Diesmal: CS Euroreal, ISIN: DE0009805002
Wie zu erwarten war, ist dieser Stunt auch dieses Mal gescheitert.
Wie schon beim SEB Immoinvest (siehe SEB Immoinvest wird abgewickelt. - egghat’s not so micro blog) gab es deutlich mehr Anleger, die ihr Geld zurück haben wollten als der Fonds zwischenzeitlich an Cash generieren konnte (immerhin 30% des Fondsvolumens).
Es gilt weiter das, was die FTD schon damals schrieb:
“Der Immobilienfondsanleger an sich ist in der Regel keiner, der gerne pokert. Doch genau die Pokermentalität war gefragt. […] Die Entscheidung zeigt, was auf Sicherheit bedachte Anleger tun, wenn sie mit einer Entscheidung unter derartiger Unsicherheit konfrontiert werden: Sie flüchten. ”
Der CS Euroreal war einer der größten offenen Immobilienfonds und hat immer 6 Milliarden Euro verwaltet. Nun ist er zu und soll bis 2017 abgewickelt werden.
Ich mache gleich mal ein Update meiner Seite zu den Immobilienfonds:
Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Die geschlossenen Immobilienfonds im Überblick
6:49 pm • 21 Mai 2012
Es war ein Stunt. Die Ausgangslage erinnerte an das Gefangenendilemma. Und es ging nicht gut. Heute hat die SEB ihren seit über zwei Jahren geschlossenen Immobilienfonds Immoinvest wie vor einigen Wochen angekündigt für einen Tag geöffnet. Damit wollte die SEB testen, ob das in der Zwischenzeit geschaffene Liquiditätspolster ausreicht, um die verkaufswilligen Anleger zu bedienen. Es reichte nicht. Daher wird die SEB jetzt alle eingelaufenen Verkaufsorders annulieren und den Fonds abwickeln. Es wird halbjährliche Auszahlungen geben, die Abwicklung soll bis April 2017(!) dauern. Damit hat sich ein weiterer der großen offenen Immobilienfonds (Der Immoinvest war immerhin 6 Milliarden Euro schwer) aus dem Markt verabschiedet. SEB ImmoInvest Anteilinhaber haben entschieden - SEB Asset Management Da kann ich gleich mal meine Immobilienfondsseite ergänzen … Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Die geschlossenen Immobilienfonds im Überblick Update (18:18): Die FTD hat einen schönen Kommentar und erklärt, warum diese “Testöffnung” nicht gutgehen konnte: “Der Immobilienfondsanleger an sich ist in der Regel keiner, der gerne pokert. Doch genau die Pokermentalität war gefragt. […] Die Entscheidung zeigt, was auf Sicherheit bedachte Anleger tun, wenn sie mit einer Entscheidung unter derartiger Unsicherheit konfrontiert werden: Sie flüchten. ” SEB Immoinvest: Öffnung gescheitert, Patient tot | FTD.de 4:02 pm • 7 Mai 2012
Die Schiffscharterraten hängen naturgemäß von zwei Seiten ab: a) Von der Nachfrage b) vom Angebot. Wie es in Märkten halt so üblich ist … Über die Nachfrageseite wird oft nachgedacht, darauf beruht ja auch die Prognosekraft des Baltic Dry für die Weltkonjunktur. Aber die Angebotsseite ist genau so wichtig, wenn auch deutlich schwieriger einzuschätzen. @TeraEuro hat gestern einen interessanten Artikel getweetet, in dem behauptet wird, dass in diesem Jahr Schiffe mit einem Gesamtvolumen von 22,7% der aktuellen Kapazität *aller* Schiffe, die aktuell auf den Weltmeeren rumtuckern, neu auf den Markt kommen sollen. Das Angebot an Schiffen soll also in nur einem Jahr um fast 23% steigen. Das ist natürlich VIEL mehr als die Nachfrage steigt. Selbst bei einem normalstarken Wachstum in China steigt die Nachfrage nicht so schnell. Ein massives Überangebot ist die Folge. Kein Wunder, dass die Preise crashen. