Die Story hatte ich ja gar nicht auf dem Schirm, kam wohl schon am Freitag raus.
Die japanische Börsenaufsicht hat dem Hedgefondsverwalter AIJ vorübergehend den Geschäftsbetrieb untersagt.
AIJ hat umgerechnet knapp 2 Milliarden Euro überwiegend für Pensionspläne von Firmen (bzw. deren Mitarbeiter) verwaltet. Das Geld ging - wie bei Hedgefonds üblich - aus steuerlichen Gründen in Steuerparadiese wie die Cayman Islands oder die Bermudas.
Nur wurde das Geld dort nicht angelegt, sondern ist versickert … Scheinbar sind 90% des Gelds weg, bzw. ist unklar, wo das Geld steckt.
Ob davon noch was auftaucht oder sich der Skandal womöglich noch ausweitet, ist aktuell total unklar.
Es dürfte auf jeden Fall in diesem Fall eher normale Arbeiter getroffen haben und weniger die Superreichen, die sonst in Hedgefonds investieren. Da kann man nur darauf hoffen, dass niemand seine komplette Pension über AIJ gemacht hat, sondern das nur ein Vermögensverwalter unter vielen war.
11:33 am • 28 Februar 2012
sagt die japanische Notenbank. “Die Bank of Japan kündigte deshalb am Dienstag an, ihre Geldpolitik solange zu lockern, bis die Inflationsrate auf ein Prozent steige.” Krasse Aussage, aber irgendwie nach 2 Jahrzehnten mit nahezu ununterbrochener Deflation auch nachvollziehbar. Das BIP-Minus im vierten Quartal, das mit minus 0,6% doppelt so hoch wie ursprünglich geschätzt ausgefallen ist, hat wohl zusätzlich geschockt. Jetzt wird einfach Geld gedruckt, bis wir wieder Inflation haben. Mal schauen, ob das diesmal aufgeht … Eigentlich versucht Japan ja schon lange, die Deflation zu bekämpfen. Devisenmärkte: Das große Gelddrucken rund um den Globus | FTD.de 10:44 pm • 14 Februar 2012
u.a Rezession in der Eurozone (EU17). Aber der Reihe nach. Die Senkung ist gegenüber der letzten Schätzung vom Juni dramatisch. Die Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft liegt nun bei 2,5% für 2012 (letzte Schätzung im Juni 3,6%) und 3,1% für 2013. Die Eurozone wird von der Weltbank nun bei mit -0,3% (Junischätzung +1,8%) in einer Rezession gesehen. Auch die Erwartungen für die USA (+2,2% gegenüber 2,9% zuvor) und Japan (+1,9% gegenüber +2,6% zuvor) wurden deutlich reduziert. China sieht die Weltbank vergleichsweise stabil (+8,4%), für Indien senkt sie hingegen die Wachstumsprognose von 8,4% auf 6,5% kräftig. Die Weltbank sieht hohe Ansteckungsgefahren für die Emerging Markets und reduziert die 2012er-Wachstumserwartung für die Emerging Markets als ganzes von 3,6% auf 2,5%. Die Wirtschaftsabkühlung in Europa würde sich auch dort bemerkbar machen. Die dortigen Aktienmärkte wären bereits doppelt so stark (8,5%) gesunken wie in den entwickelten Ländern. Und am wichtigsten: Die Kapitalflüsse in Richtung Emerging Markets sind ins Stocken geraten. Im zweiten Halbjahr 2011 floss mit 170 Milliarden Dollar nur etwa halb so viel Geld wie in der Vorjahresperiode. Zusammengefasst hält die Weltbank die Emerging Markets für gefährdeter als 2008. Vor allem, weil die Länder über deutlich geschrumpfte finanzielle Reserven für eine Konjunkturankurbelung verfügen - in den entwickelten Ländern und den Emerging Markets. News & Broadcast - World Bank Projects Global Slowdown, with Developing Countries Impacted oder etwas länger: Global Economic Prospects Executive Summary (PDF, 4 Seiten) oder in aller Ausführlichkeit Global Economic Prospects (PDF, 160 Seiten) 10:17 am • 18 Januar 2012
