Wow! Die WAZ Oberhausen hat’s gemerkt. Nur zwei Wochen zu spät …
Und das Schlimmste: Der letzte Abschnitt im Online Artikel (der mit dem Hinweis auf “dubiose Geschäftsmethoden” und die Artikel in der WiWo) fehlt im Print …
Eigentlich müsste Lokaljournalismus an solchen Stellen doch richtig aufdrehen. Betrügerische Bank im eigenen Verbreitungsgebiet. Was ne geile Story. Wie viel geiler als das letzte Schützenfest in irgendeinem Ortsteil.
Und was passiert? Nichts. Zwei Wochen lang. Dann kommt ein herzlich unmotivierter Artikel, in dem (in dem Teil, für den ich bezahle; Print) der spannendste Aspekt fehlt.
Plonk. So versenkt sich selbst der Lokaljournalismus, eigentlich der Teil der Printpresse, dem ich die besten Überlebenschancen zugetraut hätte.
Finanzaufsicht schließt insolvente Bank in Oberhausen | WAZ.de
Zu FXdirekt hier:
9.10.12: WiWo kritisiert FXdirekt massiv - egghat’s not so micro blog
6.12.12: OK, es ist Beschiss. Aber erlaubter … - egghat’s not so micro blog
22.12.12: BAFin schließt umstrittenen Broker FXdirekt - egghat’s not so micro blog
11:02 am • 3 Januar 2013
aber nicht wegen der erhobenen Betrugs- bzw. Manipulationsvorwürfe, sondern weil der Laden schlicht überschuldet ist. Das wirft kein gutes Zeichen auf die BAFin im Kampf gegen den Betrug am Kapitalmarkt, die ersten Ermittlungen gab es immerhin schon 2009. Und seitdem dürften noch einige Tausend Anleger um ihr Geld gebracht worden sein. Vor allem die im zweiten Artikel genannte Entschuldigung der BAFin “Es seien halt spekulative Geschäfte, da könne man schon mal Geld verlieren” ist an Fatalismus (oder ist es Ignoranz?) kaum zu überbieten. Es ist wohl doch ein Unterschied, ob Kunden ihr Geld freiwillig verzocken, oder ob sie zum Verzocken getrieben werden und über falsche Kurse abgezockt werden. Naja, der graue Finanzmarkt in Deutschland ist groß und daran wird sich nichts ändern, solange die BAFin derart unentschlossen gegen mögliche Betrüger vorgeht. WiWo kritisiert FXdirekt massiv - egghat’s not so micro blog OK, es ist Beschiss. Aber erlaubter … - egghat’s not so micro blog 17 Millionen Euro sollen jetzt fehlen. Über den Sicherungsfonds der Wertpapierhandelsbanken sind die Einlagen der Kunden bis 20.000 Euro abgesichert zu 90% abgesichert. Man bekommt also maximal 18.000 Euro Entschädigung. Wahrscheinlich … Klagen von betrogenen Kunden jedoch dürften wohl im Sande verlaufen; es gibt ja nichts mehr zu holen … Es sei denn, man bekommt die Vorstände zu packen. Was aber schwierig ist … Wertpapierhandelsbank: Bafin schließt FXdirekt - Banken - Unternehmen - Handelsblatt 7:18 pm • 22 Dezember 2012
Das ist schon allein deshalb interessant, weil damit nun auch die Ex-Vorstände Ackermann und Breuer im Fadenkreuz der Ermittler stehen. Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass die Deutsche Bank nicht alle Unterlagen im Zusammenhang mit der Pleite des Medienunternehmers Kirch an die Ermittler übergeben habe. Unter Umständen könne es sogar zu Falschaussagen vor Gericht gekommen sein. Man wird sehen, wie das ausgeht. Dass es in dem Verfahren an sich für die Deutsche Bank schlecht aussieht, ging ja schon vor einigen Tagen über die Ticker. Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass der damalige Deutsche Bank Chef Breuer mit seinem öffentlich geäußerten Zweifeln an der Kreditwürdigkeit Kirchs dem Medienunternehmen Schaden zugefügt hat. Wie hoch der Schadensersatz wird, ist noch unklar. Das sollen jetzt die Gutachter entscheiden. Die Spanne soll zwischen 200 Millionen und 1,5 Mrd. Euro liegen. Deutsche Bank muss Erben von Leo Kirch Schadenersatz zahlen - Wirtschaft - Süddeutsche.de 4:15 pm • 20 Dezember 2012
