Wenn Hollande seine Reichensteuer einführt.
Ich hatte das Thema ja schon zweimal und werde das nicht nochmal wiederkäuen. Der geneigte Leser schaue hier:
82 Mio. € kostet die französische Liga die Reichensteuer - egghat’s not so micro blog
Wie AS Monaco die französische Liga aufmischen will - egghat’s not so micro blog
Ich lege nur noch mal nach, weil ich gerade über eine Berechnung der Kosten für die Bruttolöhne gestolpert bin, die noch krasser als das ist, was ich bisher angenommen habe. Sie stammt aus einer Sportzeitung (der ich in Steuersachen nicht unbedingt trauen würde), kommt aber im Original von Altexis, einer bekannten Steuerberatungskanzlei.
Danach kostet ein Zlatan Ibrahimovic mit 14 Mio. Nettogehalt den Verein Paris Saint Germain satte 92.884.127 Euro, sobald die Reichensteuer eingeführt wird.
In Monaco hingegen würden dem Verein bei ebenfalls 14 Millionen netto nur 14.051.223 Euro von den Konten abgebucht.
Hmmm, 51.223 vs. 78.884.127 Steuern und Abgaben. Das ist Faktor 1.540(!!!).
Da kann kein Verein in Frankreich (und übrigens auch m Rest der Welt) eine realistische Chance gegen Monaco haben.
Ligue 1 | PSG : Ibrahimovic coûte 93 millions aux Qataris !
(Interessant auch, dass ein französischer Spieler in Monaco mit Bruttokosten von 56,9 Millionen ziemlich genau in der Mitte läge. Die Sonderregel greift also nur bei “richtig” ausländischen Spielern, also Nicht-Franzosen).
(via AS Monaco: Ein Fußballklub, ein reicher Russe, ein Steuerparadies | Sport | ZEIT ONLINE)
11:57 am • 19 Juni 2013
Minus 5,9% im Mai im Vergleich zum Vorjahresmonat. Schlechtester Mai seit 20 Jahren. Die französischen und italienischen Autohersteller verlieren am kräftigsten (jeweils über 10%). Volkswagen verliert 7%, im Konzern (inkl. Audi, Seat und Skoda) aber nur knapp 3%. Mehr Details beim Handelsblatt. 10:51 am • 18 Juni 2013
Direkt bei der Rettung konnte man sehen, wie viel des Geldes überhaupt nie fpr Griechenland gedacht war, sondern für die ausländischen Gläubiger. André Kühnlenz hat das schon damals auseinanderklamüsert: Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Mehr als die Hälfte des 2. Rettungspakets geht an die Banken Die US-Großbank JP Morgan kam in einer Berechnung über die gesamten Rettungspakete sogar zur Erkenntnis, dass nicht einmal 4% des Geldes, das eigentlich “an die Griechen” geflossen ist, im Lande verblieben ist. Die Studie habe ich leider nie in die Hände bekommen … Nur 15 Mrd. der 410 Mrd. Griechenlandhilfen gingen an Griechenland - egghat’s not so micro blog Attac Österreich kommt heute auf einen Anteil von maximal 23% der Rettungssgelder, der in Griechenland verblieben ist. Das wird heute breit durch die Medien gereicht. Als die wahnsinnige Erkenntnis. Aber mal ehrlich: das ist kalter Kaffee. Echt. Trotzdem nicht schlecht, wenn sich das ENDLICH mal rumsprechen würde … Schuldenkrise in Griechenland - An den Menschen vorbei - Wirtschaft - Süddeutsche.de Wir retten nicht die Griechen, sondern die Banken | NachDenkSeiten – Die kritische Website 4:36 pm • 17 Juni 2013
Schöner Artikel in der Wirtschaftswoche. Er wirft nicht nur ein Licht auf die diversen Steueroasen in Europa und der Welt (groß im Kommen Gibraltar), sondern auch einen Blick auf Politik Camerons. Offiziell hat der britische Premier den Steueroasen den Kampf angesagt (den US-Staat Delaware und Irland vergisst er in den Aufzählungen aber regelmäßig), dabei ist Großbritannien selber eine Steueroase (zumindest für manche). Die Körperschaftssteuer soll bis 2015 auf 20% sinken, Gewinne aus Patenten sollen ab 2017 sogar nur noch mit 10% (!) versteuert werden. Damit schafft die britische Regierung ein hohen Anreiz für Konzerne, Patente an britische Tochtergesellschaften zu übertragen und die dadurch entstehenden Gewinne im Vereinigten Königreich zu versteuern. In die Röhre schaut dabei natürlich