Wie groß muss ein Kreis auf einer Weltkarte sein, um 50% der Weltbevölkerung einzukreisen?
Und wo muss er liegen?
Hmmm, interessant. Nach kurzem Nachdenken natürlich die einzige sinnvolle Möglichkeit. China und Indien und Japan müssen irgendwie drin sein. Aber wie so oft bei guten Datenvisualisierungen wirkt die Visualisierung am Ende offensichtlicher als sie es eigentlich ist.
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8:55 pm • 12 Mai 2013
Dagegen sind die Operationen, die die EZB in Europa gemacht hat, ein Witz, und selbst die der Fed in den USA wirken auf einmal klein, okay vergleichbar… Die Bank of Japan hat gestern angekündigt, die “monetäre Basis” bis Ende 2014 zu verdoppeln. Es geht um die am engsten gefasste Geldmenge M0, die vereinfacht gesagt der Teil der Geldmenge ist, den eine Notenbank direkt beeinflussen kann. Ohne dass irgendeine Geschäftsbank irgendeinen Kredit vergeben muss (was die Geldmenge dann weiter vergrößert). Da Japan in einer Deflation steckt, die die Schulden immer weiter steigen lässt, setzt die BoJ jetzt alles auf eine Karte. Sie kauft weiter japanische Staatsanleihen auf (jetzt über nahezu alle Laufzeiten) und pumpt somit jede Menge Bargeld in den Finanzsektor und hoffentlich auch in die normale Wirtschaft. Als Nebenwirkung (oder Hauptwirkung?) werden die Zinsen auf Staatsanleihen erst einmal weiter fallen (wenn die Inflationsängste nicht überhand nehmen) und der Yen wird weiter fallen. Damit soll auch der japanische Export angefeuert werden. Die Inflation soll steigen, die Haushalte weniger sparen und mehr konsumieren. Damit endlich die mehr als zwei Jahrzehnte währende Deflation beendet wird. So der Plan. Die USA haben ihre Geldmenge M0 Ende 2009 durch Aufkäufe von allen möglichen Anleihen auch massiv erhöht. In einem Quartal gab es Ende 2009 eine Verdopplung, auch seitdem ging es kräftig weiter nach oben (aktuell insgesamt etwa Faktor 3,5). Zu Inflation hat das (bisher?) nicht geführt, allerdings ist die Inflation auch nicht gesunken und die USA in eine Deflation gefallen (was viele befürchteten, nachdem die Immobilien-Kreditblase geplatzt ist). Mal schauen, wie sich das in Japan entwickelt. Es ist auf jeden Fall ein großes Experiment - nach den USA das zweite … Update (05.04.2013): Die Märkte zeigten die erwarteten Reaktionen. Aktien rauf, Yen und Zinsen runter. Wobei der erste Ausschlag zum Auftakt des Handels deutlich größer war als das was am Ende übrig blieb. Börse Tokio: Kursfeuerwerk in Japan - Börse Märkte - Finanzen - Handelsblatt Ein Hinweis vielleicht noch zum Einfluss auf Deutschland: Es wird hierzulande immer viel auf den Dollarkurs geschaut, was nicht verwunderlich ist, denn das ist nunmal die Leitwährung. Allerdings ist für große Teile der deutschen Industrie (Auto/Maschinenbau) der Wechselkurs zum Yen ebenfalls sehr wichtig (wenn nicht gar wichtiger), weil viele direkte Konkurrenten in Japan sitzen. Bei vielen Spezialnischenanbietern gibt es oft nur zwei oder drei Anbieter neben dem deutschen und in solchen Konstellationen kann man fast sicher darauf wetten, dass einer davon aus Japan kommt. 8:30 am • 5 April 2013
Diesmal: fallender Yen. So’n kleiner Währungskrieg ist für die Hedgefonds immer ein gefundenes Fressen. Einbrechender Kurs mit Ankündigung? Was gibt es Schöneres für Spekulanten? Die Milliarde ist übrigens nicht bestätigt, aber wenn das WSJ das berichtet, stimmt es. Nachrichten aus der Finanzbranche können die ja gut (im Gegensatz zu Nachrichten aus der Apple-Gerüchteküche … hehe … konnte ich mir nicht verkneifen) Hedgefonds-Legende Soros wettet gegen den Yen - Wallstreetjournal.de 2:28 pm • 14 Februar 2013
