen, wem das Geld auf dem Konto eigentlich gehört. Dass die zyprischen Banken dazu durchaus in der Lage wären, zeigt der Anteil der unklaren Daten bei den vergebenen Krediten: Hier liegen nur in 11% der Fälle unklare Daten vor. Kurz: Wenn die Bank Geld bekommt, prüft sie lasch, wenn sie Geld verleiht, legt sie Wert darauf, den Besitzer zu kennen. Das Ganze wird noch schlimmer, wenn man weiss, dass das zyprische Unternehmensverzeichnis einen Bearbeitungsstau von 10 Jahren hat (meldet Bild, im Dokument finde ich das nicht). Bei einem derart schlecht gepflegten Firmenregister wird das Auseinanderklamüsern (ich liebe dieses Wort, merkt man, gell?) der eh schon komplizierten Firmen-Holding-Treuhänder-Strukturen quasi unmöglich. Auch die Erkennung von Geldwäsche bei den Banken scheint (absichtlich?) schlecht zu funktionieren. Die Wirtschaftsprfüfer von Deloitte habe bei einem schnellen Scan über die größten Konten 29 auffällige Transaktionen gefunden, die Banken selber keine einzige … Das Originaldokument bekommt man hier. Update (16:06); Pantelouris findet den Bild-Artikel unterirdisch. Nun ja, das sehe ich anders (auch wenn er einige valide Punkte anspricht, allerdings auch vieles verschweigt. Denn die Bild hat sich die Sachen ja nicht ausgedacht, die stammen von der EU) Mein dir deine Bildung! « Michalis Pantelouris 3:34 pm • 22 Mai 2013
Das ist eins, dass zwar als Uuuuuu taugt, aber nicht als Boot. Kurz: Es geht ziemlich gut unter, kommt aber nie mehr hoch. Passiert jetzt in Spanien. Das U-Boot ist satte 100 Tonnen zu schwer und säuft daher direkt ab. Man kann es u.U. noch retten, indem man umbaut, u.a. ist eine Verlängerung denkbar (Mittelteil dann wahrscheinlich in Holz, damit es Auftrieb generiert ;-) ). Wie viel der bisher investierten 530 Millionen Euro noch zu retten sind, ist unklar. (Gesamtvolumen des Auftrags waren 2,2 Milliarden). Vielleicht kann man das spanische U-Boot ja irgendwie mit unserer deutschen Drohne kreuzen? Spain just spent $680 million on a submarine that can’t swim - Quartz Via RalfDrescher auf Twitter. 9:08 am • 22 Mai 2013
Wobei ich nicht die Drossel an sich kritisiere, sondern die Aufhebung der Netzneutralität. Danach würden nicht mehr alle Datenpakete im Netz gleich behandelt und Anbieter könnten sich von einer Abrechnung beim Kunden freikaufen. Sprich: Apple oder Watchever oder Amazon oder Youtube (Google) oder Sky Go könnten sich davon freikaufen, dass ihre Filme das monatliche Datenvolumen in kürzerer Zeit auffressen als sich viele das heute vorstellen können. Der Download beim Independent Filmvertrieb würde mich 5 oder 10 Gigabyte meines Downloadvolumens kosten, der von Apple oder Google (etc) hingegen nicht. (Es wären natürlich noch fiesere Maßnahmen denkbar, nämlich dass bestimmte Pakete schneller und vorrangig zugestellt werden und andere Anbieter in die Röhre schauen. Zuverlässige Videostreams oder auch Videotelefonie gäbe es dann nur noch bei zahlenden Anbietern und nicht mehr bei jedem beliebigen Produkt). Diese Daumenschrauben kann ein immer noch beherrschender Anbieter wie die Telekom natürlich vergleichsweise leicht durchdrücken. Sobald ein oder zwei Anbieter auf diesen Deal eingehen, stehen alle anderen unter Druck. Und damit könnte die Telekom auf beiden Seiten kassieren, unabhängige Anbieter wären massiv benachteiligt. Mehr zu diesem Thema bei mir (wobei eigentlich noch ein Update fällig wäre): DIE TELEKOM-DROSSEL IST VÖLLIG LEGITIM, SOLANGE … oder bei Netzpolitik: ePetition für gesetzliche Festschreibung der Netzneutralität Direkt zur Petition geht’s hier: Macht mit, das ist nicht irgendeine alberne Onlinepetition, sondern die direkt beim Bundestag. Wenn genügend Stimmen zusammenkommen, muss der Bundestag darüber debattieren. P.S. Retweets und eigene Artikel zum Thema schaden nicht. Auch das Thema in die Echtwelt zu tragen, nützt mehr als man denkt. Trommelt. Update 1 (21.05. 21:18) 2000 Zeichner Update 2 (22.05. 09:49) 3192 Zeichner. Update 3 (22.05. 23:02): Über 16.000 Zeichner. Nicht schlecht. Update 4 (23.05. 20:44): Etwa 39.000 Zeichner. 7:16 pm • 21 Mai 2013
