Es heisst nicht umsonst Abwärtsspirale. Erst geht’s am Immobilienmarkt bergab, dann mit den Immobilienkrediten, dann mit den Verbrauchern, dann mit den Verbraucherkrediten, dann mit den Unternehmen, dann mit den Unternehmenskrediten.
Und jede neue Stufe sorgt dafür, dass die anderen Stufen zuvor noch etwas weiter nach unten führen als bislang.
Mit den Immobilienkrediten scheinen die spanischen Banken jetzt im wesentlichen durch zu sein (wenn da nicht doch noch eine erneute Abwärtswelle kommt), nun folgen die Unternehmenskredite. Nun ja, kein Wunder. Wenn niemand mehr baut und niemand mehr konsumiert, geht es Unternehmen auch nicht wirklich gut …
10 Mrd. Euro könnte die Banken diese neue Krisenfront kosten. Warten wir mal ab. Die spanische Zentralbank ist auch vergleichsweise ruhig und glaubt, dass die Banken das aus eigener Kraft schaffen können.
2:39 pm • 24 Mai 2013
Ziemlich interessante Überlegungen, wenn auch noch nicht spruchreif. Die EU hat Angst, dass Großanleger bei Banken einen Bankrun auslösen, wenn Einlagen ab 100.000 Euro nicht versichert sind. Also sollen auch diese höheren Einlagen abgesichert werden. Dagegen ist erst einmal wenig einzuwenden, denn die Auswirkungen sind für eine Bank die gleichen, egal ob 100.000 Sparer 10.000 Euro abheben oder 1.000 Sparer 1.000.000 Euro: Die Bank hat in beiden Fällen ein Problem … Die Leidtragenden der angedachten Änderung wären die Gläubiger der Bank, also die Anleger, die der Bank über Bankanleihen wie Bankobligationen Geld geliehen haben. Diese würden im Fall einer Pleite erst nach den Sparern Geld aus der Verwertung bekommen; erst die Sparer, dann die Gläubiger. Das wäre also genau das Gegenteil von dem, was in Zypern passiert ist. Dort wurde nur auf die Spareinlagen oberhalb von 100.000 Euro zugegriffen, die Bankanleihen hingegen wurden komplett verschont (wie die ersten 100.000 Euro Spareinlagen auch). Für eine systematische Behandlung von Bankpleiten sprechen diese ganzen Überlegungen nicht. Das ist mehr oder weniger reine Willkür. Einmal sollen die Gläubiger zuerst leiden, dann vorrangig die Sparer. Einmal sollen alle Sparer geschnitten werden, dann nur die mit hohen Einlagen. Seit mehr als 5 Jahren fordern alle Politiker ein Framework für die Abwicklung von insolventen Banken, weitergekommen sind wir bisher nicht einen einzigen Schritt … 8:30 am • 15 Mai 2013
“Die Generalversammlung der Privatbank Julius Bär hat den Vergütungsbericht abgelehnt.” Nur als kleines Update zur Diskussion über die Managervergütungen … Alles noch nach den alten Regeln, sprich das Votum der Aktionäre ist nicht bindend. Aber ein Zeichen nevertheless … 3:27 pm • 10 April 2013
Nicht der Betrug, sondern zwei Dinge: a) Jetzt schuldig wegen eines Vorfalls in 2007. 2007? Er hat sich selber gestellt? Hat Goldman Sachs das nicht bemerkt (Der Trader wurde gefeuert, also eher unwahrscheinlich)? Oder hat Goldman Sachs das nicht angezeigt, ergo vertuscht? b) Gesamtvolumen des nicht genehmigten Geschäfts im S&P Future: 8,3 Milliarden Dollar. (Gab am Ende 120 Mio. Dollar Minus für Goldman Sachs). 3:54 pm • 4 April 2013
Der Bankrun auf Zypern läuft schon lange … (Auch wenn die Journalisten am Donnerstag vergeblich versuchten, Bilder davon zu erhaschen) (via „Mehr Solidarität mit Deutschland, bitte!“ | WeitwinkelSubjektiv) 8:30 am • 2 April 2013
Es gibt nichts, was es nicht gibt … Da machen wir uns Gedanken, ob der diskutierte Zugriff auf die eigentlich versicherten Bankeinlagen in Zypern einen Bankrun in Spanien etc. auslösen könnte … Und wo findet er tatsächlich statt? In Zypern … Da wo die Banken offiziell geschlossen sind, Kapitalverkehrskontrollen eingeführt wurden und die ganzen armen Zyprer nur an maximal 260€ pro Tag ihres Girokontos kommen … Die Großanleger hingegen ziehen anscheinend fleissig ihr Geld ab. Man muss die Überweisungen zwar begründen, aber die zyprische Notenbank scheint ziemlich großzügig abzunicken. Die Verpflichtungen der Notenbank gegenüber dem Ausland sollen in der letzten Woche pro Tag 100 bis 200 Millionen Euro stärker