Bankrun in Lettland?
Ich zweifle. Das Video, das ich gesehen habe (und ihr ja wohl hoffentlich auch) zeigt doch sehr überschaubare Schlangen vor den Geldautomaten.
Und die einzige Zahl, die ich kenne, ist “etwa die dreifache Summe an Geldabhebungen”. Das ist relativ harmlos, auch wenn man anmerken muss, dass an einem Wochenende u.U. auch mehr als die dreifache Menge gar nicht drin ist, weil danach die Geldautomaten schlicht leer sind.
Die Swedbank, um die sich die Gerüchte (auch über Twitter) rankten, dementierte umgehend. Auch die lettische Bankenaufsicht sagte “Keine Gefahr”. S&P hat übrigens noch in der letzten Woche das Rating für die Swedbank erhöht, auch dort sieht man also Stabilität.
Entscheidender als das Wochenende dürfte daher der heutige Montag werden. Wenn jetzt die Kunden die Banken stürmen und ohne die üblichen Grenzen der Geldautomaten die Konten leer räumen, wird es schnell eng …
Liebe FTD, liebes Handelsblatt: Ein richtiger Bankrun sieht anders aus … Und zwar so.
Rindas pie bankomātiem. Reportāža no Jelgavas. 11.12.2011 (von TimermanaFoto)
Update (16:52):
Naja, ein paar längere Schlangen habe ich in der Zwischenzeit dann doch gefunden. Es bleibt aber dabei: Entscheidend ist eigentlich heute tagsüber gewesen … (und dazu habe ich nichts Neues gefunden)
11:45 am • 12 Dezember 2011
Bunter Vogel, der Herr Antonow: a) Retter von Saab, bekanntlich eigentlich Pleite. b) Besitzer des englischen (Jetzt) Fußball-Zweitligisten Portsmouth. Letztes Jahr noch als erster Verein in der Premier-League insolvent gegangen und nach Punktabzug abgestiegen (damals war Antonow aber noch nicht Besitzer IIRC). c) irgendwie verwickelt in die Pleite der litauischen Snoras Bank, die nach dem Auffliegen eines Bilanzbetrugs (300 Millionen Luftbuchungen) verstaatlicht werden musste (siehe CEE banks: a quake in Lithuania… | beyondbrics | News and views on emerging markets from the Financial Times – FT.com). Aus dieser Ecke soll auch die (noch nicht bestätigte) Festnahme gekommen sein. (Nebenan in Lettland hat man daraufhin übrigens schnell ein Limit für die monatliche Geldabhebung bei Banken verhängt, um einen Bankrun zu vermeiden) 5:34 pm • 25 November 2011
Interessant. Ob die Sparprogramme in Griechenland und Irland auch ähnliche Auswirkungen haben werden? Beides sind ja eigentlich traditionelle Auswanderungsländer … Lettland: Die Kehrseite des Sparens | FTD.de 8:32 am • 11 November 2011
So ein Jahr mehr Zeit fänden sie gut, vor allem weil dieser blöde Schweizer Franken gerade so hoch steht und die Zinszahlungen dann so fies teuer werden. Leute, genau deshalb verschuldet man sich nicht in Fremdwährungen! Über die bösen Hedgefonds meckern, aber das selbe Spiel mitspielen wollen. Tss tss. Ungarn hat versucht, die steigenden Kosten für Swissfranc-Kredite durch einen komischen doppelten Währungskurs für die Bevölkerung abzufedern, aber dann muss der Staat für die Differenz geradestehen. Die ungarische Regierung wollte sogar mal den Forint direkt an den Schweizer Franken koppeln (http://www.diewunderbareweltderwirtschaft.de/2011/03/ungarn-wollte-den-forint-den-franken.html), was natürlich eine komplett wahnsinnige Idee ist … Man müsste sich auch nochmal die Liste von Ländern raussuchen, in denen Frankenkredite geradezu üblich waren. In Süddeutschland war das wohl nicht sonderlich unüblich und auch im Baltikum und Island waren die niedrigen Zinsen im Schweizer Franken sehr begehrt. Am Ende könnte das natürlich auch in der Schweiz knallen, wenn niemand mehr die ganzen Fremdwährungskredite zurückzahlen kann. Diese Carrytrades sind grundsätzlich ziemlich übel, schon im großen Japan, aber erst recht in kleinen Ländern mit kleinen Währungen (Island, Lettland, Ungarn, Schweiz, …), weil dort die Schwankungen noch viel extremer werden können. gefunden beim DonAlphonso: :::denn sie wissen nicht, was sie tun sollen::: Update (16:33): Es geht übrigens um Schulden von gut 2,2 Milliarden Euro. 3:08 pm • 3 August 2011
Genau genommen waren es 32,4% weniger LKWs als im Vorjahr, die 2009 in Europa verkauft wurden. Das ist schon ein dramatischer Einbruch, aber noch schlimmer war der Einbruch bei den großen LKWs mit mehr als 16 Tonnen Nutzlast. Dort brachen die Verkaufszahlen um 47,9%, also fast die Hälfte, ein. Die Zahlen spiegeln übrigens die Krisenlage auch ganz gut wieder. In einigen Ländern gab es einen Einbruch des gesamten LKW Markt von etwa 80%. Gut, nicht sehr schwierig zu raten, welche das waren: Island, Lettland und Litauen … 2:23 pm • 26 Januar 2010
Das ist mal ein Preisverfall! Immobilienpreise in Riga in den letzten 12 Monaten: -59,7% Prozent. Cool auch die Vereinigten Arabischen Emirate (ist da Dubai mit drin): Im 3. Quartal 2008 wurde ein Jahres(!)plus von 61,5% verzeichnet, nur ein Jahr später ein Minus von 48%. Woppa. Das ist mal eine Trendwende. Nicht eine Topbildung über 1 oder 2 Jahre, sondern über 2 Wochen …