Staatsverschuldung 2011: 170,6% des BIPs.
Beide Werte wurden (mal wieder) nach oben korrigiert. Vorher wurden 9,1%/BIP und 165,3%/BIP gemeldet. in absoluten Zahlen waren es 19,7 Mrd. Haushaltsminus und 355,7 Mrd. Euro Staatsschulden.
Auch diese Berechnung gilt weiterhin als vorläufig.
Die Werte für 2010 scheinen dagegen endgültig zu sein. Auch dort musste noch einmal korrigiert werden. Das Haushaltsminus für 2010 stieg von 9,9% auf 10,3% des BIPs (also wurde sogar noch einen Promillepunkt stärker korrigiert als das Minus von 2011, was auch zeigt, dass es durchaus nochmal weiter nach unten gehen kann …), der Schuldenstand wurde von 145,0% des BIPs auf 148,3% nach oben korrigiert. (Damit gehen die 5,3% Korrektur für 2011 immerhin zu knapp zwei Dritteln auf die 2010er Korrektur zurück).
Generell änderte sich am absoluten Defizit und Schuldenstand nur relativ wenig. Die prozentualen Angaben (in Prozent des BIPs) sanken vor allem, weil das BIP deutlich nach unten korrigiert wurde.
Irgendwie bezeichnend.
Statistics.gr: Fiscal data for the years 2008‐2011 (PDF)
1:10 pm • 22 Oktober 2012
Das Wachstum 2013 soll vor allem von der zweiten Jahreshälfte ausgehen, die erste wird ähnlich schwach (mehr oder weniger Stagnation) gesehen wie das 2. Halbjahr 2012. Ich halte das für relativ optimistisch. Angesichts der immer neuen Sparprogramme in Europa sehe ich hier kaum Wachstum und wie lange die USA einfach weiter Geld ausgeben können, ist mir auch unklar. Vom Privatsektor werden weder in Europa noch in den USA wirkliche Impulse ausgehen. Ob China und Indien den Karren wirklich alleine aus dem Dreck ziehen können? http://www.ifw-kiel.de/wirtschaftspolitik/konjunkturprognosen/konjunkt/2012/GD-Herbst-12.pdf 12:23 pm • 11 Oktober 2012
Damit sind nach den saisonbereinigten Zahlen mehr als ein Viertel der Griechen arbeitslos. 0,3 Prozentpunkte mehr als im Juni, 7,3 Prozentpunkte mehr als im Juli 2011. Die nicht bereinigten Zahlen sehen etwas besser aus, weil die Tourismus im Sommer einige Arbeitsplätze schafft. Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote lag knapp unter 24%. Das Plus im Vergleich zum Vorjahresmonat (bei nicht bereinigten Zahlen der einzige sinnvolle Vergleich) ist aber ähnlich hoch wie in der bereinigten Quote, hier zeichnet sich also kein Hoffnungsschimmer ab. Die Jugendarbeitslosigkeit ist auch auf ein neues Allzeithoch gestiegen. Von den 15 bis 24-jährigen, die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, sind 54,2% als arbeitslos gemeldet. Auch in neues Hoch und fast 12 Prozentpunkte mehr als im Vorjahresmonat. Zwar gilt hier weiterhin die Einschränkung, dass die Arbeitslosenquote hier verfälscht, weil sie Schüler/Studenten/etc. nicht berücksichtigt. Die Quote unter *allen* Jugendlichen ist niedriger, allerdings ist der Wert auch dort noch viel viel höher als es gesund wäre … Statistics.gr: LABOUR FORCE SURVEY: July 2012 (PDF) 11:59 am • 11 Oktober 2012
Weil Merkel jetzt vielleicht aufwacht. Nur wenn die deutsche Industrie nicht scheinbar unverwundbar immer weiter exportiert, obwohl in Südeuropa die Konjunktur zusammenbricht, hat diese Information eine Chance, bis ganz oben zur Mutti durchzudringen. OK, das ist jetzt eine superoptimistische Interpretation einer schlechten Nachricht. Aber der Grund dafür ist einfach: Ich habe die Hoffnung aufgegeben, dass Merkel aus irgendeinem anderen Grund von ihrer Sparpolitik Abstand nehmen könnte. 48,5 (-0,8 Punkte gegenüber dem Vormonat) sind jetzt schon deutlich unter der 50er-Marke, die Wachstum von Rückgang trennen soll. Der Wert ist der niedrigste seit drei Jahren. Die Aussagekraft des Indikators ist ziemlich gut. Blau der PMI, orange das BIP: Markit Flash Germany PMI (PDF) Der Einkaufsmanagerindex der gesamten Eurozone blieb hingegen stabil, trotz des negativen Einflusses des deutschen Subindexes. Er liegt allerdings auch nur noch bei 46,0 Punkten und damit bereits tief im Rezessionsbereich. 6:15 pm • 21 Juni 2012
