Interessante kleine Anekdote aus den 90ern aus dem Serbien zu Milosevics Zeiten: Es gab fast jeden Tag sehr preiswerte Flüge von Belgrad nach Israel. Für die eigentlich kein Bedarf bestand, wenn es denn den Zwischenstopp auf Zypern nicht gegeben hätte. Dort stieg nämlich ein Haufen Männer mit Aktenkoffern aus. Was da wohl drin gewesen sein mag ;-) ? Die zweite Etappe des Flugs flog die Maschine quasi leer.
Aber damit wohl noch nicht Ende der Geschichte. Ein (wohl gut informierter) Banker rät den Ermittlungsbehörden, einen Blick auf die Anleihenkäufe der kriselnden zyprischen Banken zu werfen. Diese kauften nämlich noch Griechenlandbonds, als alle anderen schon verkauften (bis auf ein paar hartgesottene Hedgefonds). Das mag der Aussicht der Bankangestellten auf hohe Boni geschuldet gewesen sein (geht zwar mittelfristig nicht gut, aber vielleicht gibt’s ja ein oder zwei Jahre noch hohe Zinsen und damit Boni), vielleicht steckte dahinter aber noch mehr.
Der Banker hält “Provisionsgeschäfte” für denkbar. Nach dem Motto: Finde einen Käufer für meine Griechenlandanleihen und du bekommst 5% Provision. Diese Provision könnten sich der Angestellte der zyprischen Bank und der Verkäufer geteilt haben. Damit wäre die zyprische Bank aber klar betrogen worden.
In der Gänze ein lesenswerter Artikel:
Zypern: Von Zwischenstopps und Zwischenhändlern - Europäische Union - FAZ
9:48 am • 27 März 2013
Das ist nach zahlreichen Korruptionsskandalen, Kartellklagen und milliardenschweren Fehlinvestitionen in Brasilien und den USA auch mehr als überfällig … Passiert zum 31.03.13 Presse-Mitteilung - Presseinformationen - ThyssenKrupp AG siehe dazu auch: 1.3.2013: ThyssenKrupp unter Kartellverdacht. Diesmal: Autostahl - egghat’s not so micro blog 18.1.13: Beim wahrscheinlich durchrupptesten DAX-Konzern ist heute HV - egghat’s not so micro blog 1.12.2012: ThyssenKrupp Vorstand Claassen “im Urlaub” … - egghat’s not so micro blog 12.11.2012: Hallo Thyssenkrupp: Ich schreibe auch GERNE über Stahl - egghat’s not so micro blog … btw: #lsrfrei direkt von der Quelle … 12:54 pm • 8 März 2013
Inkl. #FDP Connection. Durchsuchung der Staatsanwaltschaft. Sowohl in der Firma, wie in den Privaträumen der Vorstände. Ermittlungen auch gegen den FDP-Politiker Walter Döring, ehemals Wirtschaftsminister in Baden-Württemberg und bis zum Sommer 2012 im Vorstand von Windreich. Vermögensgegenstände sollen zu hoch angegeben worden sein, vielleicht sogar komplett erfunden worden sein. Nur dadurch sei eine Überschuldung vermieden worden. Die letzten offiziellen Zahlen (2011) weisen Schulden von insgesamt 434 Millionen Euro aus. 125 Mio. davon wurden an der Börse aufgenommen. Die Anleihen werden in Stuttgart notiert. Die bis 2015 laufende Anleihe (Nennwert 100) kostete am Freitag noch 50 Euro, heute unter 30. Die bis 2016 laufende sogar nur noch 20 Euro. Kurz: Die Börsianer glauben den Vorwürfen und rechnen nicht mehr mit einer Wende … Windparkentwickler: Ermittlung gegen Windreich - Unternehmen - FAZ 10:18 am • 6 März 2013