irgendein anderes Land. Auch die Steuerregeln für reiche Ausländer sind extrem großzügig. Es wird sehr großzügig definiert, wer als Ausländer zählt und falls man als Ausländer gilt, kann man mit einer Flatsteuer seine Steuerschuld in Großbritannien tilgen. Es ist kein Zufall, dass die Luxusimmobilien in London so boomen und neben Abramovic vom FC Chelsea noch einige weitere Megareiche in London wohnen. An Cameron zeigt sich schön, warum die Bekämpfung der Steueroasen so schwierig ist. Statt zusammen gegen die Steueroasen vorzugehen, will lieber jeder selber seine eigene Steueroase sein bzw. haben. Am Ende sind die öffentlichen Aussagen zur Bekämpfung der Steueroasen reine Lippenkenntnisse … Großbritannien: Der scheinheilige David Cameron - Europa - Politik - Wirtschaftswoche 1:53 pm • 17 Juni 2013
Jugendarbeitslosigkeit: 60% (+7,3 gegenüber dem Vorjahr). (mit der üblichen Einschränkung dass die Arbeitslosenquote für Jugendliche die Realität nur eingeschränkt wiederspiegelt, weil große Teile der Altersklasse (Schüler, Studenten, etc. ) aus der Statistik fallen. Siehe Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Arbeitslosenquote - Erwerbsquote - Erwerbslosenquote - Was hilft bei der Beurteilung der Jugendarbeitslosigkeit wirklich?). In der weibliche Hälfte der jüngsten Altersklasse liegt die Arbeitslosenquote sogar bei gut 66%. Die Quartalsstatistiken zum Arbeitsmarktlage in Griechenland gelten als zuverlässiger als die monatlichen; im aktuellen Fall zeichnet die Quartalsstatistik aber das gleiche Bild wie die Monatsstatistiken: Die Arbeitslosenquote steigt weiter und die Geschwindigkeit nimmt bisher noch nicht ab. Nicht einmal ein Silberstreif am Horizont ist zu erkennen … LABOUR FORCE SURVEY 1st Quarter 2013 (PDF) Update (13.06.13): Die Erwerbslosenqoute liegt übrigens bei 17,34%, weil der große Teil der GriechInnen in diesem Alter zur Schule bzw. zur Uni gehen. Ich habe mein Erklärstück mal aktualisiert: 12:15 pm • 13 Juni 2013
“abnehmende fiskalische Risiken”. Ergo: Stabile Steuereinnahmen und niedrigere Gefahr unvorhersehbarer Risiken dank stabiler Konjunktur. Das Haushaltsminus sieht Standard & Poors nach 7%/BIP 2012 auf nun 6%/BIP schrumpfen. 2015 soll es nur noch bei 4% des BIPs liegen (was immer noch über den Maastricht Grenzen läge, die für Euroländer gelten). S&P Upgrades US Outlook From Negative To Stable On “Receding Fiscal Risks” | Zero Hedge (Leider ist die Langversion noch nicht online. Mich hätte die Schätzung des Schuldenstands auch mal interessiert) Update (15:56): Stelle gefunden: “We now see net general government debt as a share of GDP staying broadly stable for the next few years at around 84% Also 84% des BIPs, grob über den Daumen gepeilt ohne größere Veränderungen in den nächsten Jahren. 3:16 pm • 10 Juni 2013
Das ist nur minimal besser als die -5,7% des letzten Quartals 2012. Und eine Abwärtskorrektur der Vorabschätzung von -5,3% von vor 2 Wochen. Wer bisher von “Grecovery” (greek recovery) gesprochen hat, dürfte klar enttäuscht sein. Die Lücke zwischen Importen und Exporten ist etwas weiter geschrumpft. Allerdings geht wie gehabt der Großteil auf einen stärkeren Rückgang der Importe (-7,8%) als auf ein Anziehen der Exporte (-2,6%) zurück. QUARTERLY NATIONAL ACCOUNTS: 1st Quarter 2013 (Provisional) (PDF) Der für Griechenland so wichtige Tourismus ist immer noch schwach: Im Jahresvergleich gingen die Umsätze um 16,9% zurück. Diese Zahl sollte man aber nicht überbewerten, das erste Quartal ist ein unwichtiges. Die Umsätze im 2. QUartal sind etwa doppelt so hoch, im dritten Quartal fast viermal so hoch. Die Entscheidung, ob sich Griechenland in diesem Jahr etwas kräftiger stabilisiert, fällt also erst im Sommer. TURNOVER INDEX IN TOURISM SECTOR: 1st Quarter 2013 (PDF) 12:47 pm • 7 Juni 2013
