Mit EU-Subventionen geförderte Skipisten auf Bornholm(!!!). Wer mal dort war, weiss sofort, warum ich da drei Ausrufungszeichen hingesetzt habe …
100.000 Euro Subventionen gab es damals beim Bau (im ersten “Winter” lief der Lift satte 1,5 Tage(!!!)). Und wegen des grandiosen Erfolgs im letzten Megawinter (30 Tage Liftbetrieb) schießt die EU jetzt nochmal 33.000 Euro nach. Für die Modernisierung der Anlagen …
Plonk.
(In diesem Winter war der Lift übrigens noch keinen einzigen Tag an …)
9:21 pm • 15 Januar 2012
Wollt den Kommentar eigentlich beim Wirtschaftswunder hinterlassen, aber grr fluch, daher hier. Zuerst ein Link zum Artikel. Darin wird beschrieben, wie der Wirtschaftsnobelpreisträger die hohe Erwerbstätigenquote der USA lobt und als Vorbild für Europa preist. Er führt einen Teil der höheren Erwerbstätigenquote auf eine höhere Bereitschaft der Amerikaner zurück, Dienstleistungen outzusourcen und einzukaufen. Sei es Einkauf, sei es die Erziehung von Kindern. An dieser Stelle habe ich keine grundsätzlichen Einwände, das ist ein eher psychologisches Moment, das ich nicht beurteilen kann, das aber durchaus plausibel klingt. Schon eher Einwände habe ich beim Argument, dass die niedrigen Steuern in den USA für eine höhere Erwerbstätigenquote sorgen. Denn dabei muss man bedenken, das die Einkommen in den USA das Überleben im Niedriglohnsektor kaum als Vorbild dienen können … Sie reichen schließlich nicht einmal für so grundlegende DInge wie eine Krankenversicherung aus… Klar, es gibt den Zusammenhang zwischen Brutto- und Nettolohn und der Erwerbstätigenquote. Man kauft halt mehr Dienstleistungen ein, wenn diese (wegen niedriger Lohnnebenkosten und Steuern) günstig sind und einem selber mehr bleibt (aus dem selben Grund). Am einfachsten kann man das fassen, wenn man sich anschaut, wie viele Stunden ein Arbeiter arbeiten muss, um selber eine Stunde Arbeit einzukaufen. Eine Handwerkerstunde kostet mich als Nachfrager grob 40 Euro, der Schreiner selber bekommt aber nur gut 13 Euro die Stunde. Davon gehen noch Steuern und Sozialabgaben ab und dann verdient der Schreiner kaum über 10 Euro die Stunde. Ein Schreiner müsste also vier Stunden arbeiten, um selber eine Schreinerstunde (OK, macht keinen Sinn, also einen Klempner) einzukaufen. Das ist natürlich extrem und führt dazu, dass man viele Tätigkeiten selber macht, auch wenn ein Profi die viel schneller (und besser) machen würde. Logischerweise senkt das die Nachfrage … Und ist volkswirtschaftlich ineffizient, weil man Nicht-Experten Expertenarbeit machen lässt. Allerdings lassen sich für diese These auch leicht Gegenbeispiele finden. Immerhin haben Extrem-Hochsteuerländer wie Skandinavien gleichzeitig sehr hohe Erwerbstätigenquoten (und übrigens auch niedrige Arbeitslosenquoten). Das passt aber nicht zur Steuerthese. In Skandinavien ist es nämlich anders: Dort sind die Abgaben so hoch, dass man mit einem Industriearbeitergehalt, das auf dem Weltmarkt für die Unternehmen akzeptabel ist, keine Familie ernähren kann. Die Frau *muss* also mitarbeiten, ansonsten ist ein Urlaub schlicht nicht drin. Hat Pissarides dazu was gesagt?