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, was das für die Redereien bedeutet. Für die Kreditgeber (die HSH Nordbank ist *dick* in diesem Geschäft drin und hat Milliarden Kredite vergeben). Und für die Schiffsfonds, die sich Besserverdienende gerne als Steuersparmöglichkeit (der große Teil der Einnahmen muss nicht versteuert werden, Stichwort Tonnagesteuer) angeschafft haben. Angesichts der oben genannten Rahmenbedingungen erwarte ich dort viele weitere schlechte Nachrichten. Und es ja nicht so, als hätte es bisher noch keine Pleiten gegeben. Aber das war wohl erst der Anfang … OK, das “Don’t Panik” aus der Überschrift gilt nur für die Konjunktur. Als Schiffsfondseigner könnte ich nicht mehr ruhig schlafen … (siehe dazu auch: Portfolio: Schiffsfonds will eigene Tanker zurückkaufen | FTD.de) 9:37 pm • 31 Januar 2012
… italienische Staatsanleihen! Fantastisch! Schöner Fund im Blicklog, eigentlich von FT Alphaville. Aber so kann ich mal wieder auf das Blicklog verlinken. Es geht um den Lyxor (Société Générale Tochter) ETF iBoxx $ Treasuries 5-7 year. Also einen Fonds, der die Entwicklung des iBoxx Indexes für US-Staatsanleihen mit fünf- bis siebenjähriger Laufzeit nachbilden soll. Der ETF ist (natürlich) keiner aus der Kategorie, die einfach im gleichen Verhältnis wie im Index die entsprechenden Anleihen kauft (sonst dürften ja keine italienischen drin sein) und auch keiner, der per Sampling eine (hoffentlich) repräsentative Auswahl der Papiere aus dem Index kauft. Der Lyxor ist ein Swap-basierter ETF. Er kauft Anleihen+entsprechende Absicherungsgeschäfte, die in den Modellen der Finanzmathematiker am stabilsten mit den Papieren korrelieren, die eigentlich im Fonds stecken müssten. Sprich: Sie sollen sich genau so entwickeln wie ein Papier, bzw. ein Korb von Papieren aus dem Index. Gemacht wird das, weil das preiswerter ist als alle Papiere aus dem Index zu kaufen. Auch lassen sich bestimmte ETFs nur schwierig konstruieren, wenn man wirklich die Papiere alle kaufen müssten. Oft ist der Kauf von etwas “ähnlichem” plus einem passenden Absicherungsgeschäft liquider. Im Fall des Lyxor ETFs besteht die größte Position aus italienischen Staatsanleihen, die mit 18,4% gewichtet sind. Dazu kommt ein Haufen Swaps, mit denen sich Lyxor gegenüber einer Änderung des Unterschieds zwischen der Rendite der US-Anleihen und der italienischen Anleihen absichert. Und Bingo hat man sich eine synthetische US-Anleihe zusammengebastelt. Das Problem ist natürlich, dass der Swap bei einem so dramatischen Verlust wie ihn die italienischen Anleihen gerade verzeichnen müssen, plötzlich ganz schön wertvoll wird. Und dann ist die Frage, ob der Partner, der die Gegenseite des Swap-Geschäfts übernommen hat, diese im Zweifelsfall auszahlen kann. Wenn die Gegenseite z.B. die Dexia (oder die HRE) gewesen wäre, wäre das (ohne Verstaatlichung) nicht passiert. Hier ist es die Société Générale, die nicht unmittelbar bedroht ist. Aber man sieht, wie sich bestimmte Risiken durch das Finanzsystem fressen können. Vor allem aber sieht man, wie unglaublich vernetzt das ganze System ist. Wenn die Banken immer mit dem “Hej, wir haben doch nur 1 Milliarde Nettoexposure” argumentieren, ist das irreführend. Denn im Fall der Pleite ist es eben doch relevant, dass 50 Mrd. Longgeschäften, 49 Mrd. Shortgeschäfte gegenüber stehen. Das berühmte Counterparty Risk halt … Keine Karnevalsscherz: ETF auf US-Staatsanleihen enthält hauptsächlich italienische Anleihen 10:53 am • 11 November 2011