Die EZB hat bereits 2/3 der LTRO Milliarden wieder eingesammelt. Diese “Longer Term Refinancing Operations” waren hier ja einige Male Thema (auch weil in den Medien immer die brutto zur Verfügung gestellte (hohe) Summe genannt wurde und nicht die (wichtigere) Nettosumme. Diese war halt weniger schlagzeilenträchtig) . Die LTROs dienten zur Refinanzierung der europäischen Banken, als diese im Herbst/Winter 2011/2012 (mal wieder) aufgehört hatten, sich gegenseitig zu finanzieren. Damals kamen insbesondere die Banken in Südeuropa nicht mehr an Kredite von anderen Banken und ihnen drohte daher ein akuter Liquiditätsengpass. Die EZB schritt als “Lender of last resort” ein und versorgte die Banken direkt mit Geld. Und zwar zu einem Festzins (der übrigens sogar automatisch sinkt, wenn der Leitzins sinkt), in unbegrenzter Höhe und mit einer ungewöhnlich langen Kaufzeit (3 Jahre, meistens sind die Geschäfte deutlich kürzer, zum Teil nur einen Tag). Damit sendete die EZB ein klares Signal an die Banken: Holt Euch jetzt Geld und zwar so viel wie ihr im Notfall braucht, dann habt ihr an die Liquiditätsfront für die nächsten drei Jahre Ruhe. Das machten die Banken dann auch und danach entspannte sich die Lage am Interbankengeldmarkt deutlich. In Südeuropa ist die Refinanzierung der Banken zwar immer noch nicht ganz unkritisch, aber für die Mehrzahl der Banken stellt die Refinanzierung kein Problem mehr dar. Im Zuge der LTROs besorgten sich viele Banken *richtig viel* Geld, viel mehr Geld als man zu diesem Zeitpunkt benötigte. Es steckte durch die Zinssenkungsgarantie ja auch kein Risiko darin. Das Geld legten die Banken teilweise sofort wieder bei der EZB an. Was einigermaßen seltsam war, denn für dieses angelegte Geld gab es weniger Zinsen als man für das geliehene bezahlte (eigentlich verdienen die Banken ihr Geld genau anders herum … Billig leihen, teuer verleihen). Somit war im Prinzip klar, dass beide Seiten (Banken und EZB) ein Interesse hatten, die Geschäfte schnell wieder auf das wirklich benötigte Niveau zurückzufahren. Die EZB will die Märkte nicht unnötig mit Geld fluten, die Banken auf der anderen Seite wollen sich nicht mehr Geld leihen, als sie für die Kreditvergabe benötigen. André Kühnlenz hat in seinem Blog Weitwinkelsubjektiv die aktuelle Lage zusammengefasst. Und die ist ganz spannend, denn die EZB und die Banken haben die gesondert zur Verfügung gestellte Geldmenge schon wieder zu zwei Dritteln abgebaut. Von den ursprünglich etwa 800 Milliarden sind nun “nur” noch knapp 300 Milliarden im Umlauf. Alle, die damals angesichts der massiven Geldflutung Angst vor Inflation hatten, dürften inzwischen wieder deutlich ruhiger schlafen (vielleicht ist das auch der Grund hinter dem Goldpreisrückgang?). Die Inflationspanikmacher in einigen Medien sind einfach nur ruhig und weisen leider nicht auf die Entspannung (und auf ihren Irrtum) hin. Was ich mithilfe von Andrés Posting hiermit getan haben möchte :) #LTRO2: 529,5 Mrd. Euro brutto, netto deutlich weniger (272,5 Mrd) - egghat’s not so micro blog (via Adiós, Dicke Bertha! | WeitwinkelSubjektiv) 11:07 am • 31 Mai 2013
(Ist das jetzt kostenlos oder halber Preis?) Update (31.05.13): Auf Twitter gab mir jemand (ich finde es leider nicht wieder, sorry) die Erklärung: Bon Jovi verzichtet auf seinen Teil der Einnahmen, der Veranstalter bekommt das Geld wie geplant. Damit halbiert sich der Verkaufspreis für die Tickets in etwa. 6:59 am • 30 Mai 2013
Eine Jugendarbeitslosigkeit von 50% bedeutet nicht, dass 50% der Jugendlichen (<25 Jahre) arbeitslos sind. Denn es gehen natürlich auch welche zur Schule, zur Uni, zum Wehrdienst, whatever. Wusste ich gar nicht ;) Heute im Spiegel: Jugendarbeitslosigkeit in Spanien: Quote gibt verzerrtes Bild ab - SPIEGEL ONLINE Anno tukmich hier: Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Jugendarbeitslosigkeit in Griechenland bei 50%. Wirklich?