Da bin ich ja mal gespannt, wer das sein soll. Und wie viel Geld es geben soll.
11:01 am • 25 Mai 2012
Interessanter Einblick eines Top-10-Rezensenten bei Amazon. Thorsten Wiedau war einer der ersten Zehn. Was muss man machen, um das zu schaffen? Etwa dreieinhalbtausend Bücher in 10 Jahren rezensieren. Und was darf man nicht machen? Faire Kritiken schreiben. Sondern möglichst oft 5 Sterne vergeben. Das führt Wiedau aber nicht auf Amazon zurück, sondern auf die Kunden. Diese wollen nämlich keine schlechten Kritiken lesen, wenn sie sich für ein Buch interessieren (bei anderen Produkte hingegen schon). Autoren haben Fans. Wenn das nächste Buch erscheint und darunter steht bereits ein negative Kritik, strafen sie diese oft als “nicht hilfreich” ab. Damit fliegt man dann schnell aus der Liste der Top-Kritiker. Man muss also, wenn man ganz vorne mitspielen will, nicht schreiben, was man selber meint, sondern das, was man denkt, was die Leser hören wollen. Man muss also sein Publikum bedienen. Das erklärt wohl auch den Erfolg von vielen Angeboten im Internet, die immer bullish oder immer bearish sind. Immer pro Gold, immer gegen Aktien sind. Die Leute kommen nicht, um sich eine Meinung zu bilden, sondern um ihre Meinung bestätigt zu sehen … Die Einblicke von Wiedau sind auch deswegen ganz interessant, weil er vermutet, dass sich die Top-Kritiker gegenseitig mobben (mit den nicht hilfreichen Bewertungen …). Krass. Aber der Mensch wird halt schnell asozial, wenn es um ein paar kostenlose Bücher geht … Top-Rezensenten: Man benutzt Amazon und wird benutzt - Feuilleton - FAZ 5:44 pm • 24 Mai 2012
Seine vorherigen Börsengänge: Pandora (Börsengang zu 16$, Kurs jetzt 10), Den Namen Grimes sollte man sich also für die Zukunft merken und vom nächsten IPO unter seiner Führung die Finger lassen … Banker Grimes: Der Mann, der Facebook an die Börse brachte | FTD.de Update (12:08): OK, Grimes hat auch Google an die Börse gebracht. Und wie in der New York Times steht auch LinkedIn und Yandex (Quelle). Das macht die Liste um einiges besser … Bei Google hat er es damals sogar geschafft, die Bookbuildingspanne sogar (deutlich) zu senken, erst 108-135, dann 85-95. Am Ende kam die Aktie zu 85$. (Es war übrigens auch kein “normales” Bookbuildingverfahren, sondern eine Auktion, die Google ganz ursprünglich komplett ohne Bank abwickeln wollte). Update 2 (12:33): Das WSJ Deutschland weist darauf hin, dass natürlich nicht nur die Bank, sondern auch das Unternehmen an den entsprechenden Entscheidungen beteiligt ist: Wie aus dem Facebook-Börsengang ein Debakel wurde - Wallstreetjournal.de 11:43 am • 23 Mai 2012
Die Antwort gibt’s hier live und fortlaufend aktualisiert: The Facebook IPO – US Business News - CNBC Beim IPO Preis von 38$ waren es 19,136 Mrd. Dollar. 5:23 pm • 18 Mai 2012
Facebook.com wechselte für 200.000$ den Besitzer. Das war 2005, gezahlt wurde (auf Wunsch des Verkäufers) in Cash. Das dürfte die schlechteste Entscheidung seines Lebens gewesen sein. Hätte der Vorbesitzer die Domain statt gegen Geld gegen Facebook-Aktien verkauft, wären diese inzwischen zigfach mehr wert. Eine kleine Rechnung: Wenn sich Facebook damals mit 100 Millionen Dollar bewertet hat (Quelle), hätten die 200.000 Dollar 0,2% der Facebook-Anteile entsprochen. Heute wären 0,2% am 100-Milliarden-Dollar-Gorilla Facebook 200 Millionen Dollar wert. Naja, was sind schon 199,8 Millionen Dollar, die man verpasst hat ;-) WAZ Rechercheblog » Blog Archive » facebook.com: Das wohl schlechteste Geschäft im World Wide Web 12:51 pm • 16 Mai 2012
Wow. Man muss nur gar nichts mehr erwarten, dann reichen auch kleine Gewinne … Groupon hat im zweiten Quartal 2 Cent statt wie erwartet 1 Cent je Aktie verdient. Die Aktie sprang bereits vor der Bekanntgabe im normalen Handel 18% auf 11,73 (riecht nach Insiderwissen). Nach der Bekanntgabe der Zahlen legte die Aktie weitere 13% auf mehr als 13,25$ zu, zusammengenommen ein Plus von etwa 34%. Wahrscheinlich begeisterte die Börsianer der Umsatz von 560 Ich glaube weiterhin nicht wirklich and die Geschichte von Groupon, weil ich an der langfristigen Profitabilität zweifle. Ich sehe in diesem Markt mehr als einen Wettbewerber und damit keine hohen Margen. Die müsste Groupon aber erreichen, um den aktuellen Börsenwert zu rechtfertigen. Update (15.05.12) Groupon macht natürlich keine Milliarden-Umsätze, sondern “nur” Millionen … 8:50 am • 15 Mai 2012