Woppaah. Das ist ja mehr als Doppelte des Betrags, den die britische Barclays zahlen musste. Entweder war die UBS federführend, oder die UBS macht einfach mehr Umsatz im entsprechenden Bereich (und die UBS ist im Rentenhandel groß), oder die Summe bei der UBS ist größer, weil sie damit weltweit aus dem Schneider ist. Immerhin hat sich die japanische Tochter der UBS für schuldig erklärt. Wirklich interessant, wie sich die Summe bei der UBS erhöht hat. UBS vor 450 Mio. $ Strafe für LIBOR Manipulation. - egghat’s not so micro blog Vor wenigen Tagen wurden 1 Mrd. Dollar herumgerüchtet, jetzt sind es 1,4 Mrd. Dollar. Libor-Skandal: UBS zahlt Milliardenstrafe - Finanzen & Börse - derStandard.at › Wirtschaft Ich habe ein paar Sachen zur LIBOR-Manipulation geschrieben. Insbesondere dieser dürfte sich lohnen, weil er eine Unmenge an weiter führenden Links enthält. Vor allem der Artikel zur “Unmanagebarkeit” der internationalen Bankenkonzerne sei noch einmal wärmstens empfohlen. Ich würde nicht komplett ausschließen wollen, dass trotz der verbreiteten Bereitschaft von Banken in der Dunkelgrauzone Geschäfte zu machen, die Zentrale in Zürich nichts von den Geschäften in Japan wusste. (Vielleicht hat es aber auch einfach niemanden interessiert). Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: The great LIBOR Swindle - Part II Update (09:52): Ein paar Hintergründe bei der NZZ: Schwere UBS-Verfehlungen im Libor-Skandal - NZZ.ch, 19.12.2012 Update 2 (10:03): Die Verteilung ist übrigens wie folgt: 910 Mio. Euro (1,2 Mrd. $) gehen an die US-Aufsicht, knapp 200 Millionen Euro (160 Mio. Pfund) an die britische Aufsicht und 49 Mio. Euro (59 Mio. Schweizer Franken) an die Schweizer Aufsicht. Interessant, dass in Japan (wo angeblich ein Hauptteil der Transaktionen stattgefunden hat, nicht bezahlt wird. Vielleicht ist das da nicht strafbar? (Wenn ja, würde ich verstehen, warum die UBS den Schwerpunkt der Taten dorthin “verschoben” hat …) UBS to pay SFr1.4bn in Libor settlement - FT.com Update 3 (10:47): Weil ich ja immer gerne Informationen direkt von der Quelle verlinke, hier die Originalinformationen der UBS: 8:34 am • 19 Dezember 2012
Im Zusammenhang mit den schon länger bekannten Vorwürfen des Umsatzsteuerbetrugs beim Handel mit CO2-Zertifikaten. Auch so ein Thema, zu dem ich immer schon mal etwas mehr schreiben wollte, aber einfach keine Zeit finde … Zentrale in Frankfurt: Polizei-Razzia bei der Deutschen Bank | Nachrichten | hr-online.de Update (12:20): Die FAZ weiss mehr. Ermittlungen deutlich ausgeweitet. Schwerer Steuerbetrug, Geldwäsche, deutlich mehr Verdächtige als vorher. Upssalepadate (12.12.12): Auch gegen den Konzernchef Jürgen Fitschen und Finanzvorstand Stefan Krause wird ermittelt. Deutsche Bank: Ermittlungen auch gegen Fitschen - Wirtschaft - FAZ Update 4: Bester Artikel bisher, alle anderen könnt ihr euch sparen: Betrugsverdacht gegen Deutsche-Bank-Chef Fitschen - Wallstreetjournal.de 11:48 am • 12 Dezember 2012
Schonmal hier gespeichert, mal schauen, ob ich dazu im Laufe des Tages mehr finde … Es liegt natürlich nahe, einen Zusammenhang mit dem Fall Mollath zu vermuten … Update (10:50): Die FAZ hat ein paar Details mehr. Es geht wohl um eine neue Form des Dividendenstrippings und damit nichts, was ich bisher im Zusammenhang mit Mollath gelesen habe. Verdacht auf Steuerhinterziehung: Razzia bei der HypoVereinsbank - Wirtschaft - FAZ Beim Dividendenstripping in der alten Form kaufte man kurz vor der Dividendenausschüttung eine Aktie, kassierte die Dividende inkl. Körperschaftssteuer, und verkaufte anschließend die Aktie wieder. Da die Aktie durch den Dividendenabschlag (normalerweise) fällt, hatte man einen Spekulationsverlust, den man steuerlich geltend machen kann und mit der (zu versteuernden) Dividendeneinnahme