zumindest teilweise … Klar, auf eine Anlagesumme von fast 100.000 und bei einer Haltedauer von drei Jahren ist eine halbe Unze Gold (Wert gut 650 Euro) als Zins nicht so doll. 0,65% auf drei Jahre ergeben gerade einmal 0,2% pro Jahr. Aber wenn man bedenkt, dass die letzte Versteigerung der japanischen Staatsanleihen bei einer Rendite von 0,18% zugeteilt wurde, ist das immerhin eine Verdopplung der Rendite, anders gesagt werden 50% der Zinsen in Form von Edelmetallen ausgeschüttet. Und weil man die Münze nur mit dem Kauf der Wiederaufbauanleihe bekommt, könnte der Anteil sogar noch steigen, weil die Auflage beschränkt ist und die extra geprägte Münze einen gewissen Sammlerwert entwickeln dürfte. Gar nicht so dumme Aktion! Die FTD wirft auch ein paar Ideen für eine europäische Version in den Raum, die ich aber nicht so spannend finde. Einladung zur Bunga Bunga Party bei Silvio? Ich verzichte dankend, auch wenn ich dann mal wieder Einträge in mein Silvio Looking at Butts Blog machen könnte ;-) Habt ihr Ideen für ESM-Anleihen? Endspielkarte für die Fußball-EM 2012? 10:45 am • 7 Dezember 2011
Und die Wirtschaftsprüfer pennten. Allerdings wird bei der NYT die Deutsche Bank nicht erwähnt, über deren Konto auf den Cayman Islands 410 Millionen Dollar liefen (siehe Olympus: 1,24 Mrd. Euro Verlust versteckt, - egghat’s not so micro blog), sondern Nomura und die Société Générale. Es sollen nur unvollständige Berichte an die Aufsichtsbehörden abgeliefert worden sein, in denen die suspekten Zahlungen aus dem Olympus-Umfeld verschwiegen wurden. Und die Wirtschaftsprüfer waren - soll man sagen wie immer - auch nicht unschuldig. KPMG AZSA (KPMG Tochter in Japan) und Ernst & Young Nippon sollen schlampig gearbeitet haben. KPMG AZSA soll 2009 sogar massive Zweifel an den Zahlungen gehabt haben, ließ sich aber von der Behauptung des Olympus Management, dass die Zahlungen bereits von dritter Seite überprüft worden seien, breitschlagen. 4:57 pm • 6 Dezember 2011
Den Olympus Betrug kann man in einer einzigen Grafik abbilden. Ein Haufen Töchter und Scheinfirmen und eine Menge Geldflüsse dazwischen … Ist doch ganz einfach ;-) Die Aktie erholt sich wegen des scheinbar ausgeräumten Verdachts auf Verwicklung der japanischen Mafia Yakuza weiter und kostet nun schon wieder 11 Euro (Tief bei gut 4 Euro). (via FT Alphaville » The non-Yakuza bounce) 12:46 pm • 6 Dezember 2011
Verdacht auf Mafia-Connections aber nicht bestätigt. Zum Verdacht siehe hier: Ohh Olympus … - egghat’s not so micro blog. Auch die damals genannte Schadenssumme von bis zu 2 Milliarden fällt wohl doch kleiner aus. Die Aktie hat sich inzwischen wieder deutlich erholt. Von gut 4 Euro im Tief ging es wieder auf gut 10 Euro zurück. Untersuchungsbericht: Olympus verheimlichte Milliardenverlust | FTD.de Aus deutscher Sicht wird die Nummer aber vielleicht gerade erst interessant, denn wie der Spiegel unter Berufung auf interne Dokumente von Olympus berichtet, sind 410 Millionen Dollar der seltsamen Zahlungen von Olympus über ein Konto der Deutschen Bank auf den Cayman Islands gelaufen. Das bedeutet mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit nicht, dass die Deutsche Bank aktiv in die Korruptionsgeschichte involviert war, aber immerhin könnte die Bank gewisse Auflagen bei der Überprüfung dieser Geschäfte in Bezug auf Geldwäsche oder ähnliche Verdachtsmomente verletzt haben. Warten wir’s ab. 5:13 pm • 5 Dezember 2011
