Das ist deutlich über den Erwartungen und megadeutlich über meinen eigenen (zumindest denen vom letzten Herbst) … Die Rezessionswette kann ich damit endgültig abhaken, wobei für dem Staatsdefizitteil noch die geringe Resthoffnung bleibt, dass Deutschland massiv Geld nach Brüssel bzw. Griechenland schieben muss …
Dass die Abschwächung der europäischen Konjunktur so wenig auf Deutschland durchschlägt, überrascht mich dann doch. Aber die Binnenkonjunktur ist dank des stabilen Arbeitsmarkts und der Lohnerhöhungen weiterhin stabil und das fängt die Einbrüche des Exports nach Südeuropa auf (der Rest der Welt wächst eh stabil …).
8:31 am • 15 Mai 2012
115.000 neue Jobs, deutlich unter den Erwartungen. Geradezu unglaubliche 522.000 Personen wurden aus dem Arbeitsmarkt “entfernt”, sind jetzt also Not In Labor Force (NILF). Krass! Schreibe gleich etwas mehr dazu. http://www.bls.gov/news.release/pdf/empsit.pdf 2:36 pm • 4 Mai 2012
Damit ist die britische Wirtschaft zurück in der Rezession. Zumindest nach der technischen Definition, die da lautet: Zwei Quartal hintereinander, in denen es zu einem Rückgang der Wirtschaftsleistung kam. OK, am Ende ist es Wurscht, ob die Wirtschaft im Zick-Zack-Muster ein Quartal wächst und ein Quartal fällt oder ob sie zwei Quartale etwas fällt und dann wieder wächst. Die letzten 8 Quartale ab 2. Quartal 2010 sehen nun so aus 97,7 98,3 97,9 98,1 98,0 98,6 98,3 98,1 100% ist die Wirtschaftsleistung Großbritanniens im Jahr 2008. Das Tief in der Rezession lag bei 95,3% im zweiten Quartal 2009. Von dort aus ging es vier Quartale nach oben (bis zu 97,7% oben), dann ging es aber nicht mehr wirklich voran. Im Quartalsvergleich legte der Servicesektor um 0,1% zu und trug damit positive 0,1 Prozentpunkte zum BIP bei. Die Produktion sank um 0,4% und drückte das BIP um 0,1 Prozentpunkte, der Bausektor schrumpfte sogar um 3,0% und drückte das BIP um 0,2 Prozentpunkte. Die Landwirtschaft schrumpfte um 1,4%, aber da dieser Sektor in modernen Industrienationen ziemlich unwichtig ist, blieb der Einfluss auf’s BIP bei 0,0 Prozentpunkten. Unterm Strich steht dann das Minus von 0,2% aus der Überschrift. Die Zahlen von heute sind noch eine Vorabschätzung, die können (und werden) sich noch ändern. Vor allem fehlen noch weitere Detailinformationen, z.B. woher das Wachstum im Dienstleistungssektor kam. Diese Aufschlüsselung ist gerade im Fall Großbritanniens spannend, weil in der Vergangenheit das Wachstum fast ausschließlich aus dem Bereich der Finanzdienstleistungen (Banken, Versicherungen, Hedgefonds, Vermögensverwaltungen, …) kam. Wenn man das weiss, weiss man auch, warum sich Großbritannien so gegen die Finanztransaktionssteuer wehrt. Damit würde Großbritannien dem einzigen Sektor, der dem Land noch Wachstum verspricht, Knüppel zwischen die Beine werfen … Ob das langfristig klug ist, sei dahingestellt … Gross Domestic Product: Preliminary Estimate, Q1 2012 Update (15:53): Die aktuelle Rezession in Großbritannien ist tiefer als in der großen Weltwirtschaftskrise in den 30er Jahren. Die Tiefe war ähnlich, die anschließende Erholung war “damals” (schwarz) aber deutlich kräftiger als heute (blaue Kurve). Interessant! FT Alphaville » The UK is back in recession 12:43 pm • 25 April 2012
aber selbst die sehen 0,1% BIP-Plus im ersten Quartal für Deutschland. Danach soll das Wachstum wieder anziehen. Meine Rezessionswette2 kann ich wohl knicken … Auch 2013 sieht das IMK nur 0,7% Plus, was deutlich unter den Schätzungen der anderen Wirtschaftsforschungsinstitute liegt (z.B. IWH 2013 +2,2%). Kein Wunder, ist das IMK doch ein gewerkschaftsnahes Institut. Und dort werden die konjunkturdämpfenden Effekte von Sparprogrammen (egal ob beim Staat oder bei Unternehmen) traditionell stärker gewichtet. Da seht ihr mal, wie gewerkschaftsnah ich erst bin ;-) Konjunkturausblick: Deutsche Wirtschaft leidet unter Europas Sparzwang | FTD.de 10:45 pm • 29 März 2012