verrechnen kann. Ausländer bekamen die Körperschaftssteuergutschrift aber nicht, sondern nur die reine Dividende. Der Kursabschlag war aber logischerweise für die der selbe wie für die inländischen Anleger. Ausländer mussten ihre Aktien also einem Inländer übertragen, der die Körperschaftssteuer kassierte, und bekamen nachher die Aktien und einen Teil der Körperschaftssteuer zurück. Beide profitierten, in die Röhre schaute nur der Fiskus. Wikipedia beschreibt die alte Form noch: Dividendenstripping. Heute funktioniert das etwas anders. Grundlage ist heutzutage eine Sonderregel, die für inländische Kapitalanlagegesellschaften nur 5% der normalen Steuersätze auf die Dividenden vorsieht. Damit wollte der Gesetzgeber erreichen, dass Fondsanleger nicht zweimal Steuern zahlen müssen: Einmal bei der Fondsgesellschaft, die die Dividende kassiert und einmal der Fondsanleger, der die Ausschüttung des Fonds bekommt. Damit wären Aktienfonds sinnlos geworden, weil ein Direktkauf der Aktien (nur einmal Steuern auf Dividenden) steuerlich wesentlich günstiger geworden wäre. Nur gilt diese Regel nicht nur bei Fonds, sondern auch bei jeder anderen Form einer Kapitalanlagegesellschaft, also z.B. auch bei Banken oder bei speziell dafür gegründeten Gesellschaften (Die Altana Sonderausschüttung für den Großaktionär aus der Quandt-Familie vor ein paar Jahren floss z.B. in eine solche Gesellschaft). Nun kann man versuchen, seine Aktien in eine solche Gesellschaft zu stecken und zu sammeln, die Dividende kassieren, und nachher die Aktien wieder in die ursprünglichen Depots zurückschieben. Damit ist man natürlich in einer Grauzone, die der Gesetzgeber als Gestaltungsmissbrauch wertet, sprich er erlaubt es nicht. Vor allem nicht, wenn eine Bank das als Dienstleistung seinen Kunden anbietet. Darum geht es jetzt wohl bei den Ermittlungen. Allerdings: Es ist das Ausnützen einer Steuerlücke, die mit Absicht geschaffen wurde. Es ist also nicht per se illegal, die Banken bewegen sich in einer Grauzone. Die Banken werden sagen: Naja, illegal ist das nicht, hellgraue Grauzone. Der Staat hingegen sieht Gestaltungsmissbrauch und sagt: Wohl illegal, dunkelgraue bis schwarze Grauzone. Am Ende wird das mit 100%iger Sicherheit vor Gericht landen und dort wird das Strafmaß festgelegt (wenn die Vorwürfe überhaupt zutreffen und nachgewiesen werden können). Nicht alle Aktionäre sind trotz Rekordhöhe auf Dividenden erpicht - Finanzen - FAZ 4:22 am • 29 November 2012
Und der nächste Fall … Apollo Bell. Sitz in Großbritannien, Niederlassung und Börsennotiz in Deutschland. Wenig Produkte, viel heiße Luft. Dann im März 2011 insolvent. (mit Navigationsgeräten, einem Markt, der toter als tot ist im Smartphone Zeitalter …) Heute massive Hausdurchsuchungen (20 Objekte), 23 Beschuldigte, … Verdacht der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft: Der Laden sei nur dafür gegründet worden, um per Börsengang einen Haufen Geld in die eigenen Taschen zu holen. Und die ganzen Ankündigungen dienten nur der Kurspusherei. Interessanterweise findet man direkt im ersten Beitrag bei Wallstreet-Online (wo sich Kurspusher nicht wirklich selten blicken lassen) gleich eine Warnung (Wachstumsmarkt mobile Dienste | wallstreet:online). Der Gründer habe vorher schon ähem komische Dinge getrieben … (und steckte unter anderem in der Systaic Pleite drin). Promotet wurde die Aktie wohl vor allem per (eigentlich verbotenen) Telefonanrufen und weniger über Börsenbriefe (konnte in meinem Aktienspam Ordner keinen einzigen Treffer finden) von einer Firma in der Schweiz namens Global Invest Switzerland, über die das von Börse Online betriebene Portal Graumarktinfo (hoffentlich geht das nicht auch unter …) ein paar interessante