Emnid-Umfrage: Große Mehrheit gegen höhere Spitzensteuersätze Das ist (für mich) erstmal eine Überraschung. Nur 14% finden, dass der aktuelle Spitzensteuersatz von 45% zu niedrig ist. 4% haben keine Meinung. Satte 63% glauben, dass 45% in Ordnung sind, 19% halten ihn sogar für zu hoch. Hmm, hat Emnid vielleicht Mist gebaut? Ist der Auftraggeber INSM vielleicht Schuld und hat die Fragen in die gewünschte Richtung gelenkt? Hier könnte man nach den Erfahrungen bei vielen Umfragen der Qualitätsmedien durchaus skeptisch werden … Die Transparenz der INSM ist aber vorbildlich und die Fragestellung wird nicht verheimlicht, sondern ganz offen kommuniziert: “Frage: In Deutschland gilt bisher für Alleinstehende ab einem Jahreseinkommen von ungefähr 53.000 Euro der Spitzensteuersatz von 42 Prozent. Bei Jahreseinkommen über 250.000 Euro kommt zu diesen 42 Prozent eine sogenannte Reichensteuer von 3 Prozent dazu. Der Spitzensteuersatz beträgt dann also 45 Prozent. Finden Sie diesen Steuersatz zu hoch, zu niedrig, oder finden Sie diesen Steuersatz angemessen?” Kritik habe ich an dieser Fragestellung nicht. Und dass ein Umfrageinstitut wie Emnid ein halbwegs repräsentative Umfrage hinbekommt, darf man denen schon zutrauen. Was dann vielleicht etwas komisch ist: Bei der Frage oben sind nur 14% der Meinung, dass der Spitzensteuersatz zu niedrig ist. Bei der folgenden Frage: “Bisher gilt für Singles ein Steuersatz von 45 Prozent ab 250.000 Euro Jahreseinkommen. Die Grünen wollen einen Steuersatz von 45 Prozent bereits ab 60.000 Euro Jahreseinkommen erheben. Jahreseinkommen ab 80.000 Euro sollen 49 Prozent zahlen. Was ist Ihre Meinung dazu?” sagen auf einmal 32%, dass sie “eher dafür” seien. Obwohl nur 14% den Spitzensteuersatz für zu niedrig halten, sind plötzlich 32% eher für die Erhöhung des Spitzensteuersatzes. Das passt jetzt mal nicht so wirklich zusammen … Es kippen ja doch eine ganze Menge Leute von “angemessener Spitzensteuersatz” auf “Erhöhung OK”. Kann man vielleicht Umfragen zu solch komplexen Themen überhaupt nicht vertrauen? (via Große Mehrheit gegen höhere Spitzensteuersätze) 3:48 pm • 16 Mai 2013
Das ist als Einführungsartikel ganz brauchbar. Der Artikel erläutert ganz gut, was dahinter steckt (Menschenbild), zur Finanzierung gibt es nur relativ wenig Konkretes: “Ein hohes Grundeinkommen bedingt hohe Steuersätze, ein niedriges Grundeinkommen ermöglicht tiefe Steuersätze. Hohes Grundeinkommen und hohe Steuersätze verringern den Anreiz zu arbeiten, tiefes Grundeinkommen und tiefe Steuersätze verstärken den Anreiz zu arbeiten.” Okayer Artikel, der Straubhaar hat schon Dümmeres geschrieben. Dazu demnächst mehr ;-) Parteitag : Warum Grundeinkommen gut zu den Piraten passt - Nachrichten Wirtschaft - DIE WELT 8:30 am • 16 Mai 2013
Wie es in Beichuan 5 Jahre nach dem Erdbeben aussieht … Grütz … Ort absichtlich nicht wieder aufgebaut, weil “zu gefährlich”. Das kommt davon, wenn man das über Tumblr liest, aber das Original verlinkt (und das nicht liest). Danke an den Kommentargeber! (via The Ruins of Beichuan, 5 Years Later - Economic Observer Online - In-depth and Independent) 8:47 am • 15 Mai 2013