gestiegen sein als üblich. Dahinter könnten Kapitalabflüsse von mehreren Milliarden stecken. Man man man, EU bist du doof … Den Euro auf’s Spiel setzen … Und dann die Leute, die man eigentlich erwischen will (die pösen russischen Oligarchen), erwischt man nicht … Friedensnobelpreisträger, aber gehirnamputiert … Entscheidung in Nikosia: Auffällig hohe Geldabflüsse aus Zypern - Zypern - FAZ Update: (27.03.13): Die Geldabflüsse sind inzwischen von mehreren Seiten gerüchtet bis bestätigt worden. Jetzt soll es eine Untersuchung geben. Interessanterweise stehen nicht wie zuerst vermutet die großen Geldanleger im Verdacht, sondern Beamte der (Noten-)bank und der Aufsichtsbehörden. Update 2 (29.03.13): Vielleicht war es alles noch viel einfacher … Die zyprischen Banken hatten nämlich im Ausland zumindest teilweise geöffnet: Hinweis an unsere Kunden in Zypern: Die Londoner Filialen sind noch offen. | Eyb & Wallwitz Blog (kann die Nachricht nicht verifizieren, wundern würde mich sowas allerdings nicht …) Update 3: Die Sachlage der Londoner Niederlassungen der zyprischen Banken ist offensichtlich gar nicht so einfach zu erklären (ich verstehe es auf jeden Fall nicht …) Die Banken waren offen, aber angeblich kam man nicht an Gelder oberhalb der 100.000 € Marke, sagte die Bank of Cyprus zuerst. Noch verwirrender wird es, wenn man die nachfolgende Aussage dazu nimmt: Cyprus banks stay open in UK, savers protected - Economic Times OK, verwirrend. Aber zusammengenommen sieht es *nicht* so aus, als hätte man in London einfach Geld von einem zyprischen Konto abheben können. Update 4: Der Guardian hat’s auch gehabt: UK Laiki Bank customers told ‘it is business as usual’ | Money | guardian.co.uk Es sieht so aus, als wären die Niederlassungen in Großbritannien rechtlich unabhängig, zumindest was die Kundeneinlagen angeht, und nach UK-Recht vollständig gesichert. Man konnte mit einer Geldabhebung in London NICHT Geld aus Zypern abziehen. Danke an Andre Kühnlenz von WeitwinkelSubjektiv für die Links. Update 5: Wer das jetzt komisch findet .. Als Lehman Brothers in den USA spektakulär die Grätsche gemacht hat, waren die Einlagen bei der deutschen Tochter Lehman Bank auch über den deutschen Einlagensicherungsfonds versichert (dem übrigens das nötige Kleingeld fehlte … Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Lehman Geschädigte bekommen Geld). 9:44 pm • 24 März 2013
Chef der Investmentbanking-Sparte bei der britischen Barclays Bank. Hat gestern Aktien im Wert von 20 Millionen Euro verkauft, die er gestern Morgen von seinem Arbeitgeber als Bonus bekommen hatte. Vertrauen in die eigene Bank sieht anders aus … Und Aktienboni als langfristiger Anreiz auch … Wie viel Ricci insgesamt verdient hat, ist unklar. Ricci war so clever, als Chef des Investmentbanking zwar einer der mächtigsten Leute innerhalb von Barclays zu werden, aber gleichzeitig NICHT im Vorstand zu sitzen und ist somit auch nicht zur Offenlegung seines Gehalts verpflichtet. Das zeigt exemplarisch, warum die gestern von der EU endgültig beschlossenen (OK, muss noch durchs Parlament) Regeln zur Bankmanagervergütung (Boni max. so hoch wie ein Festgehalt; siehe auch Bonus-Exzesse: EU begrenzt Banker-Boni - International - Politik - Handelsblatt) leicht ins Leere laufen können … (Bei der Deutschen Bank gab es mal ähnliche Gerüchte. Ex-Chef Ackermann sei trotz seines Millionengehalts nicht unter den Top10-Verdienern der Deutschen Bank. Im Investmentbanking seien einige, die mehr Geld nach Hause bringen würden. Durchaus plausibel.) Barclays Investment-Chef: Rich Ricci streicht 20 Millionen ein - Banken - Unternehmen - Handelsblatt 9:35 am • 21 März 2013
