Hupps, schlecht. Abgebrochen haben übrigens die Banken, bzw. der verhandelnde Bankenverband IIF.
Aber ich würde das NICHT überbewerten, die nächste Tilgung von Staatsanleihen kommt im März, bis dahin bleibt noch Zeit, weil das Geld Griechenlands noch ausreicht.
Im Moment würde ich das unter “harte Verhandlungen” abheften …
Es war IMHO auch nie zu erwarten, dass Griechenland “mal so eben” den Haircut von 50 auf 60 oder 70% hochdrücken kann, ohne dass die Banken rebellieren. Und so lange der Staat (also die EZB) von den griechischen Schulden noch 100% wiedersehen wollen, während die Banken auf 70% verzichten müssen, kann ich eine gewisse Sturheit auf Seiten der Banken durchaus nachvollziehen ….
direkt (Paywall!): Greek debt restructuring talks collapse - FT.com
5:37 pm • 13 Januar 2012
Wir hatten schon viele Klagen in dieser Richtung: Irgendein Käufer verklagt irgendeinen Verbriefer von US-Hypotheken. Habe ich alles nicht verbloggt, nicht zuletzt, weil das einfach viel zu viel ist. Da dieser Markt Hunderte von Milliarden Dollar schwer war, wird es noch viele weitere Klagen geben. Gegen die Bank of America (die durch die Übernahme von Countrywide, dem wohl skrupellosesten Verbriefer, besonders betroffen ist), gegen JP Morgan, Goldman Sachs, aber auch die UBS und die Deutsche Bank. Jedes Mal geht es um Milliarden. Eine andere Größenordnung ist noch die mögliche Klage der Federal Housing Financy Agency (FHFA, Kontrolleur von Freddie Mac und Fannie Mae). Diese hat schon die UBS auf 4,5 Milliarden Dollar verklagt. Die Summe bei den US-Banken könnte noch deutlich höher werden, weil deren Marktanteil höher war. Das große Problem: Sobald die Banken nur für einen Teil ihrer Verbriefungen haftbar gemacht würden, sind die allesamt kollektiv Pleite. Zu niedrig ist das Eigenkapital nach der Krise, zu hoch waren die Summen, die vor der Krise verbrieft wurden. Interessant übrigens, dass die FHFA bei der Bank of America auch nachgefragt haben soll, was bei einer “Verschlechterung der Umstände” so passieren würde. Das hört sich an, als wolle die FHFA schon im Vorfeld klären wollen, wie hoch denn das Strafmaß werden darf, ohne dass die BofA direkt Pleite macht. Das ist bei diesen ganzen Geschichte das große Problem: Die Bankbilanzen sehen nicht soooo dolle aus und diesen armen Männern kann man nicht allzu tief in die Tasche greifen … Daher sollte man auch nicht zuuu panisch werden. Die Banken müssten eigentlich richtig zur Kasse gebeten werden, nur haben die nicht gar nicht so viel Geld. Und weil die alle immer noch (und eigentlich noch mehr als vor der Krise) Too-Big-To-Fail sind, werden die Banken auch dieses Mal nicht “failen”. Die US-Banken verlieren heute an der Börse etwa 4 bis 6%. Seit Mai sind vielfach schon 30% zusammengekommen. FT Alphaville » US government attempts bank raid Update (17:27): Die FTD hatte auch schon was zum Thema: US-Klage in Vorbereitung: Banken droht Milliardenprozess wegen Immobilienkrise | FTD.de Update 2 (03.09.11); Zerohedge tweetet übrigens Gesamtforderungen von 105 Milliarden Dollar allein durch die FHFA. Kann Zahl leider nicht überprüfen … Und die FHFA steht ja nur für einen Teil der Forderungen. So viel zum Thema “alle Banken wären Pleite” … Allerdings wundert es mich etwas, dass die FHFA jemand anderen verklagt. Immerhin bin ich bisher davon ausgegangen, dass Fannie Mae und Freddie Mac (also die FHFA) auch irgendwann von jemand anderem verklagt werden. Die beiden steckten doch (wenn ich es richtig verstanden habe) auch bis Oberkante Unterlippe im Hypothekenmorast … Aber vielleicht habe ich den technischen Ablauf der Hypothekenvergabe in den USA auch nicht richtig verstanden … Update 3: FT Alphaville hat eine Liste der gesamten Forderungen. Die Bruttosumme ist über 200 Milliarden Dollar schwer, allerdings ist der Schaden, der geltend gemacht wird, deutlich darunter.
FT Alphaville » Fannie and Freddie’s revenge — the details [updated]