Ein sehr feiner Blick von Dieter Wermuth auf die volkswirtschaftliche Lage in Japan. Ein Land, das immer noch an den Folgen der riesigen Kreditblase leidet, die Anfang der 90er Jahre geplatzt ist. Danach folgten 2 Jahrzehnte mit Wachstumsprogrammen und einigen vorsichtigen Maßnahmen der Notenbank, was aber mehr oder weniger vollständig verpuffte. Richtig vertreiben liess sich die Deflation nicht. Erst die unbegrenzten Aufkaufprogramme, die die Bank of Japan diese Woche angekündigt hat, könnten daran was ändern (siehe dazu Japan druckt Geld. Vieeeel Geld. - egghat’s not so micro blog) Japan stöhnt unter extrem hohen Staatsschulden. Die Schulden liegen bei mehr als 200% des BIPs, ein Wert, den nicht einmal Griechenland erreicht. Japan konnte sich das leisten, weil es jahrzehntelang Exportüberschüsse eingefahren hat. Dadurch strömte neues Geld nach Japan, das letztendlich angelegt werden konnte und zwar in japanischen Staatsanleihen. Die japanische Staatsverschuldung wurde im Endeffekt fast ausschließlich von Japanern finanziert (indirekt über den Export natürlich durch das Ausland). Dieses Modell wackelt aber, denn der traditionell hohe Exportüberschuss hat sich inzwischen fast vollständig in Luft aufgelöst. Die Finanzierung des laufenden japanischen Staatsdefizits (das immer noch mindestens doppelt so hoch ist wie das in der Eurozone) muss in Zukunft also irgendwie anders sichergestellt werden. Die Bank of Japan hat daher die Weichen auf Abwertung des Yens gestellt. Dadurch soll es mehr Export und weniger Import geben. Gleichzeitig steigen die Importpreise und sorgen für Inflation; in einem Land, das seit 2 Jahrzehnten gegen die Deflation kämpft, dürfte das durchaus erwünscht sein. Dieter Wermuth wirft aber eine andere Lösung in den Raum: Ein Schuldenschnitt. Ob das realistisch ist? Unabhängig davon ein guter Rückblick und Ausblick, der u.a. die schädliche Wirkung der Deflation gut erklärt: Japan erklärt den Währungskrieg « Herdentrieb 3:09 pm • 24 Januar 2013
Unbegrenzte Anleihekäufe. Inflationsziel auf 2% verdoppelt. Mit Vollgas aus der Deflation, scheint die Devise zu sein. Hoffentlich findet die japanische Notenbank auch rechtzeitig vor der nächsten Konjunkturkurve die Bremse wieder … Die japanische Notenbank sieht sich jetzt wie die amerikanische Fed nicht mehr ausschließlich der Preisstabilität verpflichtet, sondern auch dem Wirtschaftswachstum und dem Arbeitsmarkt. Ergo: Lieber etwas mehr Inflation riskieren als noch mal zwei Jahrzehnte Stillstand (die Japan schließlich auch schon hinter sich hat). Interessant wird natürlich, inwieweit das japanische Programm aufgeht. Die Finanzmärkte sind schließlich wesentlich intensiver vernetzt als früher. Über Nullzinsen und Gelddrucken in Japan (oder der Schweiz) finanzieren sich auch Häuslebauer in Süddeutschland, Ungarn oder Island. Die Frage ist also, ob das billige Geld in Japan bleibt und dort seine Wirkung entfaltet, oder ob es ins Ausland abfließt. Die andere Frage stellt sich an der Währungsfront. Beim Ausbruch der Krise vor etwa 5 Jahren wurden die Lockerungsprogramme der Fed als Beginn eines möglichen Währungskriegs gewertet. Dabei würden sich die Länder gegenseitig mit Lockerungsmaßnahmen überbieten, um die eigene Währung zu schwächen. Eine schwache Währung stärkt die internationale Wettbewerbsfähigkeit und kurbelt den Export an. Wenn aber alle gleichzeitig die Notenpressen anwerfen (und das haben die drei großen Währungsräume Dollar und Yen (mehr) und Euro (weniger)), wirkt das nicht mehr. Jeder Währungsraum könnte der Versuchung erlegen, noch mehr zu lockern, um die Währung doch noch zu schwächen. Und dabei den Bogen der Lockerung