Mal wieder ein Kartell. Nach Rolltreppen/Aufzügen (320 Mio. Strafe; 2007) und Schienen (103 Mio, 2012). Natürlich will ThyssenKrupp mit den Ermittlungsbehörden kooperieren. Und Korruption und Bestechung aber mal sowas von gar nicht tolerieren. Und so blablabla. Absprachen über Stahl: Kartellamt durchsucht Thyssen-Krupp - Unternehmen - FAZ Nun ja … Das kennen wir bereits … Ziemlich erstaunlich, dass das alles in die Zeit des (inzwischen entlassenen) Corporate Government Papstes Claassen fiel. Der wiederum Ziehsohn und enger Vertrauter des Corporate Government Gottes Gerhard Cromme ist. Der sich (aus mir unerfindlichen Gründen) weiterhin auf seinem Posten halten kann. ThyssenKrupp Vorstand Claassen “im Urlaub” … - egghat’s not so micro blog 11:25 am • 1 März 2013
Der Vorwurf wäre sooooo ungeheuerlich am Ende auch nicht. Das hatten wir schon ein paar Mal … Aber für 6.000 Euro im Monat und ein paar Handtaschen?!? Bei komischen Graumarktprodukten ist das meiner Einschätzung nach eher selten, bei Aktienpushereien hingegen üblich. Denn ohne irgendeinen Draht zur Presse läuft da wenig. Die Zeitschrift, um die es geht, soll 100.000 Leser (“erfolgsorientierte, qualifizierte Finanzberater im deutschsprachigen Raum”) haben. 100.000? Wow. Kein Wunder, dass die ganzen intransparenten Finanzprodukte Käufer finden. Wenn allein 100.000 Verkäufer durch das Land fahren und den Kram vertickern, wundert mich gar nix mehr … 1:43 pm • 22 Februar 2013
Genauer: Die Mutter von Standard & Poors McGraw-Hill (in Deutschland eher bekannt durch die Verlagsaktivitäten, aber z.B. auch Lizenzgeber für die Dow Jones Indizes) wurde jetzt vom Konkurrenten Moody’s herabgestuft. McGraw-Hill Credit Rating Cut by Moody’s After U.S. Sues S&P - Bloomberg Grund ist vor allem die Klage der US-Regierung gegen S&P. Daraus könnten Strafen in Milliardenhöhe entstehen. Moody’s hält bis zu 5 Milliarden Dollar für möglich. Rating nun Baa2 nach A3, also nur noch zwei Stufen oberhalb von Junk. Die andere große Ratingagentur Fitch hat McGraw-Hill schon vor gut einer Woche um eine Stufe auf BBB+ nach A- herabgestuft. US-Justizministerium verklagt Standard & Poor’s | tagesschau.de Und nun zum Lachen (die Woche war hart genug), noch einmal der Postillon Artikel: Der Postillon: Ratingagenturen-Ratingagentur stuft Rating von Ratingagenturen herab 4:33 pm • 15 Februar 2013
Mal schauen, wie lange Peer Steinbrück diese Geschichte noch erzählen wird … Sie war ja vom ersten Moment an total unglaubwürdig. Menschen, die Peer Steinbrück angeblich nicht kennt, schreiben Artikel im Bundestagswahlkampf, auf die Steinbrück angeblich keinen Einfluss hat. Im Zeitalter von minutiös geplanten Kampagnen, wo in den USA mit riesigem IT-Aufwand versucht wird, exakt die richtigen Menschen in den richtigen Wahlkreisen persönlich mit passenden Kampagnen anzusprechen? Never ever wird da ein Kanzlerkandidat ein paar Unbekannte unkoordiniert unter dem Banner des Kandidaten rumbloggen lassen … Nun kommt langsam raus, dass dahinter nicht nur der Mensch von Wir-In-NRW steckt (der maßgeblich die CDU unter Rütgers in NRW abgesägt hat), sondern auch, dass Steinbrück von allem wusste. Und nun ja, Vorträge von Steinbrück gab es natürlich auch schon … Hier gibt’s mehr —> WAZ Rechercheblog » Blog Archive » PeerBlog, Wir-in-NRW-Blog und Gelsenwasser: Ein Mann im Hintergrund 10:54 pm • 12 Februar 2013