11 Luxussportwagen in Japan ineinander gecrasht. 8 Ferraris, 1 Lamborghini und 3 Mercedes. Finde den Fehler ;-) 4:55 pm • 5 Dezember 2011
Bilanzloch von 5 Mrd. $ und Mafia-Verbindungen … Heissahussa … Das ist ja mal wieder einen Eintrag auf meinem Korruptionsticker wert. Die New York Times meldet dieses Bilanzloch von 5 Milliarden Dollar (immerhin 3,7 Mrd. Euro). Das soll aber nicht nur einfach entstanden sein, weil die Firma Verluste eingefahren hat und verstecken wollte (wie ich am Anfang vermutete, siehe Olympus: Lost in Corruption - egghat’s not so micro blog ), sondern wohl zu mehr als der Hälfte direkt an die japanische Mafia Yakuza abgeflossen sein. Wow! 2 Milliarden Euro an die Mafia mit ganz seriöser Bilanzfälschung ;-) Kamerahersteller: Olympus und die japanische Mafia - Wirtschaft - FAZ Update (22:47): Auf den Kommentar von Dieter habe ich mal nachgeschaut, wer die Olympus Bilanzen geprüft hat. Und … Es ist nicht PWC, aber ein anderer großer Name: Ernest & Young … Bilanz 2010/2011 (PDF, siehe Seite 64) 7:36 pm • 18 November 2011
Mit gefälschter Bilanz. Seit den 90ern! Die Aktie hat in den letzten knapp 4 Wochen über 70% verloren (von gut 23 Euro am 13.10 auf heute etwa 7 Euro). Heute morgen sah es noch schlechter aus: Bis auf 5,70 Euro fiel der Kurs kurz nach der Eröffnung. Hintergrund sind krumme Geschäfte bei gleich mehreren Firmenübernahmen. Diese Firmenübernahmen brachten Verluste ein. Um das zu vertuschen, wurden bei weiteren Firmenübernahmen scheinbar völlig überhöhte Zahlungen an Berater geleistet (knapp 700 Millionen bei einer 1,9 Mrd. Übernahme, also über 30% statt wie üblich 1 bis 2%), mit deren Hilfe die Verluste der vorherigen Investments in den Bilanzen vertuscht werden sollten. (So verstehe ich es, in den Details ist das ziemlich undurchsichtig) Diese Geschichte köchelt schon etwas länger. Die Korruptionsgeschichte kam am Anfang (ein Leser hatte mich darauf hingewiesen) und kostete den damaligen Chef von Olympus das Amt. Aber nicht, weil er vertuschen wollte, sondern weil er versuchte aufzuklären. Das fanden der Aufsichtsrat und der Rest von Olympus nicht so toll und haben ihn kurzerhand entlassen. Dahinter steckte wohl auch ein gewisser Kulturclash zwischen japanischem Management und dem ehemaligen britischen Chef Woodford. Aber nein, den haben die nicht entlassen, weil er aufdecken wollte, sondern weil der Management-Stil nicht gefiel. Deshalb gibt es auch keine Rückkehr. Die Olympus Aktie könnte nun sogar von der Börse fliegen. Und wie es mit dem Aktienkurs weitergeht, ist ebenfalls unklar. Im japanischen Handel wurde das maximale Tagesminus vollständig ausgeschöpft, es könnte morgen also noch weiter gehen … Olympus: Hard Day’s Night for Ex-CEO Woodford - Japan Real Time - WSJ Olympus Admits to Hiding Losses - WSJ.com Skandal um Kamerahersteller: Olympus gibt Bilanzfälschung zu | FTD.de Hätte mir wohl doch besser eine Panasonic Kamera gekauft ;-) Update (09.11): Heute 5,50 Euro … Gesamtverlust der letzten 4 Wochen damit über 75% … Update (10.11): Heute 4,35 Euro … Gesamtverlust nun über 80%.