Der Zins auf die Marginal Lending Facility sinkt sogar um 0,5 auf 1,0%. Das ist der “Notfallzinssatz”, zu dem sich die Banken über Nacht Geld bei der EZB leihen können (normalerweise regeln die Banken das untereinander).
Der Zins für Über-Nacht-Einlagen bei der EZB bleibt unverändert, aber bei 0,0% war da auch nichts mehr zu senken …
Alle Zinssätze sind die niedrigsten aller Zeiten.
Insgesamt so erwartet, dass das Ausbleiben einer Senkung wohl für mehr Bewegung gesorgt hätte. Im DAX tat sich fast gar nichts, der Euro notierte etwas einen halben Cent niedriger, aber davon holte er auch schon wieder etwa die Hälfte auf.
ECB: Monetary policy decisions
2:51 pm • 2 Mai 2013
Der Bitcoin Crash Chart von heute. Update: Unten noch einen Tageschart ergänzt. Trotz der wahnsinnigen Spanne von 82 Euro im Tagestief und 203 im Tageshoch war das gerade einmal die Spanne der letzten acht Tage … 11:20 pm • 10 April 2013
Das mag überraschen, wenn man China für *die* aufstrebende Wirtschaftsregion auf diesem Planeten hält. Fitch hingegen sieht Gefahren aus der hohen Verschuldung im Lande. Daher wurde das Rating in der lokalen Währung um eine Stufe auf A+ gesenkt. Damit ist dieses Rating jetzt nur noch auf dem Niveau wie das Rating für Chinaanleihen in Fremdwährung. Fitch schätzt die Verschuldung auf fast 200% des BIPs, was sich in den offiziellen Zahlen überhaupt nicht widerspiegelt. Aber das chinesisches Schattenbanksystem soll riesig sein und in bestimmten Regionen soll nahezu die komplette Immobilienfinanzierung nicht über offizielle Banken erfolgen. Leider alles sehr sehr intransparent und kaum beurteilbar. Das bewegt die Märkte: Fitch warnt vor Chinas Schattenbanken • format.at 11:35 am • 10 April 2013
Dagegen sind die Operationen, die die EZB in Europa gemacht hat, ein Witz, und selbst die der Fed in den USA wirken auf einmal klein, okay vergleichbar… Die Bank of Japan hat gestern angekündigt, die “monetäre Basis” bis Ende 2014 zu verdoppeln. Es geht um die am engsten gefasste Geldmenge M0, die vereinfacht gesagt der Teil der Geldmenge ist, den eine Notenbank direkt beeinflussen kann. Ohne dass irgendeine Geschäftsbank irgendeinen Kredit vergeben muss (was die Geldmenge dann weiter vergrößert). Da Japan in einer Deflation steckt, die die Schulden immer weiter steigen lässt, setzt die BoJ jetzt alles auf eine Karte. Sie kauft weiter japanische Staatsanleihen auf (jetzt über nahezu alle Laufzeiten) und pumpt somit jede Menge Bargeld in den Finanzsektor und hoffentlich auch in die normale Wirtschaft. Als Nebenwirkung (oder Hauptwirkung?) werden die Zinsen auf Staatsanleihen erst einmal weiter fallen (wenn die Inflationsängste nicht überhand nehmen) und der Yen wird weiter fallen. Damit soll auch der japanische Export angefeuert werden. Die Inflation soll steigen, die Haushalte weniger sparen und mehr konsumieren. Damit endlich die mehr als zwei Jahrzehnte währende Deflation beendet wird. So der Plan. Die USA haben ihre Geldmenge M0 Ende 2009 durch Aufkäufe von allen möglichen Anleihen auch massiv erhöht. In einem Quartal gab es Ende 2009 eine Verdopplung, auch seitdem ging es kräftig weiter nach oben (aktuell insgesamt etwa Faktor 3,5). Zu Inflation hat das (bisher?) nicht geführt, allerdings ist die Inflation auch nicht gesunken und die USA in eine Deflation gefallen (was viele befürchteten, nachdem die Immobilien-Kreditblase geplatzt ist). Mal schauen, wie sich das in Japan entwickelt. Es ist auf jeden Fall ein großes Experiment - nach den USA das zweite … Update (05.04.2013): Die Märkte zeigten die erwarteten Reaktionen. Aktien rauf, Yen und Zinsen runter. Wobei der erste Ausschlag zum Auftakt des Handels deutlich größer war als das was am Ende übrig blieb. Börse Tokio: Kursfeuerwerk in Japan - Börse Märkte - Finanzen - Handelsblatt Ein Hinweis vielleicht noch zum Einfluss auf Deutschland: Es wird hierzulande immer viel auf den Dollarkurs geschaut, was nicht verwunderlich ist, denn das ist nunmal die Leitwährung. Allerdings ist für große Teile der deutschen Industrie (Auto/Maschinenbau) der Wechselkurs zum Yen ebenfalls sehr wichtig (wenn nicht gar wichtiger), weil viele direkte Konkurrenten in Japan sitzen. Bei vielen Spezialnischenanbietern gibt es oft nur zwei oder drei Anbieter neben dem deutschen und in solchen Konstellationen kann man fast sicher darauf wetten, dass einer davon aus Japan kommt. 8:30 am • 5 April 2013