Damit sieht es für meine Rezessionswette 2 zunehmend schlechter aus. Dabei ging es ja darum, ob die Wirtschaftsleistung im dritten Quartal 2012 unter der des vierten Quartals 2011 liegt. Die Researchabteilung der Deutschen Bank erwartet nun +0,0% im ersten, +0,2% im zweiten und +0,4% im dritten Quartal. Damit hätte ich Auch beim ersten Teil der Wette, dem Haushaltsminus 2012, ist die Deutsche Bank optimistischer als ich. -1,3% des BIPs erwartet die Deutsche Bank, meine Wette lautet auf -1,5% oder mehr. Die Deutsche Bank geht in ihrer Prognose von einem stabilen Ölpreis aus. Bei einem starken Anstieg könnte das Wirtschaftswachstum etwas gedämpft werden. In der Lohnrunde wird ein Plus von etwa 3% erwartet, was aber im Rahmen läge, denn den Verteilungsspielraum (Inflation+Produktivitätszuwachs) sieht die Deutsche Bank bei circa 2,6%. Recession risk has receded – 2012 GDP forecast now 0.5% 6:25 pm • 27 März 2012
Auch wenn der Einbruch gegenüber dem März 2011 weiterhin dramatisch erscheint, ist es doch das fünfte Monatsplus in Folge. Außerdem ist die Erholung seit dem Tief im Oktober bei 106,5 durchaus signifikant. Die Erholung des Gesamtindikators geht vor allem auf die Einschätzung der Zukunft zurück. Die Meinung zur aktuellen Lage hingegen hat sich seit Oktober kaum verbessert (117,4 vs. 116,8), die Einschätzung der Zukunft ist nun aber wieder viel optimistischer (102,7 vs. 97,2). Das Plus gegenüber dem Vormonat ging übrigens nur auf eine Branche zurück: Den Einzelhandel. Hier stieg die Stimmung so stark, dass der Subindex für den Einzelhandel von 3,7 auf 10,6 anstieg. Großhandel, Bau und Verarbeitendes Gewerbe hingegen verzeichneten leichte Rückgänge. Das beste am März-Wert ist aber, dass er über den Erwartungen der Analysten lag. Man ging eher von einem leichten Rückgang aus, hatte doch der europäische Einkaufsmanagerindex am letzten Donnerstag noch enttäuscht. Dem DAX auf die Sprünge helfen konnte der ifo Index aber nicht, dazu war die Abweichung wohl zu gering. Die deutsche Konjunktur bleibt also robust, für meine Rezessionswette 2 sehe ich (zumindest was den BIP-Teil angeht) langsam schwarz … cesifo: ifo Geschäftsklima Deutschland März 2012 (PDF!) 11:48 am • 26 März 2012
Das sind die Zahlen von der destatis, die etwas anders (nach ILO, für bessere internationale Vergleichbarkeit) berechnet werden. Das sind die Zahlen, die dann auch an internationale Institutionen gehen, z.B. die Weltbank und Eurostat. Die in der Überschrift genannten sind nicht saisonbereinigt, der große Teil des Anstiegs dürfte also auf den normalen Winter- und Nachweihnachtsgeschäftseffekt zurückgehen. Kurz: Der Arbeitsmarkt in Deutschland bleibt stabil. 10:09 am • 29 Februar 2012
Letzte Schätzung: -2,8%. Ich frage mich jetzt natürlich, welche BIP-Schätzung hinter der erst vor wenigen Tagen gesenkten Schätzung des griechischen Haushaltsdefizit steckte? (siehe Dass die ganze Haushaltsplanung für Griechenland … - egghat’s not so micro blog). Sind die 6,7%/BIP (nach 5,4%) Haushaltsdefizit für 2012 nun auch schon wieder hinfällig?!? ekathimerini.com | GDP to shrink by another 4.4 pct 11:26 am • 24 Februar 2012
Damit wurde die Schnellschätzung bestätigt. Auch das Plus für das Gesamtjahr blieb wie zuvor gemeldet bei +3,0%. Das Wachstum kam 2011 vor allem über Investitionen und Dienstleistungen. Bei den Investitionen ragte der Bausektor heraus, der allein 0,6 Prozentpunkte zu den 3,0% Gesamtplus beitrug. Auch der Konsum wuchs weiter stabil. Die Lagerbestände blieben nahezu unverändert, was beruhigend ist, denn hier wird kein Wachstum auf Pump produziert (wie man es in den USA oft beobachten kann). Ebenfalls beruhigend: Das Wachstum hat sich zunehmend ins Inland verlagert. Aus der Differenz zwischen Import und Export kam nur noch ein geringer Beitrag von 0,2 Prozentpunkten. Deutschland wächst also nicht mehr vorrangig über höhere Exporte. 8:44 am • 24 Februar 2012
Etwas weniger als befürchtet (-0,4%), was vor allem auf das überraschende Plus in Frankreich zurückgehen dürfte. Das ist das erste Quartalsminus, das dritte Quartal lag noch mit 0,1% minimal, aber immerhin, im Plus. Das Jahresplus 2011 im Vergleich zum Vorjahr lag bei 1,5%, in der EU27 bei 1,6%. Alle Zahlen sind noch Schnellschätzungen, können sich also noch ändern. Allerdings normalerweise nicht so stark, dass aus dem Minus noch ein Plus wird.
dann verk***t die Wette verloren. (Und es gäbe auch keine Rezession, weil nur das vierte Quartal 2011 im Minus endete und man für eine Rezession zwei aufeinanderfolgende Quartale braucht).