Ich wollte eigentlich die ganzen geschlossen-offenen Immofonds und die Nachrichten auf einer Seite sammeln, so richtig fertig ist das aber nie geworden (Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Die geschlossenen Immobilienfonds im Überblick) … Lange war er geschlossen, jetzt wird er doch abgewickelt. Der AXA Immoselect ist nächste offene Immobilienfonds, der die Wiederöffnung nicht schafft. Deutlich zu viele Anleger hätten signalisiert, dass sie ihre Anteile direkt nach der Öffnung wieder zurückgeben würden, um diese aus der Liquidität von 10% bedienen zu können. In der Folge müssten so viele Immobilien ao schnell verkauft werden, dass man jetzt beschlossen hat, direkt alle zu verkaufen (und in Ruhe) … Warum man in den letzten 23 Monaten aber noch nicht für ausreichende Liquidität gesorgt hat, ist mir unklar. Wenigstens auf 20 oder 30% Liquidität hätte man doch kommen können … Warum sollte es deutlich besser sein, die Immobilien jetzt unter Abwicklungsdruck zu verkaufen als vorher unter Liquiditätsdruck? OK, jetzt in der Abwicklung hat man unter Umständen noch mehr Zeit als die 23 Monate. Was die aktuellen Besitzer aber nicht glücklich machen dürfte, denn die müssen wohl lange auf die komplette Rückzahlung warten und es wird lange unklar bleiben, wie viel Geld denn fließt. Die Börse gibt eine Indikation: Letzter offizieller Rücknahmepreis vor der Schließung war 51,58, der heutige Kurs an den Fondsbörsen liegt bei 30 Euro. Das ist ein heftiger Abschlag, den Antizyklern juckt’s in den Fingern … Branche in der Krise: Aus für offenen Immobilienfonds Axa Immoselect | FTD.de 3:24 pm • 20 Oktober 2011
Ich könnte jetzt einen langen Artikel schreiben und das mit dem unternehmerischen Risiko, Fremdwährungskrediten, etc. pp. erklären, ich finde es aber viel schöner, dass in zwei kleinen Zahlen auszudrücken, die ganz einfach zu verstehen sind: Kaufpreis für einen Tanker 2008: 87.500.000 (87,5 Millionen) Dollar. Erwarteter Verkaufspreis für diesen Tanker 2011: 20.000.000 (20 Millionen) Dollar. Autsch. 77% Verlust in drei Jahren. Da sage noch mal jemand, Aktien würden stark schwanken … (Dass diese Schiffe bei einer solchen Schwankungsanfälligkeit auch noch auf Kredit (also gehebelt) finanziert werden, finde ich ziemlich verantwortungslos …) Die Details zu diesem Zwangsverkauf:
Portfolio: HCI-Anleger vor Verlust in Millionenhöhe | FTD.de 4:09 pm • 6 September 2011
Man kauft den Fonds, der in den letzten x Jahren die beste Performance ablieferte. Das ist die Idee, die die Finanzbranche gerne verkaufen möchte und die sich der Kunde auch gerne verkaufen lässt. Selbst wenn jeder Fondsprospekt eine Formulierung der Art “Wertentwicklungen der Vergangenheit ermöglichen keine Prognose zukünftiger Ergebnisse” enthält. Dabei gibt es keine bessere Möglichkeit unterdurchschnittliche Ergebnisse einzufahren, als das zu kaufen, was in der Vergangenheit gut lief. Aktuellstes Beispiel: Der Legg Mason Capital Management Value Trust unter Fondsmanager Bill Miller, der bis 2005 den S&P Index 13(?) Jahre in Folge schlagen konnte. Morningstar Manager of the Decade konnte sich Miller damals nennen. Danach riss die Serie aber und zwar dramatisch. Als ich zum ersten Mal von Miller hörte, empfahl er 2007 (kurz vor dem Platzen der Immobilienblase und der anschließenden Finanzkrise) Immobilien- und Bankaktien und wirklich gebessert haben sich seine Einschätzungen seitdem nicht. Unter 840 Fonds, die das Analysehaus Lipper in die gleiche Kategorie einsortiert haben, liegt der Legg Mason Value Trust in der 5-Jahres-Wertung auf Platz … 840 … Minus 9% pro Jahr lautet die aktuelle Performancekennzahl … Wenn Börse jetzt einfach wäre, könnte man jetzt den einfachen Tipp geben, doch einfach den schlechtesten Fonds zu kaufen und damit überdurchschnittliche Renditen einzufahren. Das klappt aber leider auch nicht …
