Bankrun in Lettland?
Ich zweifle. Das Video, das ich gesehen habe (und ihr ja wohl hoffentlich auch) zeigt doch sehr überschaubare Schlangen vor den Geldautomaten.
Und die einzige Zahl, die ich kenne, ist “etwa die dreifache Summe an Geldabhebungen”. Das ist relativ harmlos, auch wenn man anmerken muss, dass an einem Wochenende u.U. auch mehr als die dreifache Menge gar nicht drin ist, weil danach die Geldautomaten schlicht leer sind.
Die Swedbank, um die sich die Gerüchte (auch über Twitter) rankten, dementierte umgehend. Auch die lettische Bankenaufsicht sagte “Keine Gefahr”. S&P hat übrigens noch in der letzten Woche das Rating für die Swedbank erhöht, auch dort sieht man also Stabilität.
Entscheidender als das Wochenende dürfte daher der heutige Montag werden. Wenn jetzt die Kunden die Banken stürmen und ohne die üblichen Grenzen der Geldautomaten die Konten leer räumen, wird es schnell eng …
Liebe FTD, liebes Handelsblatt: Ein richtiger Bankrun sieht anders aus … Und zwar so.
Rindas pie bankomātiem. Reportāža no Jelgavas. 11.12.2011 (von TimermanaFoto)
Update (16:52):
Naja, ein paar längere Schlangen habe ich in der Zwischenzeit dann doch gefunden. Es bleibt aber dabei: Entscheidend ist eigentlich heute tagsüber gewesen … (und dazu habe ich nichts Neues gefunden)
11:45 am • 12 Dezember 2011
So langsam lässt es sich nicht mehr wegdiskutieren: Die Griechen plündern die Konten ihrer Banken. Da wird sowohl die Angst vor einer Pleite der Bank hereinspielen, vielleicht aber auch die Angst vor einer Abwertung der Bankeinlagen, sollte Griechenland doch noch aus dem Euro ausscheren (ist zwar unwahrscheinlich, aber sicher ist sicher). Was man aber anmerken muss: Das ist beileibe keine neue Entwicklung. Die Bankeinlagen sinken schon seit Anfang 2010. Ich hatte darauf auch vor gut einem Jahr hingewiesen: Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Zahl des Tages (06.04.10): 8.000.000.000 Allerdings nimmt die Geschwindigkeit zu. Waren es 2010 noch 8 Mrd. Euro Abflüsse in zwei Monaten, waren es dieses Jahr 31 Mrd. Euro in den ersten vier Monaten. Um einen Vergleich für das Ausmaß zu haben: Der Faktor 10 ergibt den (ungefähr) passenden Wert für Deutschland. Man kann sich vorstellen, wie es den deutschen Banken gehen würde, wenn die Deutschen weit über 300 Milliarden Euro von ihren Konten abheben würden … Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass die Kapitalstrukturen der griechischen Banken noch stimmen … Übrigens bleibe ich bei meiner Einschätzung, dass bereits die erste Rettung für Griechenland maßgeblich den griechischen (und natürlich den ausländischen) galt. Die waren nämlich damals pleite und wären es heute auch sofort, wenn dem griechischen Staat das Geld ausgeht. Gilt analog für Irland (hab ich auch mal was zu geschrieben) und Spanien … 11:45 pm • 24 Mai 2011
und der nicht von den Medien totgeschwiegen wird. Das kann natürlich nicht in einem Land mit funktionierender Presse passieren, sondern nur in einem Gurkenstaat wie Afghanistan ;-) Anleger größter afghanischer Bank fürchten um ihr Geld | tagesschau.de