Das ist deutlich über den Erwartungen und megadeutlich über meinen eigenen (zumindest denen vom letzten Herbst) … Die Rezessionswette kann ich damit endgültig abhaken, wobei für dem Staatsdefizitteil noch die geringe Resthoffnung bleibt, dass Deutschland massiv Geld nach Brüssel bzw. Griechenland schieben muss … Dass die Abschwächung der europäischen Konjunktur so wenig auf Deutschland durchschlägt, überrascht mich dann doch. Aber die Binnenkonjunktur ist dank des stabilen Arbeitsmarkts und der Lohnerhöhungen weiterhin stabil und das fängt die Einbrüche des Exports nach Südeuropa auf (der Rest der Welt wächst eh stabil …). 8:31 am • 15 Mai 2012
Damit ist die britische Wirtschaft zurück in der Rezession. Zumindest nach der technischen Definition, die da lautet: Zwei Quartal hintereinander, in denen es zu einem Rückgang der Wirtschaftsleistung kam. OK, am Ende ist es Wurscht, ob die Wirtschaft im Zick-Zack-Muster ein Quartal wächst und ein Quartal fällt oder ob sie zwei Quartale etwas fällt und dann wieder wächst. Die letzten 8 Quartale ab 2. Quartal 2010 sehen nun so aus 97,7 98,3 97,9 98,1 98,0 98,6 98,3 98,1 100% ist die Wirtschaftsleistung Großbritanniens im Jahr 2008. Das Tief in der Rezession lag bei 95,3% im zweiten Quartal 2009. Von dort aus ging es vier Quartale nach oben (bis zu 97,7% oben), dann ging es aber nicht mehr wirklich voran. Im Quartalsvergleich legte der Servicesektor um 0,1% zu und trug damit positive 0,1 Prozentpunkte zum BIP bei. Die Produktion sank um 0,4% und drückte das BIP um 0,1 Prozentpunkte, der Bausektor schrumpfte sogar um 3,0% und drückte das BIP um 0,2 Prozentpunkte. Die Landwirtschaft schrumpfte um 1,4%, aber da dieser Sektor in modernen Industrienationen ziemlich unwichtig ist, blieb der Einfluss auf’s BIP bei 0,0 Prozentpunkten. Unterm Strich steht dann das Minus von 0,2% aus der Überschrift. Die Zahlen von heute sind noch eine Vorabschätzung, die können (und werden) sich noch ändern. Vor allem fehlen noch weitere Detailinformationen, z.B. woher das Wachstum im Dienstleistungssektor kam. Diese Aufschlüsselung ist gerade im Fall Großbritanniens spannend, weil in der Vergangenheit das Wachstum fast ausschließlich aus dem Bereich der Finanzdienstleistungen (Banken, Versicherungen, Hedgefonds, Vermögensverwaltungen, …) kam. Wenn man das weiss, weiss man auch, warum sich Großbritannien so gegen die Finanztransaktionssteuer wehrt. Damit würde Großbritannien dem einzigen Sektor, der dem Land noch Wachstum verspricht, Knüppel zwischen die Beine werfen … Ob das langfristig klug ist, sei dahingestellt … Gross Domestic Product: Preliminary Estimate, Q1 2012 Update (15:53): Die aktuelle Rezession in Großbritannien ist tiefer als in der großen Weltwirtschaftskrise in den 30er Jahren. Die Tiefe war ähnlich, die anschließende Erholung war “damals” (schwarz) aber deutlich kräftiger als heute (blaue Kurve). Interessant! FT Alphaville » The UK is back in recession 12:43 pm • 25 April 2012
Damit wurde die Schnellschätzung bestätigt. Auch das Plus für das Gesamtjahr blieb wie zuvor gemeldet bei +3,0%. Das Wachstum kam 2011 vor allem über Investitionen und Dienstleistungen. Bei den Investitionen ragte der Bausektor heraus, der allein 0,6 Prozentpunkte zu den 3,0% Gesamtplus beitrug. Auch der Konsum wuchs weiter stabil. Die Lagerbestände blieben nahezu unverändert, was beruhigend ist, denn hier wird kein Wachstum auf Pump produziert (wie man es in den USA oft beobachten kann). Ebenfalls beruhigend: Das Wachstum hat sich zunehmend ins Inland verlagert. Aus der Differenz zwischen Import und Export kam nur noch ein geringer Beitrag von 0,2 Prozentpunkten. Deutschland wächst also nicht mehr vorrangig über höhere Exporte. 8:44 am • 24 Februar 2012
