6 waren vorgewarnt, stabil blieb nur Belgien Irland
Zwei Stufen runter ging es für
Italien auf A- von A+, Ausblick negativ
Spanien auf A von AA-, Ausblick negativ
Slowenien auf A von AA-, Ausblick negativ
Eine Stufe runter für
Belgien AA von AA+, Ausblick negativ
Zypern jetzt BBB- von BBB, Ausblick negativ
stabil blieb nur
Irland BBB+, Ausblick negativ
7:13 pm • 27 Januar 2012
Ministerpräsident ernannt, Minister stehen fest und werden heute vereidigt. Kann man irgendwie gar nicht glauben … Bin nur mal gespannt, ob diese Regierung länger hält als gebraucht wurde, um sie zu bilden (18 Monate) … 10:44 am • 6 Dezember 2011
Kurzversion: Belgien kann nicht, Frankreich will nicht. Daher möchte Belgien eine Neuverhandlung der Kostenverteilung bei der Rettung und Zerschlagung der Bank. Etwas längere Version: Belgien kann nicht, weil die Aufnahme von 54 Milliarden Euro, die die Dexia-Belgien benötigt, als utopisch gelten. Ergo muss der Staat Belgien selber die Kredite aufnehmen. Die Zinsen für Belgien liegen aber schon über 5% (für die zehnjährigen). Das will Belgien aber nicht, weil das eine teure Nummer wird … Frankreich hingegen hat noch halbwegs vertretbare Zinsaufschläge (könnte also), will aber keine weiteren Garantien übernehmen, weil dann der Verlust des AAA Ratings droht. Das wäre sowohl für den EFSF, als auch die Eurobonds gefährlich, weil diese dann kaum noch AAA sein dürften. Ich habe mich bei der ersten Rettung eh schon gewundert, wie vergleichsweise problemlos die Dexia-Rettung über die Bühne ging. Die Beteiligung mehrerer Staaten macht solche Verhandlungen erfahrungsgemäß nicht einfacher … Diese Erfahrung bestätigt sich jetzt halt doch noch … 6:34 pm • 22 November 2011
In den ersten 9 Monaten 10,5 Mrd. Woppah! Grund sind vor allem Abschreibungen auf Griechenbonds, Wie viel haben die denn davon gekauft?!? Ich klemme mir den Hinweis, dass die Dexia durch Stresstest 1 und Stresstest 2 ohne Beanstandungen durchgekommen ist … Auch die restliche Story klemme ich mir, kam hier und anderswo ja ausführlich genug … Milliardenverlust: Griechendebakel reißt Dexia in den Abgrund | FTD.de 10:38 pm • 9 November 2011
… für nur 545 Euro pro Nacht. Natürlich auf Kosten der Firma. Na, wer wird denn da neidisch sein … Die Dexia dementiert aber und behauptet, das Hotel habe “nur” 180 Euro pro Nacht gekostet. Der Rest war dann wohl für die Nutten und den Koks ;-) (kleiner Spaß) Topmanager im Tophotel: Dexia-Chef lebt seit drei Jahren im Luxushotel | FTD.de 6:22 pm • 13 Oktober 2011
Über die Ansteckungsgefahr und den drohenden Dominoeffekt bei Banken- oder jetzt neu auch Länderpleiten wird oft abstrakt geredet, nur halten das manche Leute (fälschlicherweise) nur für eine von den Banken aufgebaute Drohkulisse. Vielleicht hilft es, wenn man sich das mal am konkreten Fall Dexia anschaut (zum Hintergrund: Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Dexia Bank implodiert …). Die belgische Kommunen sind mit 14,1% an der Dexia beteiligt, organisatorisch wird das über eine zwischengeschaltete Holding abgewickelt. (Ich hoffe, ich interpretiere die Aktionärsstruktur richtig. Es gibt ja eine Reihe staatlicher Aktionäre an der Dexia, siehe Wikipedia). Diese Holding hält als einzigen Wertgegenstand die Aktien der Dexia. Diese sind nach der (Fast-)Pleite - wenig überraschend - kaum noch was wert (aktuell etwa 80 Cent). Darüber ist die kommunale Holding wenig glücklich. Es kommt aber noch schlimmer: Die Holding hat in der ersten Krise 2008, als die Dexia schon einmal gerettet werden musste, einen Teil der vergebenen Garantien übernommen. Der Artikel beim BFR nennt die Summe von 450 Millionen Euro, ich bin mir aber nicht sicher, ob sich das allein auf die Gemeindeholding bezieht oder ob die belgischen Regionen (die über eine eigene Holding an der Dexia beteiligt sind) mit in dieser Summe stecken. Das ist am Ende aber auch egal, denn der BFR nennt eine Summe, um die es für die Gemeindeholding insgesamt geht: 600 Millionen Euro wackeln, die Zahlungsunfähigkeit droht angeblich unmittelbar. Und nachdem der belgische (Zentral-)Staat die Bank gerettet hat, muss er nun wahrscheinlich auch direkt der Kommunen unter die Arme greifen … Update (16:22): Ach so, einen Punkt habe ich vergessen. Die anderen staatlichen Aktionäre, die an der Dexia beteiligt sind (z.B. die belgischen Regionen) dürften ähnliche Probleme haben … BRF online - Gemeindeholding gerät nach Dexia-Krise in Schieflage 3:57 pm • 11 Oktober 2011
