Trotz des Ausmaßes, den der italienische Wettskandal bisher schon hatte, blieb die absolute Spitze des italienischen Fußballs außen vor. Bis heute.
Bisher gingen die Ermittlungen und Verhaftungen “nur” bis zur ersten Liga und streng genommen nicht einmal das, weil es um den Aufstieg in der erste Liga ging.
Nun aber geht es richtig rund. Heute gab es eine Reihe von Durchsuchungen und Festnahmen, die sich bis hoch in die italienische Nationalmannschaft zogen. Selbst im Trainingslager der italienischen Fußballnationalmannschaft wurde heute ermittelt. Im Fokus dabei der italienische Nationalspieler Domenico Criscito, bei dem heute das Zimmer durchsucht wurde. Kurz darauf flog er aus dem EM-Kader, wobei allerdings ein Zusammenhang mit den Ermittlungen dementiert wurde.
Gegen seinen Nationalmannschaftskollegen Bonucci wurden Ermittlungen aufgenommen. Auch beim Juve-Trainer Conte wurden Durchsuchungen durchgeführt.
Konkreter scheinen die Verdachtsmomente gegen den Teamkollegen von Miroslav Klose Mauri und den Zweitligaspieler Milanetto zu sein. Beide wurden heute verhaftet. Außerdem wurden 5 mutmaßliche Mitglieder eines asiatischen Wettrings in Ungarn verhaftet.
Razzia bei der Squadra Azzurra - Criscito gestrichen - EM - kicker online
Update (29.05.12):
Der italienische Regierungschef Mario Monti hat laut über eine Einstellung des Spielbetriebs der Profiligen nachgedacht. Damit wird er garantiert nicht mehr wieder gewählt. Und letztendlich hat er auch bewiesen, dass Technokratenregierungen keine gute Idee sind. Die haben halt keine Ahnung von den wirklich wichtigen Dingen ;-)
Mario Monti fordert im Wettskandal Stopp des Profifußballs in Italien - SPIEGEL ONLINE
9:52 pm • 28 Mai 2012
Alle wichtigen dabei. Die beiden größten italienischen Banken Unicredit und Intesa Sanpaolo blieben mit A3 aber auf relativ hohem Niveau (beide eine Stufe runter). Die Nummer drei Banca Monti Dei Paschi liegt aber nur noch bei Baa3 (2 Stufen runter), die Nummer 4 Banco Populare ebenfalls bei Baa3 (1 Stufe runter), die Nummer 5 Unione di Banche Italiane auch nur eine Stufe besser bei Ba2 (2 Stufen runter). Einige kleinere Banken sanken sogar um 3, einige wenige sogar um 4 Stufen. *Alle* Banken bleiben auf Ausblick negativ. http://www.zerohedge.com/node/447668 P.S. Die Südtiroler Banken sehr auch nicht mehr so doll aus. Die Südtiroler Sparkasse und die Südtiroler Volksbank liegen mit Ba1 bereits im “Junk” … Und in der Gegend soll ich Urlaub machen? 11:21 pm • 14 Mai 2012
Dass der italienische Fußball von Wettbetrügern und Vorbestraften maßgeblich beeinflusst wird, ist nicht neu. Es ist ja noch nicht allzu lange her, dass der Nun-Wieder-Meister Juve wegen geschobener Spiele in die zweite Liga versetzt wurde. Auch der Wettskandal, der sich bis in die erste Liga hochgefressen hat, war hier einige Male Thema. Ergo: Der italienische Fußball ist korrupt, darüber gibt es keine Diskussion. Die entscheidende Frage ist nur noch, ob sich (nur) im Fußball Italiens das Schlechte des Landes konzentriert oder ob der Fußball nur das Spiegelbild einer durchweg korrupten Gesellschaft ist … 10:14 am • 7 Mai 2012
Ausnahmsweise mal Ruinenporn aus Italien, nicht aus Detroit. Da wurden mal Möbel gefertigt … (via :::denn sie wissen nicht, was sie tun sollen:::) 6:38 pm • 25 April 2012