Kann man mal lesen … Auch wenn die Analyse nicht sooo neu ist … Ein Interview mit dem Soziologen Streeck (der gerade sein Buch verkaufen will ;-) ). “Ist die globale Wirtschaft geeignet für die Demokratie? Wenn nicht, dann muss man sich überlegen, wie man so etwas wie lokal begrenzte Regierungsfähigkeit zurückgewinnt. Ich bin davon überzeugt, dass dies das grosse Thema der kommenden Jahrzehnte sein wird.” Können wir es uns auf die Dauer leisten, unsere Gesellschaften immer mehr an Marktzwänge anzupassen statt die Märkte an die Art und Weise, wie wir menschenwürdig leben wollen? (Interessant, dass auch im Tagesanzeiger solche Artikel unter Kultur kommen. Erinnert irgendwie an die FAZ, wo einige der spannendsten Wirtschaftsartikel im Feuilleton erschienen sind). 10:58 am • 19 März 2013
Unter “besonderen Umständen” kann auch maximal das Doppelte des Grundgehalts als zusätzlicher Bonus gezahlt werden. Damit wird die absolute Höhe der teilweise exzessiven Gehälter nicht begrenzt, sondern nur der variable Anteil. 500.000 + 500.000 sind also weiterhin genauso möglich wie 5 Mio. + 5 Mio. Die Logik dahinter ist einfach: Wer einen vergleichsweise geringen variablen Gehaltsanteil bekommt, selbst wenn er besonders erfolgreich und risikoreich spekuliert, ist eben nicht mehr versucht, besonders risikoreich zu spekulieren. Auf dem Papier liest sich erst einmal ganz gut. Nur: Wenn bei Nichterreichung der Ziele die Kündigung droht (Hire und Fire ist bei Investmentbankern nicht soooo unüblich), ist der Anreiz das hohe Ziel über hohes Risiko doch zu erreichen, nahezu genauso hoch wie vor Einführung dieser Regel. Weil man sonst fliegt und auch kein Fixgehalt mehr bekommt. Auch über die Auslagerung der Angestellten in die Selbstständigkeit könnten die Regeln für einen ganzen Teil der Betroffenen umgangen werden. Kurz: Dieses Gesetz wird viel weniger bewirken als es die Politiker heute versprechen. Die Probleme für die Volkswirtschaft, die die Banken auslösen können, löst man nicht durch kosmetische Maßnahmen innerhalb der Vergütungsstruktur der Banken. Da muss die Bank, das Bankensystem als Ganzes, neu reguliert wird. Und zwar richtig, aber dazu fehlt der Mut .. Kompromiss in Brüssel: EU begrenzt erstmals Banker-Boni - Wirtschaftspolitik - FAZ Update (15:44) Siehe dazu auch die Schweizer Lösung: Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Schweiz macht Volksabstimmung über Managermillionen Man könnte übrigens auch mal nachschauen, wen das überhaupt betrifft. Ich konnte bei der DeuBa 2011 und 2012 kein Vorstandsmitglied finden, das mehr Boni als Festgehalt bekommen hat. Ackermann nicht und Jain /Fitschen auch nicht. Gab es den Fall überhaupt schon einmal in Deutschland? (London zählt nicht, die machen ja eh (wahrscheinlich) nicht mit. 12:41 pm • 28 Februar 2013
Aber nur die nachrangigen Gläubiger … Wer Sparbücher oder erstrangige Anleihen hatte, bekommt von der Pleitebank das komplette Geld zurück (natürlich nicht von der Bank, sondern vom Staat). In Spanien hatte man ein ähnliches Vorgehen bei der Bankia auch schon geplant. Da gingen die Sparer, die die Anleihen hielten, aber auf die Straße und bekamen dann doch ihr Geld zurück. Die Bank habe die Anleger über die Nachrangigkeit getäuscht. Was natürlich auch nicht schwierig ist, weil 90% der Anleger den Unterschied zwischen Vor- und Nachrangigkeit nicht kennen dürften. In Irland wurden vor ein paar Jahren übrigens alle Bankgläubiger ausgezahlt, weil die EZB (und Merkel) das wollte. Man könne die Ansteckung anderer Banken nicht riskieren. Erst müsse man eine Insolvenzordnung für Banken schaffen. Toll, dass man aus diesem Grund Bankgläubiger auch 2013 noch (nahezu) vollständig retten kann. Was haben die Politiker in den letzten 5 Jahren eigentlich getrieben? Niederlande : Europa enteignet erstmals die Gläubiger einer Bank - Nachrichten Geld - DIE WELT Die SNS ist übrigens nicht wirklich klein. Die Bilanzsumme liegt immerhin bei 134 Mrd. Euro, das ist knapp ein Viertel des BIPs der Niederlande. Die Verstaatlichung wird den Staat geschätzte 3,7 Mrd. Euro kosten, wenn sich denn die Sicherheiten zu Geld machen lassen. Was gar nicht so sicher ist, die Preise am holländischen Immobilienmarkt sind ja schon länger im Sinkflug und nun ja, die Geschwindigkeit des Preisrückgangs nimmt nicht ab …
Die Bank of Cyprus UK wäre eine Bank unter UK-Recht, sprich gar nicht betroffen von der Geschichte in Zypern und vollständig versichert …