Merke: Wenn sich irgendwas (Schiff, Immobilie, whatever) nicht rechnet, geht man nicht hin und verlässt den Zielwährungsraum und finanziert das in einer anderen Währung mit niedrigeren Zinsen, wenn man das Währungsrisiko nicht absichern kann. Konkret: Man finanziert eine Immobilie in Großbritannien in Pfund, zumindest überwiegend. Alles andere ist Harakiri! OK, das wird dem kleinen Immobilienkäufer beigebracht (auch wenn das am Ende oft nicht durchgehalten wird …), aber ehemals stockkonservative Immobilienkonzerne wie die IVG halten sich nicht daran. Die beteiligen sich an einem Londoner Hochhaus (die “Gurke”) und finanzieren den Kram in Schweizer Franken. Weil der Zins ja so schön niedrig ist. Dann steigt der Schweizer Franken “plötzlich” und auf einmal ist der Kredit so hoch wie der Wert der Immobilie. Und dann hat man ein Problem. Wie jetzt die IVG … Und die Anleger, die sich an dem entsprechenden Fonds beteiligt haben … Naja, selbst Schuld kann ich da nur sagen. Das Fremdwährungsrisiko ist jedem bekannt, wer das freiwillig auf sich nimmt, darf sich nicht beschweren, wenn er am Ende bluten muss. Immobilienkonzern: IVG hat Ärger mit Londoner „Gurke“ - Immobilien - Finanzen - Handelsblatt 8:30 am • 23 März 2013
Diesmal: fallender Yen. So’n kleiner Währungskrieg ist für die Hedgefonds immer ein gefundenes Fressen. Einbrechender Kurs mit Ankündigung? Was gibt es Schöneres für Spekulanten? Die Milliarde ist übrigens nicht bestätigt, aber wenn das WSJ das berichtet, stimmt es. Nachrichten aus der Finanzbranche können die ja gut (im Gegensatz zu Nachrichten aus der Apple-Gerüchteküche … hehe … konnte ich mir nicht verkneifen) Hedgefonds-Legende Soros wettet gegen den Yen - Wallstreetjournal.de 2:28 pm • 14 Februar 2013
Das ist natürlich ein toller Anlass für (teilweise ziemlich) wilde Spekulationen … So wie 2009, als Facebook seine virtuelle Währung Facebook Credits eingeführt hat. Diese sah am Anfang auch ziemlich erfolgsversprechend aus, floppte aber, u.a. weil die Spielehersteller die “Fremdwährung” nicht annahmen und andere E-Commerce Aktivitäten auf Facebook noch Mangelware sind. Wenn aber irgendjemand ausreichend E-Commerce Aktivitäten vorzuweisen hat, ist es sicherlich Amazon. In den Artikeln über die neue virtuelle Währung wird viel darüber diskutiert, was man bei Amazon mit der neuen Währung bezahlen können wird. Musik und Filme werden dabei oft genannt. Amazon Coins werden also eher für kleinere Geldbeträge genutzt werden. Ich könnte mir aber vorstellen, dass Amazon noch kleinere Beträge im Sinn hat, da diese - auch von Amazon - im Moment nicht effizient abgewickelt werden können. Im Internet können immer noch keine Produkte für wenige Cent verkauft werden. Sowohl eine Abbuchung wie eine Kreditkartenzahlung sind für solche Beträge zu teuer. Die einzige Lösung für Mikropayment: Es muss ein virtuelles Konto geben, auf dem eine Zahlung von wenigen Cent nur ein Update in einer Datenbank ist. Sprich: Alles passiert in den Computer von Amazon und nur selten sind traditionelle Geldtransfers von bzw. auf ein(em) Konto nötig. So wie es die ebay-Tochter Paypal heute auch schon macht. Der Markt dafür ist riesig, gerade weil im digitalen Zeitalter der Zwang zur Bündelung entfällt. Einzelne Lieder lassen sich verkaufen, genauso wie einzelne Artikel oder kurze Bücher. Die Pflicht, noch 8 weitere Songs aufzunehmen, um ein Album vollzubekommen, oder das Buch auf 150 Seiten aufzublähen, fällt weg. Der Verkauf von kleineren Einheiten macht Sinn, nur fehlt das passende Zahlungsmittel noch. Mal schauen, in welche Richtung Amazon geht. Ob Amazon das für Dritte öffnet und wenn ja, wie die Gebührenstruktur aussieht. Aber erst einmal muss sich die neue Währung etablieren. Amazon erfüllt auf jeden Fall die wichtigsten Voraussetzungen: Ausreichend viele Kunden, ausreichend viel E-Commerce-Know-How und auch genügend Ahnung von IT. Amazon setzt auf den Spielgeld-Effekt | Technology Review 11:32 am • 12 Februar 2013