Die Krise ist zurück. Zweimal hat die EZB die dicke Berta gefeuert, zweimal hat es geholfen. Zweimal aber auch nicht sonderlich lange. Zwar liegen die Renditen in Spanien noch etwas, in Italien deutlich unter den Hochs aus dem November 2011, aber der Trendwende zum negativen ist eindeutig. Die Risikoprämie gemessen an den Preisen für Kreditausfallversicherungen (CDS) zeigen das auch deutlicher. Spanien liegt hier nur noch ganz knapp unter den bisherigen Hochs (gestern wurden auf Twitter bereits neue Rekorde gemeldet, die sehe ich aber bei Bloomberg nicht). Italien hat noch etwas mehr Luft, aber auch hier werden die Marktteilnehmer wieder spürbar nervöser. Heute (im Chart (der große ganz oben) noch nicht sichtbar) schwappte die Zurückhaltung auch nach Deutschland. Gestern kratzte die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe noch im Nachkommabereich am Allzeittief von 1,632% vorbei, weil die Anleger Sicherheit suchten. Heute gab es aber eine sehr schwache Versteigerung, bei der nicht wie geplant Bundesanleihen (10 Jahre Laufzeit, 1,75% Zinsen) im Wert von 5 Milliarden Euro, sondern nur knapp 3,9 Milliarden verkauft werden konnten. Dass bei der Auktion weniger verkauft wird als angeboten wird, ist durchaus üblich und keine besondere Nachricht (wir hatten das Thema schonmal hier). Die Bundesbank hält häufig Anleihen für die spätere Marktpflege zurück. Was aber dieses Mal wirklich überrascht: Das Verhältnis von verkaufter Menge und Geboten der Banken lag nur bei 1,1 (man nennt das Bid-Cover-Ratio). Das ist sehr niedrig! Und dabei ist es eigentlich noch falsch berechnet. Man setzt ja nur Angebot und Nachfrage ins Verhältnis, nimmt dabei aber das verkaufte Angebot, also NACH Abzug der zurückgehaltenen Menge. Man nimmt also das Volumen (knapp 3,9 Mrd. Euro), das verkauft wurde und die Gebote (etwa 4,1 Mrd.) und kommt so auf ein (positives) Verhältnis von 1,1. Auf das wirkliche Angebot von 5 Mrd. wäre das Bid-Cover-Ratio unter 0,8 gewesen. Eine Versteigerung von Bundesanleihen, bei denen weniger Angebote eingingen als verkauft werden sollte? Ich kann mich nicht daran erinnern … (FTD_Wunder hatte mal eine Grafik dazu, ich finde die aber nicht wieder …) Update (14:24): Ich habe die Grafik nicht wiedergefunden, aber immerhin den Datenpunkt aus dem letzten Höhepunkt der Krise im letzten Spätherbst. Auch damals gab es ganz in der Nähe des Renditetiefs der Bundesanleihen eine Versteigerung, bei der das echte Bid-to-Cover-Ratio unter 1 lag (0,94 um genau zu sein). Das war übrigens ein ziemlich guter Zeitpunkt, um auf einen fallenden Bund-Future zu spekulieren … Update 2 (22:19): Hier noch eine Einschätzung des WSJ Deutschland dazu: Europas Banken wird das EZB-Geld knapp - Wallstreetjournal.de 1:33 pm • 11 April 2012
Jetzt wird’s endlich mal konkret. Spieler: Andrea Masiello. Neben Masiello wurden 19 weitere Verdächtige (darunter mehrere Spieler von Bari) verhaftet. Laut Staatsanwalt stehen noch fünf weitere Partien von Bari unter Verdacht. Die gegen Udinese, Bologna und Cesena hält er für “nachgewiesen” geschoben, die gegen Palermo und CFC Genua für verdächtig. Alles nur Einzelfälle? Ich glaube nicht dran … 12:08 pm • 4 April 2012
Ich beginne die Woche mal mit einer positiven Nachricht. Die zwei Die Renditen der zehnjährigen Anleihen sind von über 7 auf jetzt knapp 5% gesunken, die zweijährigen von 7,5% auf weniger als 2%. Damit machen die Banken genau das, was die EZB wollte: Sie kaufen die Staatsanleihen der kritischen Länder. Damit machen die Banken (mit Hilfe der EZB) das, wofür eigentlich mal der EFSF gedacht war. Eigentlich ist der Carry Trade auch zu naheliegend: Zu 1,0% Geld bei der EZB leihen und zu 3, 5 oder 7% wieder in Italien investieren. Am Ende schon krass, wie sehr die EZB den europäischen Politikern die Zügel aus der Hand genommen hat. Der EFSF interessiert eigentlich niemanden mehr … Update (20:39): TeraEuro macht mich darauf aufmerksam, dass es natürlich zwei Giga-Tender waren, nicht Mega-Tender. Wie man am Namen schon merkt, kennt er sich besser mit Mega, Giga und Tera aus als ich ;-) 6:41 pm • 5 März 2012