4:31 pm • 30 August 2011
Marnavi Splendor: Nix großes, nur 11 Millionen eingezahltes Kapital, aber halt einer aus einer ganzen Reihe von Fonds, die bereits die Grätsche gemacht haben. Außerdem sind Schiffsfonds ein wunderschönes Beispiel dafür, dass hochrentable Anlagen auch in einem Mega-Thema nicht sicher sind. Klar, Globalisierung ist ein solches Mega-Thema. Damit wächst der Bedarf an Transportkapazitäten, auch auf den Weltmeeren. So weit alles logisch auf der Nachfrageseite. Aber damit ist noch lange nicht gesagt, dass das Angebot an Transportkapazitäten nicht noch viel schneller steigen kann … Böse trifft das vor allem die Investments, die 2007 und 2008 abgeschlossen wurden. Damals lagen die Charterraten für Schiffe weit über 10.000 $ pro Tag. Dementsprechend teuer waren die Schiffe und ebenso hoch waren die Einnahmeprognosen (und damit wurde auch aggressiv geplant). Dann kam die große Krise, die Charterraten fielen im Tief sogar unter 700 Dollar und die Prognosen zerplatzen schneller als Seifenblasen. Die anschließende Erholung half dann auch vielen Schiffen nicht mehr und trotz Nachschüssen von Anlegern sterben jetzt viele Fonds, auch weil die Geduld der Investoren und Kreditgeber bei Charterraten von aktuell etwa 1.500 Dollar am Tag aufgebraucht ist. Portfolio: KGAL-Schiffsfonds fährt in die Pleite | FTD.de Update (15:02): Noch ein zum Thema passender Artikel aus der FTD, in der die Aktienkurse der Emittenten von geschlossenen Fonds untersucht werden. Sieht nicht viel besser aus … Portfolio: Enttäuschendes Investment mit geschlossenen Fonds | FTD.de Update 2 (16:19): Noch ein Schiffsfonds-Link. Ärger für Deutsche Bank: Schiffsfonds in großer Not - Fonds ETF - Finanzen - Handelsblatt Diesmal geht es um eine Fonds der Deutschen Bank und Nordcapital, bei dem es schon um mehr Geld geht: 170 Millionen US-Dollar wurden von Anlegern eingesammelt. Interessant auch eine weitere Zahl: Seit 2008 mussten Anleger und Initiatoren von deutschen Schiffsfonds 360 Millionen Euro zur Sanierung der Fonds nachschießen … 12:59 pm • 29 August 2011
Furcht vor Marktverzerrungen: Indien will Gold-ETFs stoppen - Fonds ETF - Finanzen - Handelsblatt 5:24 pm • 4 Mai 2011
Ich hatte den Komplettverkauf aller US-Staatsanleihen durch den größten Rentenfonds der Welt schon verbloggt (Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Oh, Bill Gross sieht US-Staatsschulden aber negativ), nun ist ein Update fällig. Nein, Bill Gross hat den Anteil nicht schon wieder hochgefahren, sondern ist inzwischen sogar Short in US-Anleihen. Im März lag der Anteil im PIMCO Total Return Fonds (236 Mrd. Dollar schwer) bei -3%. Die Cash-Position hat PIMCO von 24% im Februar auf 31% im März erhöht. So langsam muss man die Aussagen von PIMCO “Debt should be a four letter word” ernst nehmen … Zumindest handeln die konsequent … FT Alphaville » Grossly unimpressed: Pimco shorts US treasuries
Auch wenn diese Überlegung richtig sein mag, kann ich mir kaum vorstellen, dass ein Verbot allein in Indien irgendetwas ändern wird. Der Goldmarkt wird wohl kaum aus Indien heraus massiv beeinflusst …