Schau an und ganz, ganz leise. Bloß keine Unsicherheit risikieren, bloß den Leuten (Kunden) draußen nichts sagen. Wer weiss, vielleicht machen auch die Deutschen dann mal Bank-Run …
Es geht um die vergleichsweise kleine Valovis-Bank (früher Karstadt-Quelle Bank), die einen Doppelsitz in Essen und Oberursel hat. Die Bilanzsumme beträgt 5 Milliarden Euro, eine Klitsche ist die Bank also auch nicht gerade. Das ist in etwa die Bilanzsumme, wie sie auch die Sparkasse einer 300.000 bis 400.000 Einwohner-Stadt hätte (z.B. Bochum oder Karlsruhe).
In die Krise gebracht hat die Bank das Portfolio an Griechenlandanleihen im Wert von 160 Millionen Euro. Bei Abschreibungen, wie sie im Rahmen der Umschuldung notwendig wurden, wäre die Eigenkapitalquote unter 8% gesunken. Daher hat der Bankensicherungsfonds der deutschen Banken der Valovis Bank mit einer 100-Millionen-Euro-Garantie unter die Arme gegriffen.
Die Bank gehört dem Pensionsfonds von Karstadt (Acandor) und soll nun verkauft werden. Viel Geld wird es dabei aber wohl kaum geben …
Sanierungsfall: Garantie bewahrt Valovis Bank vor der Schließung | FTD.de
P.S. Die Valovis hat übrigens nichts mit der ehemaligen Quelle-Bank zu tun, die später Entrium hieß und dann von der ING-DIBA geschluckt wurde.
5:19 pm • 29 Mai 2012
Und zahlt selber keine! Laut einer französischen Website sollte Lagarde bei 380.000 Euro Einkommen Null Steuern gezahlt haben. Eigentor ist da noch eine harmlose Formulierung … Lagardes Eigentor - Lost in EUrope Wenn das nicht alles so traurig wäre … Trotzdem noch ein Pispers zum Thema … @LostinEU Link gefunden über @TeraEuro. 4:43 pm • 29 Mai 2012
sagte der EU-Bankenstresstest 2011. Wollte ich nur kurz nochmal erwähnen. Core Tier 1 Capital Ratio 6,9%. Auf 200 Milliarden Euro risikogewichtete Assets kamen 13,9 Mrd. Euro Eigenkapital. Ergebnis: Kein zusätzliches Eigenkapital nötig. Selbst im pessimistischen Fall sollte das Core Tier 1 Eigenkapital mit 5,4% über der kritischen Marke von 5,0% liegen. Wo auch immer die 13,9 Milliarden jetzt hingekommen sein sollen … Übrigens erinnert das an die belgisch-französische Dexia, die im Stresstest sogar ausgesprochen gut abgeschnitten hat und kurze Zeit später verstaatlicht werden musste … Was für ein Witz, dieser EU-Bankenstresstest … Man kann den Stresstest eigentlich nicht mehr ernst nehmen. Wenn man das aber doch macht, wird einem bei dem Kapitalbedarf der Bankia ganz anders (siehe Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Spanien verstaatlicht Bankia) … Denn es fiel zwar nicht die Bankia durch, aber 5 andere spanische Banken … Results of the 2011 EBA EU-wide stress test: Summary - BFA-BANKIA 2:20 pm • 29 Mai 2012
Also das Steuersystem :-) Ich will ja nichts Schlechtes über dieses wunderschöne Land sagen. Zum Hintergrund: Die Slowakei hatte bisher einen fixen Steuersatz für Unternehmen und Private: 19% auf alles. Kurz: Der feuchte Traum von Kirchhof, den die FDP nicht einmal gewagt hat zu träumen. So niedrig, so einfach und so gerecht ;-) Jetzt will die neue sozialdemokratische Regierung den Steuersatz für Unternehmen auf 23% erhöhen. Dieser soll aber flat bleiben. Der Steuersatz für Privatleute hingegen wird “irgendwie” steigen und es wird “irgendein” Freibetrag eingeräumt. Die genauen Details sind noch unklar, aber immerhin: Das Steuersystem der Slowakei wird also zumindest etwas progressiver, was IMHO auch die richtige Ausprägung ist. Gibt’s damit noch ein Land (also außer den Bermudas oder so), dass kein progressives Steuersystem hat? Flat Tax: Slowakei schafft Einheitssteuer ab | FTD.de 6:46 pm • 25 Mai 2012
Sonderwirtschaftszonen für (Süd-)Europa. OK, man kann über Punkte wie eine Flexibilisierung des Arbeitsmarkts wie in Deutschland geteilter Meinung sein, aber wenn es auch (oder vor allem) um andere Punkte geht, wäre das sinnvoll: Was da jetzt genau drinstecken soll, ist ziemlich unklar, daher lohnt sich eine detailliertere Diskussion noch nicht. Aber immerhin wird jetzt endlich mal über Wachstum und nicht nur über noch mehr Sparen gesprochen. Bundesregierung arbeitet an Wachstumsplan für Krisenländer - SPIEGEL ONLINE 3:19 pm • 25 Mai 2012