OK, es ist eine Story bei zerohedge (und da bin ich immer skeptisch), aber sie kam auch bei Bloomberg … Es geht mal wieder um ziemlich seltsame US-Anleihen, die pro Stück einen Nennwert von 1 Milliarden US-Dollar aufweisen sollen. Das gab es 2009 schonmal, damals sollten die angeblich Kennedy Bonds heissen ( siehe Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Zahl des Tages (19.06.09): 0), stellten sich dann aber schnell als gefälscht heraus. Auch wenn damals zuerst 124 Milliarden der beschlagnahmten 134 Milliarden als echt gemeldet wurden. (Mir war am Ende nicht einmal klar, ob es solche Bonds überhaupt gibt bzw. jemals gegeben hat.) Aber Milliarden? Pah! Das sind Summen, damit geben sich doch nur Bundespräsidenten oder anderes niedere Volk ab ;-) Hier geht es um Italien, um die Mama Mafia. Und die denken in anderen Dimensionen … Bei der gemeinsamen Aktion der italienischen Anti-Mafia-Ermittler und der Schweizer Polizei (“Operation Vulcanica”) sind angeblich gefälschte Anleihen im Gesamtwert von 6.000.000.000.000 (6 Billionen) Dollar beschlagnahmt worden. WTF? Das entspricht etwa 60% der aktuell ausstehenden amerikanischen Staatsanleihen! (Insgesamt haben die USA gut 15 Billionen Dollar Schulden, aber nicht alles davon ist in Form von US-Staatsanleihen). Beim letzten Mal sollte das Geld angeblich bei Schweizer Banken eingezahlt werden. Ich konnte mir aber ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass die mit allen Wassern gewaschenen Schweizer Banken auf so einen plumpen Trick reinfallen würden. Da klingt die Erklärung heute (“Zahlung für Plutonium aus nigerianischen Quellen”) noch logischer, egal wie unglaublich seltsam diese Begründung auch sein mag … Aber ich schätze, dass auch dieses Mal die Story einige Updates bekommen wird und am Ende wohl nur wenig von dem heute gemeldeten übrig bleibt … (wie schon in meinem alten Artikel von oben) 4:49 pm • 17 Februar 2012
Mehr gibt’s nicht zu sagen. Eine Zahl für’s Gesamtjahr gibt es nicht. Infos über die Zusammensetzung o.ä. auch nicht. OK, eines dann doch noch: Italien steckt damit (in der technischen Definition) in einer Rezession, da auch das dritte Quartal schon im Minus lag. Zugegeben, bei den Zahlen, die in Italien 2012 noch folgen werden, ist die Frage einer technischen Rezession nicht wichtig. Da folgt noch was, was jeder als Rezession sehen wird … Istat.it - Preliminary estimate of GDP wobei ich mir den Link auch schenken könnte und einfach die gesamte Meldung einstellen könnte: Preliminary estimate of GDP In the fourth quarter of 2011 the seasonally and calendar adjusted, chained volume measure of Gross Domestic Product (GDP) decreased by 0.7 per cent with respect to the third quarter of 2011 and by 0.5 per cent in comparison with the fourth quarter of 2010. Man vergleiche das mit dem zig-Seiter, den die Franzosen heute rausgegeben haben …
Verein (damals): AS Bari (damals erste Liga)
Partie: AS Bari - US Lecce (Saison 2010/11)
Arbeit: Eigentor schießen
Lohn: 250.000 Euro. 

Mega-Giga-Tender der EZB haben die Renditen der italienischen Staatsanleihen (und etwas weniger dramatisch die Renditen der spanischen Staatsanleihen) deutlich in den Keller getrieben.