Ziemlich interessante Überlegungen, wenn auch noch nicht spruchreif. Die EU hat Angst, dass Großanleger bei Banken einen Bankrun auslösen, wenn Einlagen ab 100.000 Euro nicht versichert sind. Also sollen auch diese höheren Einlagen abgesichert werden. Dagegen ist erst einmal wenig einzuwenden, denn die Auswirkungen sind für eine Bank die gleichen, egal ob 100.000 Sparer 10.000 Euro abheben oder 1.000 Sparer 1.000.000 Euro: Die Bank hat in beiden Fällen ein Problem … Die Leidtragenden der angedachten Änderung wären die Gläubiger der Bank, also die Anleger, die der Bank über Bankanleihen wie Bankobligationen Geld geliehen haben. Diese würden im Fall einer Pleite erst nach den Sparern Geld aus der Verwertung bekommen; erst die Sparer, dann die Gläubiger. Das wäre also genau das Gegenteil von dem, was in Zypern passiert ist. Dort wurde nur auf die Spareinlagen oberhalb von 100.000 Euro zugegriffen, die Bankanleihen hingegen wurden komplett verschont (wie die ersten 100.000 Euro Spareinlagen auch). Für eine systematische Behandlung von Bankpleiten sprechen diese ganzen Überlegungen nicht. Das ist mehr oder weniger reine Willkür. Einmal sollen die Gläubiger zuerst leiden, dann vorrangig die Sparer. Einmal sollen alle Sparer geschnitten werden, dann nur die mit hohen Einlagen. Seit mehr als 5 Jahren fordern alle Politiker ein Framework für die Abwicklung von insolventen Banken, weitergekommen sind wir bisher nicht einen einzigen Schritt … 8:30 am • 15 Mai 2013
Ich hatte ja einige Zeit lang relativ regelmäßig Photostrecken aus Detroit, den sogenannten Ruinenpr0n: Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Häuser für einen Dollar (!), Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Die romantische Seite der Krise, David Byrne (ExTalking Heads) berichtet über den Verfall von Detroit - egghat’s not so micro blog, … Selbst wenn das teilweise auch Übertreibungen der Journalisten waren (siehe Nochmal zum “wählerischen” Journalismus über Detroit - egghat’s not so micro blog) … Es sind einfach zu viele Arbeitsplätze in der Automobilindustrie weggefallen, und in der Folge zu viele Menschen weggezogen. Zwar probierte Detroit eine Reihe kreativer Gegenmaßnahmen (u.a. einen von der Stadt gesponsorten Einzug in leer stehende Häuser; siehe Detroit: Zieh ein und du bekommst Geld dafür - egghat’s not so micro blog oder Nochmal eine Detroit Doku: Gemüse statt Autos. - egghat’s not so micro blog), aber ohne Arbeitsplätze nützt auch sowas nur wenig. Die Einwohnerzahl Detroits hat sich seit dem Höhepunkt der amerikanischen Automobilindustrie in den 50er Jahren mehr als halbiert. Allein in diesem Millenium sank die Einwohnerzahl um mehr als 25%. Da ist Nun sitzt die Stadt auf einer Infrastruktur, die für knapp 2 Millionen Einwohner ausgelegt ist, hat aber nur noch 700.000 Einwohner, die Abgaben bezahlen (wenn sie denn zahlen, denn 1/3 lebt in Armut). Ganz nebenbei fressen die Zinsen für die gut 8 Milliarden Dollar hohen Schulden einen ganzen Teil des Haushalts des Etats auf. Da ist man als Politiker relativ machtlos … Nun kreist der Pleitegeier (oder ein ganzer Schwarm Pleitegeier) über Detroit, auch der bereits eingesetzte Insolvenzverwalter sieht kaum noch Chancen für eine Rettung. Was aber hart gesottene Investoren nicht abschreckt. Diese sehen wie immer Spekulationsmöglichkeiten … Über Detroit kreisen die Geierfonds • format.at 10:11 pm • 14 Mai 2013
Das passt ja mal so gar nicht zum Wirtschaftswunder in China, zum Immobilienboom und einer Partei, die sich angeblich um ihr Volk kümmert."Das Jugendwort des Jahres löst bei seiner Bekanntgabe stets Verwunderung aus, doch es sollte nachdenklich stimmen, dass wir junge Menschen so selten in ihrer eigenen Sprache sprechen hören."