Euro Neuro - Ein Lied über den Euro.
Das ist der Beitrag von Montenegro zum European Song Contest.
Das Lied soll wohl pro-Euro sein …
Das Dingen ist aber so schlecht, dass es trotz der Hilfe der Ex-Jugo-Staaten (wo der “Sänger” bekannt ist), nicht für’s Finale reichte …
(via Montenegrin singers and poets: A literary awakening in Montenegro | The Economist)
6:56 pm • 23 Mai 2012
Wunderbare und exakte Analyse der billigen (und nicht zu sagen billigsten) statistischen Tricks, die Sarrazin bei seiner “Analyse” zu Deutschland und dem Euro anwendet. Ein Beispiel: Man vergleicht das durchschnittliche Wachstum der Länder in der Eurozone mit dem durchschnittliche Wachstum der Länder in Europa, die nicht in der Eurozone sind. Sieht auf den ersten Blick plausibel aus. Das große Problem ist aber, dass die Länder ohne Euro v.a. im Osten liegen und das Pro-Kopf-BIP dort VIEL niedriger ist als im EU-Durchschnitt. Die Länder mit niedrigem BIP können aber naturgemäß schneller wachsen als Länder mit hohem BIP. Und das tun sie auch, wenn zwischen ihnen (wie innerhalb der EU) freier Warenverkehr möglich ist. Wenn Sarrazin die Statistik sauber gemacht hätte, hätte er die Länder mit BIP pro Kopf “normalisiert”, also an eine Achse der Grafik BIP-Wachstum, auf die andere BIP pro Kopf und Euro drin/draussen über die Farbe des Punkts gekennzeichnet. Dann hätte er schnell festgestellt, dass der Zusammenhang ein ganz anderer ist. Und dass Dänemark oder Schweden oder Großbritannien nicht wirklich schneller wachsen als Deutschland, die Niederlande oder Österreich. Habe leider keine Zeit mehr zu schreiben, aber das der von Heusinger im Herdentrieb eh schon alles getan: So trickst Sarrazin « Herdentrieb Lesebefehl! 4:24 pm • 23 Mai 2012
Beginnt so ab Minute 15. Da werden erst kurz die Thesen von Sarazzin vorgestellt, danach gibt es etwa 6 Minuten Interview mit dem (Noch)-Chefvolkswirt der Deutschen Bank Thomas Mayer. Wer sich nicht das übliche Talkshowgeplapper und -durcheinandergeschreie antun will, findet hier ein ganz gute Übersicht inkl. Replik. Wobei Mayer Sarrazin nicht verreisst, sondern betont nüchtern einordnet (IMHO kommt Sarrazin zu gut bei solch nüchterner Betrachtung weg). Und wieso Miosga Mayer nicht EXAKT zu all den Thesen fragt, die vorher aufgestellt werden, ist mir auch unklar. Die Fragen sind (zumindest teilweise) unklarer als die Thesen. ARD Mediathek: tagesthemen 22:15 Uhr, 21.05.2012 | Das Erste (man kann das scheinbar weder embedden, noch direkt zur passenden Minute verlinken. ARD …) 11:50 am • 22 Mai 2012
… ist auch keine gute Idee, zumindest wenn man damit den Euro retten will … Die “radikale Linke” SYRIZA hat seit den Wahlen noch einmal satte 11 Prozentpunkte zugelegt und liegt jetzt bei fast 28%. Die konservative ND legt leicht zu und kommt auf gut 20%, die sozialistische PASOK nur noch auf knapp 13%. Die rechte “Unabhängigen Griechen” etwa 10%, die kommunistische KKE 7%, die Nazi sacken auf etwa 5% ab. Bei den Stimmanteilen der beiden einzigen eurofreundlichen Parteien hat sich gar nicht so viel getan, aber da die ND den 50-Sitze-Bonus, den die stärkste Partei bekommt, an die SYRIZA verloren hat, sind die beiden eurofreundlichen Parteien weiter von einer Regierung entfernt als je zuvor. Die SYRIZA bekäme 128 Sitze (151 sind die Mehrheit), die ND 57 und PASOK 36. Hmmm, Neuwahlen sind also auch ne Schrottidee … Alpha TV - Erster Macht SYRIZA laut einer neuen Umfrage 8:51 pm • 10 Mai 2012
Neue 10jährige griechische Staatsanleihe rentiert schon wieder mit mehr als 20%. Kurz nach dem Launch waren es 18,5%, ein paar Tage später am (bisherigen?) Tief 17,5%. Eigentlich sollten die neuen Anleihen, die aus dem Umtausch stammen, doch sicher sein, weil man bereits umgeschuldet und Griechenland seine Schuldenlast jetzt nachhaltig reduziert hat, oder? Nun ja, die Marktteilnehmer sehen das offensichtlich anders. Die preisen bereits die nächste Umschuldung ein. Und zwar auch einen ziemlich fixen und tiefen, denn den vollen Einsatz hätte man bei den aktuellen Kursen bereits nach 5 Jahren über die Zinsen wieder eingesammelt … Mit CDS abgleichen kann ich die Rendite nicht, weil neue CDS noch nicht gehandelt werden (oder habe ich was übersehen?). Ich finde adhoc nicht, wie man aus den Risikoaufschlägen die Ausfallwahrscheinlichkeit (und darüber die CDS ausrechnet). Aber die Kreditausfallversicherungen dürften schon wieder in der Größenordnung von 1.000 Punkten oder höher notieren (wenn es denn welche gäbe) … 2:19 pm • 23 März 2012