Und weist auch auf die Gefahren beim Homebanking hin. Unsere Qualitätspresse braucht für eine solche Zusammenfassung einen Abschnitt (ich hoffe, sie stimmt wenigstens halbwegs) und dann Schwupps kommt den Schwenk hin zu dem Thema, zu dem man anscheinend schon lange mal wieder was sagen wollte: Der Siegeszug des globalen Leitmediums ist nach 15 Jahren noch ohne strafrechtlich brauchbare Regeln. Selbst den Missbrauch des Netzes für schwerstkriminelle Taten – wie die Vergewaltigung von Babys vor laufender Kamera – bremst niemand aus. Täter steuern das Abscheuliche vom Ausland, sie sind nicht zu packen. Internet und Kinderpornografie. Keine strafrechtlich brauchbaren Regeln. Das ist natürlich alles fieser Murks (als wenn es Kinderpornografie nicht schon vor dem Internet gegeben hätte und als wenn es noch nie international abgestimmte Fahndungen und Verhaftungen gegeben hätte). Und was zum Teufel hat das überhaupt mit Hochöfen und Online-Banking zu tun? Weniger Internet für mehr Sicherheit | DerWesten In der Zeitung stand übrigens noch ein Abschnitt mehr, der online komischerweise fehlt. In diesem wurde dazu aufgerufen, seine Überweisungen wieder auf Papier auszufüllen und zur Bank zu bringen. Holzmedienmitarbeiter halt … 5:26 pm • 9 Mai 2012
Aktienkurs so um die 30 Dollar. Das meldet das Wall Street Journal soeben. Dann muss ich doch mal langsam meinen großen Facebook-Bewertungsartikel fertig machen … 9:18 pm • 3 Mai 2012
Besser spät als nie. Früher machte man sich als Firma allerdings VOR dem Börsengang börsenfähig, u.a. durch Stärkung genau in den langweiligen Firmenteilen wie Buchhaltung und Controlling, die naturgemäß in stark wachsenden Startups stiefmütterlich behandelt werden (nicht zuletzt, weil kein Gründer darauf Bock hat). Nun gut, Groupon legt jetzt nach einer Reihe von Peinlichkeiten (eine Auflistung gibt’s hier: Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Groupons Buchführung ist anscheinend ein Desaster …) nach und stärkt endlich diese Sparte, die immerhin die Kommunikation mit den Aktionären maßgeblich bestimmt … Was die Börsianer von der bisherigen Politik von Groupon halten, zeigt sich am besten im Chart: Emissionspreis war 20 Dollar (erhöht von ursprünglich 16). Tjoah, da ist aus meinem Tweet: “Demnächst bei Groupon: 20$ Aktie für 10$ kaufen ;-)” ganz schön schnell Realität geworden … (runden wir die 71 Cent mal einfach weg …) Neue Verwaltungsräte: Groupon will seine Zahlen in Ordnung bringen - Netzwirtschaft - FAZ 11:50 am • 1 Mai 2012
Und die sind nicht schön, zumindest was den deutschen Teil (die ehemalige Citydeals.de der Samwer-Brüder) angeht. Verkaufsziele, die nicht erreichbar sind. 70-Stunden Wochen. Scheinselbstständigkeit. Kündigungswellen. Psychotricks. Versprochene Firmenbeteiligungen werden nicht gehalten. 6 Seiten voll mit Vorwürfen, zu deren Wahrheitsgehalt ich natürlich nichts sagen kann. Auf Seite drei kommen jedoch ein paar Erfahrungen mit den Deals aus Sicht der Händler und Kunden, die ich schon diskutiert habe. Die passen daher ganz gut hierhin. Und die bestätigen die ganze Skepsis, die ich dem Geschäftsmodell gegenüber bisher geäußert habe: a) Die Kunden kommen einmal (mit Coupon) und nie wieder. Die Wiederkaufsquote soll bei einem Prozent liegen. b) Die Margen für den Händler sind desaströs. Der gewährte Rabatt muss hoch sein (unter 50% geht selten was), weitere 50% gehen im Schnitt an Groupon. Dem Händler/Gastronomen/Dienstleister bleiben damit 25%. Das ist natürlich nicht einmal ansatzweise kostendeckend. Vor allem, wenn dann Käufe zum Normalpreis nicht stattfinden (siehe a)) c) Nicht eingelöste Gutscheine gehen an Groupon. Tendenziell bekommt Groupon also mehr Geld als der Händler/Gastronom/Dienstleister. Die Quote der nicht eingelösten Gutscheine soll übrigens über 50(!)% liegen. Was ich allerdings für sehr hoch und damit unglaubwürdig halte. Bei Kuponheften, bei denen ich für 50 Euro in 30 Restaurants billiger essen kann, ist die Einlösequote naturgemäß gering, aber bei Deals, für die ich explizit gezahlt habe? Naja, immerhin würde eine derart niedrige Einlösequote den Verlust der Händler reduzieren … d) Umstrittene Deals. Von Mondpreisen aus berechnete Megarabatte. Deals mit unseriösen Partnern, die dann nicht liefern. e) Die AGBs sind rechtlich fragwürdig. Aber wenn der Händler seine Unterschrift verweigert, streicht Groupon im Zweifelsfall auch die gesamten AGBs durch. Hauptsache der Umsatz kommt … Und wem das alles noch nicht reicht: Seite 6 gibt einen weltweiten Überblick …
Groupon (zu 20, jetzt 12),
Zynga (zu 10, jetzt 7).Mrd. Millionen Dollar mehr als der Gewinn. Der Umsatz lag immerhin fast 6% über den Erwartungen. Das überraschend starke Wachstum wurde vom Ausland getragen, wo sich der Umsatz etwas mehr als verdoppelte. Auch über alle Regionen war das Wachstum mit 89% im Jahresvergleich sehr beeindruckend.