Da bin ich ja mal gespannt, wer das sein soll. Und wie viel Geld es geben soll. 11:01 am • 25 Mai 2012
Interessanter Einblick eines Top-10-Rezensenten bei Amazon. Thorsten Wiedau war einer der ersten Zehn. Was muss man machen, um das zu schaffen? Etwa dreieinhalbtausend Bücher in 10 Jahren rezensieren. Und was darf man nicht machen? Faire Kritiken schreiben. Sondern möglichst oft 5 Sterne vergeben. Das führt Wiedau aber nicht auf Amazon zurück, sondern auf die Kunden. Diese wollen nämlich keine schlechten Kritiken lesen, wenn sie sich für ein Buch interessieren (bei anderen Produkte hingegen schon). Autoren haben Fans. Wenn das nächste Buch erscheint und darunter steht bereits ein negative Kritik, strafen sie diese oft als “nicht hilfreich” ab. Damit fliegt man dann schnell aus der Liste der Top-Kritiker. Man muss also, wenn man ganz vorne mitspielen will, nicht schreiben, was man selber meint, sondern das, was man denkt, was die Leser hören wollen. Man muss also sein Publikum bedienen. Das erklärt wohl auch den Erfolg von vielen Angeboten im Internet, die immer bullish oder immer bearish sind. Immer pro Gold, immer gegen Aktien sind. Die Leute kommen nicht, um sich eine Meinung zu bilden, sondern um ihre Meinung bestätigt zu sehen … Die Einblicke von Wiedau sind auch deswegen ganz interessant, weil er vermutet, dass sich die Top-Kritiker gegenseitig mobben (mit den nicht hilfreichen Bewertungen …). Krass. Aber der Mensch wird halt schnell asozial, wenn es um ein paar kostenlose Bücher geht … Top-Rezensenten: Man benutzt Amazon und wird benutzt - Feuilleton - FAZ 5:44 pm • 24 Mai 2012
Renditeabstand 30-Jahresanleihen Deutschland vs. Japan. Von fast 4,0 Prozent(punkten) auf weniger als 0,4 Prozent(punkte). Wenn man auf die Performance der Wirtschaft Japans in den letzten 2 Jahrzehnten schaut, sollten wir uns nicht zu viel über derart niedrige Zinsen freuen … (via FT Alphaville » Germany has all but turned Japanese) 4:42 pm • 24 Mai 2012
Wunderbare und exakte Analyse der billigen (und nicht zu sagen billigsten) statistischen Tricks, die Sarrazin bei seiner “Analyse” zu Deutschland und dem Euro anwendet. Ein Beispiel: Man vergleicht das durchschnittliche Wachstum der Länder in der Eurozone mit dem durchschnittliche Wachstum der Länder in Europa, die nicht in der Eurozone sind. Sieht auf den ersten Blick plausibel aus. Das große Problem ist aber, dass die Länder ohne Euro v.a. im Osten liegen und das Pro-Kopf-BIP dort VIEL niedriger ist als im EU-Durchschnitt. Die Länder mit niedrigem BIP können aber naturgemäß schneller wachsen als Länder mit hohem BIP. Und das tun sie auch, wenn zwischen ihnen (wie innerhalb der EU) freier Warenverkehr möglich ist. Wenn Sarrazin die Statistik sauber gemacht hätte, hätte er die Länder mit BIP pro Kopf “normalisiert”, also an eine Achse der Grafik BIP-Wachstum, auf die andere BIP pro Kopf und Euro drin/draussen über die Farbe des Punkts gekennzeichnet. Dann hätte er schnell festgestellt, dass der Zusammenhang ein ganz anderer ist. Und dass Dänemark oder Schweden oder Großbritannien nicht wirklich schneller wachsen als Deutschland, die Niederlande oder Österreich. Habe leider keine Zeit mehr zu schreiben, aber das der von Heusinger im Herdentrieb eh schon alles getan: So trickst Sarrazin « Herdentrieb Lesebefehl! 4:24 pm • 23 Mai 2012
Beginnt so ab Minute 15. Da werden erst kurz die Thesen von Sarazzin vorgestellt, danach gibt es etwa 6 Minuten Interview mit dem (Noch)-Chefvolkswirt der Deutschen Bank Thomas Mayer. Wer sich nicht das übliche Talkshowgeplapper und -durcheinandergeschreie antun will, findet hier ein ganz gute Übersicht inkl. Replik. Wobei Mayer Sarrazin nicht verreisst, sondern betont nüchtern einordnet (IMHO kommt Sarrazin zu gut bei solch nüchterner Betrachtung weg). Und wieso Miosga Mayer nicht EXAKT zu all den Thesen fragt, die vorher aufgestellt werden, ist mir auch unklar. Die Fragen sind (zumindest teilweise) unklarer als die Thesen. ARD Mediathek: tagesthemen 22:15 Uhr, 21.05.2012 | Das Erste (man kann das scheinbar weder embedden, noch direkt zur passenden Minute verlinken. ARD …)