Die ging so: Ehemalige Mitarbeiter der griechischen Statistikbehörde haben irgendwann angefangen zu behaupten, dass hinter der Erhöhung der Defizite Rechenfehler stecken würden. Zur Erinnerung: Das ganze Desaster in Griechenland begann damit, dass sich die ursprünglichen Meldungen eines Haushaltsdefizits von 6 bis 7 Prozent des BIPs als gefälscht herausstellten und es am Ende über 15% wurden. Die ehemaligen Mitarbeiter behaupteten nun, dass die höheren Werte, die am Ende gemeldet wurden, zu hoch seien. Der richtige Wert wäre eher bei 12,5%, für die 15% wäre alles in die negative Richtung interpretiert worden. In Verschwörungstheorien geübte Kommentatoren bauten daraus natürlich schnell eine passende Verschwörungstheorie: Griechenland meldet - gesteuert von neoliberalen Illuminaten (oder so) - zu hohe Defizitwerte, um das Land mit neoliberalen Reformen knechten zu können. Ob nun 15 oder 12% dürfte im Nachhinein herzlich egal gewesen sein. Entscheidend ist viel mehr, dass das Defizit auch in den Jahren zuvor zu niedrig gemeldet wurde und noch mehr, dass auch heute - nach drei Jahren Extremsparen - das Haushaltsdefizit kaum niedriger liegt. 11:17 am • 9 März 2012
wegen der Herabstufung auf D durch S&P gestern Abend (Jetzt ist es offiziell: GrieSDenland im Default - egghat’s not so micro blog). Aber: Don’t Panic! Das ist alles erwartet und vorbereitet. Für die Banken, denen jetzt keine Sicherheiten mehr zur Verfügung stehen und daher kein neues Geld bei der EZB bekommen (betrifft wohl nur griechische Banken), wurden Notprogramme bei den jeweiligen nationalen Notenbanken eingerichtet. Damit ist die Liquiditätsversorgung der Banken auch jetzt noch sichergestellt (normalerweise würden sie mangels ausreichender Sicherheiten kein Geld mehr bei der EZB bekommen). Mittelfristig ist im Rettungspaket II ein Haufen Geld für die Rekapitalisierung der griechischen Banken vorgesehen. Und das ist auch dringend nötig, denn defakto wären die griechischen Banken spätestens seit der heutigen Entscheidung der EZB defakto (sprich unter normalen Bedingungen) insolvent. Das ganze (Wir akzeptieren die Griechenbonds nicht mehr, stellen aber trotzdem Geld zur Verfügung) ist natürlich eine politische, also tendenziell bekloppte Lösung. Denn die EZB will aus Prinzip keine Anleihen mit einem Default Rating als Sicherheit akzeptieren. Sie kann aber die griechischen Banken auch nicht alle Pleitegehen lassen, also sichert sie die Geldversorgung über den Umweg der nationalen Notenbanken. So hat sie ihr Gesicht gewahrt (wichtig, im politischen Geschäft), und das Finanzsystem bleibt stabil (naja, was man heutzutage stabil nennt …). Wahrscheinlich haben das Auskaspern und die Verhandlungen über diesen Umweg länger gedauert als die prinzipielle Zustimmung. ECB: Eligibility of Greek bonds used as collateral in Eurosystem monetary policy operations 9:39 am • 28 Februar 2012
Noch höher als die letzte Schätzung von 8,0% vom Ende des Jahres 2011 (Spanien spart und spart und es nützt doch nichts - egghat’s not so micro blog), die allerdings nicht wirklich überraschen kommt (Spanien: Haushaltsdefizit 2011 > 8,0% - egghat’s not so micro blog). Damit sind die Sparbemühungen ziemlich verpufft. Trotz aller Anstrengungen und Sparbemühungen ist das Defizit von 9,6% des BIPs (2010) nur auf 8,5% gesunken. Und jetzt kommt ein Jahr, in dem das BIP nicht mehr wachsen wird. Das macht die Senkung der Neuverschuldung natürlich noch viel schwieriger. Es waren mal 4,4%/BIP für 2012 geplant … Inzwischen total utopisch. Der Großteil der Verfehlung kam übrigens aus den Regionen, die fast 3%/BIP Minus einfuhren statt wie geschätzt 1,3%. Der Zentralstaat war mit 0,3 Prozentpunkten vglw. harmlos. Spain Misses 2011 Budget Target by Wider Than Estimated Margin - Bloomberg Defizitkrise: Spanien rutscht immer tiefer ins Minus | FTD.de 11:41 pm • 27 Februar 2012
Hat die Sueddeutsche diese Falschnachricht (“Griechen danken Europa”) wirklich unkorrigiert gelassen? OK, die Griechen auf dem Foto haben sich wirklich bedankt, aber nicht für die Hilfe durch den Schuldenschnitt und das zweite Rettungspaket, sondern für die Unterstützung der Proteste und Streiks GEGEN die Sparmaßnahmen aus diesem Rettungspaket. Also genau anders herum … (via Medien-Lügen: Die Süddeutsche schwindelt uns dankbare Griechen herbei) Update (13:18): OK, es gibt eine Entschuldigung/Richtigstellung: Auf Facebook. Ob das der angemessene Platz ist? Wieso tun sich deutsche Presseorgane mit Korrekturen immer noch so schwer? In der angelsächsischen (Qualitäts-)Presse ist das total normal … Update 2 (27.02.12): Süddeutsche korrigiert Fehldarstellung (siehe Hat… - egghat’s not so micro blog