überspannen. Dann könnte die Währung aber richtig ins Rutschen kommen und die Inflation explodieren. Bisher sind das nur die berühmten an die Wand gemalten Teufel, denn die großen Wechselkurse (Euro-Dollar-Yen) waren doch einigermaßen stabil. Im Wechselkurs Euro-Dollar zum Beispiel lagen in den letzten 12 Monaten nur etwa 10% zwischen Hoch- und Tiefkurs. Das ist eher weniger als in den meisten Jahren zuvor. Trotzdem muss man die Situation beobachten. Alle drei großen Währungsräume, die mehr oder weniger gleichzeitig auf dem Geldgaspedal stehen … Das dürfte die Inflationsangst befeuern (ob zurecht oder nicht, sei dahingestellt) und weiter für negative Realzinsen sorgen. Für Sachwerte (Aktien, Immobilien, Gold) lassen sich allerdings kaum bessere Argumente finden … Inflationsziel von 2 Prozent: Japans Notenbank dreht Geldhahn weit auf - Wirtschaftspolitik - FAZ Update (11:02): Weidmann sieht die Gefahr, was ändern daran kann er wohl nicht: Weidmann warnt vor Währungskrieg - Lost in EUrope Update 2 (11:42): FT Alphaville (nur nach Anmeldung) zitiert einen Analysten, der das ganze wesentlich undramatischer sieht als ich. a) Inflationsziel nahe 2% ist nicht weit weg vom alten Inflationsziel (0 bis 2%) b) 2014 sieht die Bank of Japan jetzt 0,9% Inflation statt 0,8% wie bisher. c) Die neuen Kaufprogramme sollen erst 2014 beginnen. d) Die (bisher angekündigten) Volumina sind nicht sooo groß. Has BoJ policy changed THAT much? | FT Alphaville Originalstatement der BOJ: BOJ: Introduction of the “Price Stability Target” and the “Open-Ended Asset Purchasing Method” (PDF) Update 3 (24.01.13): Der Wirtschaftswurm fragt sich, ob die Nachricht nicht übergewichtet wird. Japan, die Europäische Zentralbank und der Währungskrieg | Wirtschaftswurm 9:04 am • 22 Januar 2013
Woppaah. Das ist ja mehr als Doppelte des Betrags, den die britische Barclays zahlen musste. Entweder war die UBS federführend, oder die UBS macht einfach mehr Umsatz im entsprechenden Bereich (und die UBS ist im Rentenhandel groß), oder die Summe bei der UBS ist größer, weil sie damit weltweit aus dem Schneider ist. Immerhin hat sich die japanische Tochter der UBS für schuldig erklärt. Wirklich interessant, wie sich die Summe bei der UBS erhöht hat. UBS vor 450 Mio. $ Strafe für LIBOR Manipulation. - egghat’s not so micro blog Vor wenigen Tagen wurden 1 Mrd. Dollar herumgerüchtet, jetzt sind es 1,4 Mrd. Dollar. Libor-Skandal: UBS zahlt Milliardenstrafe - Finanzen & Börse - derStandard.at › Wirtschaft Ich habe ein paar Sachen zur LIBOR-Manipulation geschrieben. Insbesondere dieser dürfte sich lohnen, weil er eine Unmenge an weiter führenden Links enthält. Vor allem der Artikel zur “Unmanagebarkeit” der internationalen Bankenkonzerne sei noch einmal wärmstens empfohlen. Ich würde nicht komplett ausschließen wollen, dass trotz der verbreiteten Bereitschaft von Banken in der Dunkelgrauzone Geschäfte zu machen, die Zentrale in Zürich nichts von den Geschäften in Japan wusste. (Vielleicht hat es aber auch einfach niemanden interessiert). Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: The great LIBOR Swindle - Part II Update (09:52): Ein paar Hintergründe bei der NZZ: Schwere UBS-Verfehlungen im Libor-Skandal - NZZ.ch, 19.12.2012 Update 2 (10:03): Die Verteilung ist übrigens wie folgt: 910 Mio. Euro (1,2 Mrd. $) gehen an die US-Aufsicht, knapp 200 Millionen Euro (160 Mio. Pfund) an die britische Aufsicht und 49 Mio. Euro (59 Mio. Schweizer Franken) an die Schweizer Aufsicht. Interessant, dass in Japan (wo angeblich ein Hauptteil der Transaktionen stattgefunden hat, nicht bezahlt wird. Vielleicht ist das da nicht strafbar? (Wenn ja, würde ich verstehen, warum die UBS den Schwerpunkt der Taten dorthin “verschoben” hat …) UBS to pay SFr1.4bn in Libor settlement - FT.com Update 3 (10:47): Weil ich ja immer gerne Informationen direkt von der Quelle verlinke, hier die Originalinformationen der UBS: 8:34 am • 19 Dezember 2012