Baltic Dry fällt weiter - aber keine Panik. Der Fall des Baltic Dry Index war hier schon ein paar Mal Thema. Kein Wunder, gilt er doch als guter Indikator für die weltweite Konjunkturentwicklung. Allerdings misst der Baltic Dry nur Teile der weltweiten Schiffscharterraten und außerdem ist er sehr volatil. Andere Indizes verhalten sich deutlich weniger dramatisch, siehe den oben erwähnten Harpex Index, der die Preise für Containerschiffe misst und sich stabilisiert hat. Außerdem, so unkte ich schon in den älteren Posts zum Thema, tritt das Preistief oft Ende Januar auf. Der Preisrückgang ist also zum Teil normal. Im großen Chart oben kann man diesen Effekt auch sehr gut erkennen. Der Tiefpunkt in der Mitte ist jeweils das chinesische Neujahrsfest (Betriebsferien, …). Die Charterraten fallen fast immer vorher und steigen fast immer nachher gleich wieder an. Das war 2008, 2009, 2010 und 2011 so. Auch 2012 ist es nicht anders. Allerdings ist das Ausmaß schon ein anderes als in den Jahren zuvor. Erstens war der Einbruch vorher außergewöhnlich kräftig. Und zweitens bleibt die eigentlich fällige Erholung bis dato aus. Im Chart noch nicht sichtbar: Heute ging es noch einmal 3% weiter runter auf 680 Punkte. Damit ist der Baltic Dry Index nur noch 14 Zähler vom absoluten Tiefststand von Anfang 2009 entfernt. Es wird also langsam Zeit für die Wende, wenn noch ein neues Tief vermieden werden soll … Kurz: Optimistisch macht der Baltic Dry natürlich nicht, aber Panik sollte man deswegen auch nicht bekommen. 8:48 pm • 31 Januar 2012
Etwas besser als erwartet (+8,7%), deutlich besser als von mit erwartet, etwas schwächer als im Vorquartal (+9,2%). Die von mir befürchtete deutliche Wachstumsabschwächung (auf 6 bis 7%) in China ist zumindest bis dato nicht sichtbar. Warten wir mal ab … Das vierte Quartal zählt für meine Rezessionswette2 eh noch nicht (Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Ich wette mal wieder was) Schwache Konjunktur: Chinas Wachstum auf niedrigstem Stand seit zwei Jahren | FTD.de Update (15:42): Die Baukonjunktur macht mir (für die Wette) durchaus Hoffnung. Die Neubaubeginne sind inzwischen deutlich unter Vorjahresniveau (19-23%). Die Fertigstellungen wachsen nur noch mit etwa 9% gegenüber 36% 2010. JP Morgan hat die Wachstumserwartungen für das erste Quartal 2012 auch schon auf “nur” noch 7,6% gesenkt. 6 oder 7%, wie ich sie erwarte, sind für China Rezessionsniveau. FT Alphaville » China’s GDP, through stimulus-tinted glasses Update 2 (16:19) Standard Chartered überprüft die BIP-Zahlen auf China immer an Hand einer Reihe von Indikatoren, die eigentlich in die gleiche Richtung laufen müssten. So zum Beispiel die Stromerzeugung, Frachtverkehrsaufkommen, etc. Danach besteht kein Zweifel am weiteren Wachstum Chinas, allerdings ist die Abschwächung auch dort sichtbar. Einen weiteren Punkt, der eigentlich in erste Update gehört hätte, möchte ich noch nachtragen: Die Nachfrage nach Wohnungen ist deutlich unter dem Vorjahresniveau. Da die Fertigstellungen noch steigen, hat sich der Lagerbestand deutlich erhöht, was für Preisdruck sorgen dürfte. Standard Chartered sieht den Immobilienmarkt Chinas ebenfalls als Achillesferse der chinesischen Wirtschaft. 10:15 am • 17 Januar 2012
Die Prognose für das Wirtschaftswachstum der EU wurde auf 0,2% gesenkt. Die Wirtschaft in der Eurozone soll sogar mit -0,2% leicht schrumpfen. Da weiterhin Staatsdefizite eingefahren werden (3,2%/BIP) soll die Schuldenquote für den gesamten Euroraum auf 90,2%/BIP steigen. In Deutschland sollen vor allem die Verbraucher die Konjunktur stützen. Maßgeblich getragen wird der Konsum von einer weiter zunehmenden Anzahl von Arbeitsplätzen. Die Weltwirtschaft wird nun mit 3,3% Plus gesehen (nch 3,8% 2011) Japan ist die positive Überraschung (+2,0%), was zum großen Teil aber auf eine Nachholbewegung und das Wiederaufbauprogramm nach der Fukushima Katastrophe zurückzuführen ist. Da viel Geld dafür (4% des BIPs) aus der Staatskasse kommen, wird die Staatsverschuldung Japans wohl auf 215 % des BIPs steigen. Relativ optimistisch ist das ifo Institut auch für China. Dort werden auch 2012 8,2% Plus (nach 9,1% dieses Jahr) gesehen. Das Risiko einer platzenden Immobilienblase wird aber nicht verschwiegen, es könnte im schlimmsten Fall das Wachstum auf 5 oder 6% drücken. Direkt von der Quelle (etwa 80 Seiten, eine Menge interessanter Sachen darin): ifo Konjunkturprognose 2011/2012 (PDF) Oder 