Die flämisch- und die französischsprechenden Bevölkerungsteile können sich eh nicht wirklich leiden. Jetzt könnte der flämisch sprechende Teil auf die Idee kommen, die belgisch-französische Dexia nicht retten zu wollen. Aber das ist kaum mehr als eine wilde Spekulation … Ich finde, kein wirklich überzeugender Artikel im WSJ, meine wilde Spekulation ist noch das Spannendste ;-) Aber immerhin eine Zahl, die ich gerne noch erwähnen würde: Der belgische Anteil der 90-Milliarden-Euro Garantie für die Dexia beträgt knapp 55 Milliarden. Das entspricht immerhin 15% des BIPs von Belgien. Sollten die Garantien als Schulden gewertet werden (was normalerweise nicht so ist), würde die Staatsverschuldung Belgien auf mehr als 110%/BIP steigen … Für Nichtabonnenten den Titel: “Debt Test for Belgian Unity” in Google werfen und dann auf Treffer 1 klicken. Direkt kommt man nur als Abonnent ran … http://online.wsj.com/article/SB10001424052970203499704576622960418894964.html P.S. Wenn der Artikel komisch aussieht, liegt das an einem testweise verwendeten Tumblr-Client. 10:01 pm • 10 Oktober 2011
Die belgische Zeitung De Tijd meldet das gerade (12:35). Mal schauen, wie das weiter geht … Regierung weiterhin zu verstaatlichen Dexia Bank Belgium: The Time Update (16:20): Wie üblich wurde dementiert. Sinngemäß: Dexia: “Wir wissen von nix”. Inzwischen wurde der Handel der Aktie in Paris ausgesetzt. Letzter Kurs kurz vorher 85 Cent (etwa -20%). 12:43 pm • 6 Oktober 2011
WENAG #18: Verkehrsberuhiger gone wild. Man beachte vor allem die dichte Wohnbebauung neben der Straße und die vielen zu erwartenden Kinder aus den anliegenden Schulen und Kindergärten, die eine solche Verkehrsberuhigung extreme vielleicht noch rechtfertigen könnten … Obwohl *so* viele Verengungen und Schilder auf einer eh schon schmalen Straße macht einfach keinen Sinn. Noch weniger auf einer Straße in ein Gewerbegebiet ohne Wohnbebauung, die daher auch von vielen LKWs angefahren wird. Wer macht sowas? Natürlich Belgien. Aber in einem Land, das so den Meister in der Fußballliga aus”spielt” (oder sollte man besser sagen auswürfelt?), muss man sich über gar nichts mehr wundern … Lutgen CDH (Wallonia) : Somewhere between Braives and Hannut, the shameful road (von benzonawan) 1:24 pm • 15 Juni 2011
Also nicht beim Weltrekord an regierungsloser Zeit, sondern beim Schuldenabbau. Belgien war vor knapp 2 Jahrzehnten mit über 130% des BIPs verschuldet und hat die Wende geschafft, aktuell sind es etwa 97%, es waren aber vor der Krise auch schon unter 90%. Der Spiegel beschreibt ganz schön, wie die Belgier das geschafft haben IMHO ist die Lage Belgien 1993 und die Griechenlands 2011 aber nicht vergleichbar. Der Spiegel arbeitet einige der Unterschiede gut heraus, zum Beispiel dass Belgien damals unbedingt in den Euro wollte (wollen die Griechen das auch?) und vom allgemeinen Wirtschaftsaufschwung profitierte. Einige Unterschiede fehlen aber: a) Das Zinsniveau lag 1993 eher bei 8%, 15 Jahre später bei etwa der Hälfte. Belgien profitierte dabei sowohl vom weltweit sinkenden Zinsniveau wie auch von der Stabilität des Euro. Dieser Zinsrückgang entlastete den belgischen Haushalt durch niedrigere Zinszahlungen massiv. Auch Italien hat davon profitiert. Griechenland hat das aber bereits hinter sich und diesen (extrem) positiven Einfluss auf den Staatshaushalt komplett verfrühstückt. Und beim allgemeinen Zinsniveau muss man aktuell in den nächsten Jahren eher mit einer Steigerung rechnen als mit einer Senkung. b) Belgien ist (zumindest strukturell) ein wettbewerbsfähiges Exportland. Griechenland hingegen war und ist eine Importnation, die sich immer über Abwertungen der Weichwährung gerettet hat. Belgien produziert daher (wenn sie nicht gerade konsumieren wie irre) Überschüsse, Griechenland hingegen (wenn sie nicht sparen wie verrückt) immer Defizite. Anders gesagt: Wenn sich Belgien bei den Löhnen zurückhält, verkaufen die mehr Autos (Opel, Ford), Griechenland hingegen verkauft genausoviel ins Ausland wie zuvor, nämlich so gut wie nichts. c) Die Net International Investment Position (NIIP) von Belgien war nie so tief in den Miesen wie die von Griechenland. Die NIIP ist der Wert, den man bekommt, wenn man alle Vermögen einer Volkswirtschaft (Staat+Unternehmen+Private) im Ausland mit den Schulden (ebenfalls von allen drei Sektoren) verrechnet. Die NIIP Griechenlands liegt etwa mit 80% eines Jahres-BIPs in den Miesen, Belgien hingegen ist leicht im Plus und wird auch 1993 nicht mit 80% des BIPs im Ausland verschuldet gewesen sein (habe leider keine Zahlenreihe, um das überprüfen zu können). Wie auch Japan heute dürfte der belgische Staat damals zum größten Teil im Inland verschuldet gewesen sein. Ich glaube daher nicht, dass die Ausgangslage der beiden Länder vergleichbar ist.