und Richtung Parität fallen. Große Teile Europas (genauer der Eurozone) brauchen eine schwache Währung und die EZB wird dafür sorgen, dass diese auch kommt. Damit wäre der Währungskrieg eröffnet und die bisher noch relativ zurückhaltende EZB würde ähnlich stark mit dem Gelddrucken beginnen wie die USA und Japan. Reneker (CSO) vermeidet zwar den Begriff Währungskrieg, IMHO wäre es aber einer. Den Aufstieg des Dollars führt Reneker übrigens auf die neu gewonnene Unabhängigkeit der USA von ausländischem Öl zurück. Durch die Erschließung eigener Energiequellen (Stichwort Fracking), verbessert sich die Handelsbilanz der USA massiv. Weniger Ölimporte auf der einen Seite, mehr billige (eigene) Energie auf der anderen, was übrigens auch für mehr Industrie sorgen wird. Interessant, dass Redeker glaubt, dass China in 5 Jahren China zu einem Defizitland werden wird. Also der Exportweltmeister zu einem Land mit einem Handelsbilanzdefizit wird (und in diesem Moment auch die Währung frei geben wird). Leider gibt es dazu keine genauere Erläuterung, einfach nur behauptet erscheint mir das ziemlich unplausibel … 4:56 pm • 23 Januar 2013
Danach läge die Hälfte des deutschen Golds in Frankfurt (aktuell 31%). Etwas mehr als die Hälfte der Rückholmenge kommt aus Paris, wo 2021 gar kein deutsches Gold mehr gelagert wäre. Die andere Hälfte kommt aus New York, wodurch die Lagermenge in den Tresoren der Fed von 45 auf 37% schrumpft. Die 13% in London bleiben unangetastet. 1:48 pm • 16 Januar 2013
Jetzt tut bitte mal überrascht ;-) Die Politiker in den USA hatten auch am Ende des Jahres 2012 nicht den Mut, die Regierung der wichtigsten Volkswirtschaft der Welt zahlungsunfähig werden zu lassen. Warum wohl? Weil kein Politiker für die unkalkulierbaren Folgen die Verantwortung übernehmen will und kann. Also wird es in solchen Situationen immer eine Einigung geben. Und fast immer in letzter Sekunde. Die alten Steuererleichterungen gelten weiter (wollten die Republikaner), die Steuererhöhungen für Besserverdienende (wollte Obama) kommen, aber nicht ab 250.000$ Jahreseinkommen, sondern erst ab 450.000$. Die eigentlich wegen der Defizitobergrenze fälligen Ausgabenkürzungen über alle Bereiche werden für 2 Monate ausgesetzt, um gezielter sparen zu können. Als wenn man bisher noch nicht genug Zeit gehabt hätte … US-Kongress: Obama wirbt bei Republikanern für Haushaltskompromiss | Politik | ZEIT ONLINE Dieter Wermuth bringt im Herdentrieb eine ziemlich interessante Gegenmeinung: Lasst sie doch von der Klippe springen! « Herdentrieb Er zitiert Jeffrey Sachs, der auf die viel zu niedrigen Steuereinnahmen der USA im Vergleich zu Europa hinweist. Die Sparbemühungen der Republikaner in den USA würden die Staatsausgaben der USA noch weiter drücken. Auf ein Niveau, auf dem sinnvolle Investitionen nicht mehr getätigt werden könnten. Staatsquote in den USA: 40,4% des BIPs, in Euroland 49,5% (D: 45,2%) Steuereinnahmen in den USA: 32,0%, in Euroland 46,2% (D: 45,0%) Haushaltsdefizit in den USA: 8,5% des BIPs, in Euroland 3,3% (D: 0,2%, ESP: 8,0%) Staatsschulden in den USA: 109,6%, Euroland 92,9% (D: 81,7%, ESP 86,1%) Kurz: Die USA sehen auf vielen Gebieten deutlich schlechter aus als Europa. Dass sich die USA diese Finanzpolitik leisten können, liegt nur an der Position des Dollars als Weltreservewährung Nummer eins. Auf Platz zwei kommt übrigens niemand. Und danach irgendwann der Euro … Update (21:04): Die FAZ meldet übrigens 400.000 Dollar Einkommensgrenze. Fiskalklippe: Ein nachweihnachtliches Klippenspiel - Ausland - FAZ Und Stephan Dörner erwähnt auf Twitter eine interessant-beknackte Erklärung von CNN, warum die Republikaner jetzt (also nach dem 31.12) zustimmen können: Vom jetzt seit Jahresanfang geltendem hohen Niveau ist das neue Kompromiss-Steuerniveau eine Senkung, am 31.12 wäre es noch eine Erhöhung gewesen (also nicht akzeptabel). Und das ist als Begründung soooo bescheuert, dass ich das sofort glaube.