Der Fall der japanischen Konsumelektronikriesen in einem Chart. Mit minus 80% in den letzten 5 Jahren hätte man sich überdurchschnittlich gut gehalten … Sharp, Panasonic, Sony. Alle fast gleich schlimm. Sharp wurde dazu heute noch herabgestuft. Die Bonität liegt jetzt (nach einer Herabstufung um gleich 6(!) Stufen) tief im Junk (B-). Panasonic meldete am Mittwoch zum zweiten Mal in Folge ein Jahr mit Milliardenverlusten (7-8 Mrd. Dollar Verlust). Das Erschreckendste daran: Egal ob Smartphone, TV, Akku, etc.pp.: Alles steckt tief in den roten Zahlen. Ist das wirklich nur der Währungseffekt, der die japanischen Firmen so tiefrote Zahlen schreiben lässt? Sind es die im Vergleich zu Korea und vor allem China zu hohen Löhne? Oder sind auch hausgemachte Probleme die Ursache? Am Preis kann es eigentlich nicht liegen. Für 125 Euro gibt es bei Samsung auch kein besseres Smartphone zu kaufen als das hier von Sony. Aber wahrscheinlich verkauft Sony das mit Verlust, während Samsung auch bei solchen Preisen noch Geld verdienen kann. (via Sharp blunted, and it’s not alone | FT Alphaville) Update (17:47): Sony und Panasonic werden übrigens an der Börse nur noch gut 11 Milliarden Dollar bewertet. Sharp nur mit etwa 2,2. Apple könnte aus dem Cash (120 Mrd. Dollar) alle drei kaufen und das fünfmal … Update 2 (06.11.12): Panasonic und Sharp fallen heute weiter. Pansonic um 4%, Sharp um mehr als 5%. Panasonic notiert nun auf einem 40-Jahres-Tief .. 4:35 pm • 2 November 2012
Ich hoffe, dass das a) Olympus rettet und b) das nicht das Ende von Micro-Four-Thirds bedeutet. Denn letzteres ist von Panasonic, die zumindest historisch der größte Konkurrent von Sony sind. Und Sony hat im EVIL-Bereich mit den NEX Kameras (APS-C Sensor) bereits eine eigene Linie aufgebaut. Warten wir mal ab … Sony set for $642 million investment in Olympus: sources | Reuters 10:57 am • 28 September 2012
Renditeabstand 30-Jahresanleihen Deutschland vs. Japan. Von fast 4,0 Prozent(punkten) auf weniger als 0,4 Prozent(punkte). Wenn man auf die Performance der Wirtschaft Japans in den letzten 2 Jahrzehnten schaut, sollten wir uns nicht zu viel über derart niedrige Zinsen freuen … (via FT Alphaville » Germany has all but turned Japanese) 4:42 pm • 24 Mai 2012
Das sind zwei Stufen weniger als vorher, wenn man die Bonität in fremder Währung betrachtet; in lokaler Währung gesehen ist es eine Stufe weniger. Der Ausblick bleibt auch nach der Herabstufung negativ. Hauptgrund ist natürlich die extrem hohe Schuldenlast von nun geschätzten 239% des japanischen BIPs (zum Vergleich: Griechenland lag vor dem Schuldenschnitt bei etwa 160%). Vor allem der starke Anstieg seit Beginn der Krise (+61 Prozentpunkt) beunruhigt Fitch. Im Durchschnitt stieg der Schuldenberg nur um 39 Prozentpunkte, in Ländern mit ähnlichen Ratings wie Japan sogar nur um 8 Prozentpunkte. Fitch zweifelt am politischen Sparwillen und fragt sich, woher angesichts der Alterung der Bevölkerung das Wachstum kommen soll. Auf der Habenseite verfügt Japan immer noch über hohe Auslandsvermögen, die laut Fitch bei etwa 80% des BIPs liegen dürften. Außerdem schafft Japan es weiterhin, seine Schulden zu extrem niedrigen Zinsen aufzunehmen. Eine nachhaltige Verbesserung der Bonitätseinschätzung der japanischen Staatsschulden kann es laut Fitch eigentlich nur geben, wenn das Wachstum in Japan stärker wird.