Tja, wie setzt die UEFA die Financial Fairplay Regeln um? Noch sind diese Regeln am Anfang ihrer Gültigkeit. Es ist klar, dass Vereine nicht weiterhin wie wahnsinnig auf Pump wirtschaften sollen. Auch sollen Gönner (ergo Scheiche …) nicht Hunderte von Millionen in einen Fußballverein stecken dürfen, um den Verein in die europäische Spitzenklasse zu hieven. Kurz: Ausgaben und Einnahmen sollen sich die Waage halten. Allerdings reizt jedes Regelwerk zur Umgehung. So soll Wolfsburg zum Beispiel den zweit- oder dritthöchsten Betrag innerhalb der Bundesliga für das VW-Logo auf der Brust erhalten. Was durch die Leistung des Vereins (gerade die nicht vorhandene auf dem internationalen Parkett) nicht zu erklären ist. VW sponsort hier also einen Verein mit weit mehr Geld, als VW für jeden anderen, normalen Verein bereitstellen würde. Ist das jetzt eine illegale Umgehung der Financial Fairplay Regeln? Oder ist VW einfach nur doof, so viel Geld bereitzustellen? Klarer dürfte der Fall in Paris sein. Paris Saint Germain soll aus Katar mehr Sponsoring-Geld bekommen als Manchester United, Barca und Bayern München zusammen. Dass das nicht rechten Dingen zugeht, dürfte offensichtlich sein. Was wird die UEFA dagegen machen? Vielleicht Nichts? Immerhin sitzt der Sohn von UEFA-Präsident Michel Platini in der Führung des Fonds aus Katar, dem PSG gehört … Den Job hat Platini Junior übrigens bekommen, nachdem Platini Senior für Katar bei der Vergabe der Fußball-WM 2022 gestimmt hat … Riecht hier irgendwas komisch? Update (14:09): Auf Twitter hat mich @Herzi darauf hingewiesen, dass es Schätzungen gibt, die VW mit 30 Mio. für das Sponsoring sogar auf dem ersten Platz der Bundesliga-Rangliste sehen. OK, das ist trotzdem nicht so krass wie in Paris, aber ob sich der DFL Chef darüber aufregen sollte, ohne vorher vor der eigenen Haustüre für Ordnung zu sorgen? 8:30 am • 11 Februar 2013
wegen einer Wette auf ein eigenes Spiel. Das Strafmaß ist natürlich weder Fisch noch Fleisch. Wir haben da so einen Verdacht, aber so richtig wasserdicht belegen können wir den Vorwurf nicht. Gar nicht bestrafen geht nicht (wegen der Öffentlichkeit), zu hoch bestrafen aber auch nicht (weil dann der Schadensersatz zu hoch werden könnte, wenn doch kein Nachweis erbracht werden kann). Aber das ist am Ende auch einer der Gründe, warum solche Wettskandale nicht richtig bekämpft werden können. Der Nachweis, dass ein Spieler absichtlich manipuliert hat, ist schwer zu führen … Sperre für Karabatic - Handball - kicker online 11:03 am • 6 Februar 2013
Wirklich bestätigt wurde diese Aussage des spanischen Doping-Arztes Fuentes nie, aber im Vorfeld des aktuellen Gerichtsprozesses verdichteten sich die Verdachtsmomente. Nicht nur die bekannten Radprofis sollen von Fuentes betreut worden sein, sondern auch Leichtathleten und Fußballer. Im Prozess bestätigte Fuentes jetzt, dass er auch Fußball mit Dopingmitteln versorgt hat. In der Leichtathletik-Ecke gibt es einige konkrete Verdachtsmomente, im Fußball waren Namen bisher Mangelware. Bis jetzt. Denn nun hat der ehemalige Präsident von Real San Sebastian zugegeben, dass vor seiner Zeit Doping durch den Verein finanziert wurde. 2003, als Real San Sebastian Vizemeister wurde, soll Fuentes den Verein mit Dopingmitteln versorgt haben. Verbucht hat Fuentes das unter dem Kürzel RSOC, Real San Sebastian soll mit Schwarzgeldern bezahlt haben. Ich vermute, wir sehen hier gerade einmal die Spitze des Eisbergs … Ex-Präsident gibt Doping bei Real Sociedad San Sebastian zu | WAZ.de