Informationen zusammengetragen hat: Britische Aktien - Unglaubliche 4000-Prozent-Chance - Warnungen - powered by BÖRSE ONLINE Und schau an, zwei der anderen Aktien, die die promotet haben, sagen mir was: Pure Biogas Solutions und International Solar Systems (ISS). Ich glaube, die Empfehlungen kamen damals per Fax. KAUFT SOWAS NIE. Aktien, die per FAX oder per Telefon oder obskurem Börsenbrief mit Absendeadressen in der Schweiz oder Österreich angepriesen werden, sind mit 99%iger Wahrscheinlichkeit Schrott. Zumindest wenn es sich um Aktien in solchen wenig regulierten Märkten wie dem Open Market dreht. 5:12 pm • 27 November 2012
Krasse Geschichte, deren Wahrheitsgehalt von außen natürlich kaum kontrollierbar ist. Genauso wenig wie der Zusammenhang, den ich aufmerksamkeitserheischend für die Überschrift postuliert habe … (Auch wenn das “Wahngebäude der Schwarzgeldverschiebung” der Einweisungsgrund in die Psychiatrie war und nicht die Gewaltvorwürfe; aber der Reihe nach …) Es geht um die Nürnberger Niederlassung der Hypovereinsbank, in der angeblich systematisch Schwarzgeld gewaschen wurde und verbotene Insidergeschäfte getätigt wurden. Das behauptet der Ex-Ehemann einer Mitarbeiterin der Filiale, der aber inzwischen in der geschlossenen Abteilung der Psychiatrie gelandet ist. Der Süddeutschen Zeitung liegt nach eigenen Angaben inzwischen ein interner Prüfbericht vor, in dem die Anschuldigungen des Ex-Ehemanns zum größten Teil bestätigt werden. Was die HVB zu radikalen Schnitten veranlasst hat. NICHT. Denn den Staatsanwalt bekam den Revisionsbericht erst 8 (!) Jahre später in die Hände. Der große Teil der Straftaten war zu diesem Zeitpunkt bereits verjährt und die Staatsanwaltschaft unternahm nichts. Die Bank auch nicht: Ein paar Mitarbeiter wechselten den Arbeitgeber, aber es gab wohl keine Kündigungen oder gar Anzeigen. Man kann schweigen wie ein Grab. Anscheinend liegt Nürnberg mitten in der Schweiz … (daher kommt wohl der Begriff Fränkische Schweiz ;-) ) Schwarzgeld-Skandal bei der Hypo-Vereinsbank - Wirtschaft - sueddeutsche.de Das erinnert entfernt an die Steuerprüfergeschichte in Hessen, die Ende 2009 publik wurde. Da wurde zu kritisch ermittelt und dann war die Steuerfahnder halt auch zu irgendwie paranoid und wurden dienstunfähig geschrieben. Die hessischen Steuerfahnder waren gar nicht bekloppt. - egghat’s … #Steueroase #Frankfurt - egghat’s not so micro blog Arzt, der hessischer Steuerfahnder für dienstuntauglich geschrieben … Steuerfahnder-Affäre: Falsche Gutachten: Urteil gegen Psychiater … Nochmal ein kleiner Lesehinweis zur hessischen Steuerfahnderaffäre Update (29.11.12): Kurzes Update, da nun der Revisionsbericht online liegt (siehe Update zum “Bekloppten”, der sowas wie Schwarzgeld in einer deutschen Bank für möglich hielt - egghat’s not so micro blog): Es gab doch außerordentliche Kündigungen für die betroffenen Mitarbeiter, die jedoch dieser teilweise durch eine eigene Kündigung “entkamen”. Klagen gab es gegen die Mitarbeiter aber keine. 10:37 am • 13 November 2012
Einmal Haft und zwar 3 Jahre für den Kanadier Aly M. Der kommt aber nach 1,5 Jahren U-Haft direkt wieder frei. Sascha Opel und Christian E. (ehemaliger Focus-Redakteur) kommen mit Bewährung und hohen Geldstrafen davon. Sascha Opel 1 Jahr, 10 Monate & 350.000 Euro, Christian E. einen Monat weniger und 200.000 Euro. Vor allem bei Opel wundert es mich, weil er - laut FTD - zum Zeitpunkt seiner Empfehlungen bereits wegen des gleichen Delikts auf Bewährung bestraft war … Wer will, kann nur den kurzen Artikel zum Urteil lesen: Marktmanipulation: Gericht verhängt Haftstrafe im De Beira Prozess | FTD.de aber auch der lange Artikel ist lesenswert, weil er auch schön erklärt, warum solche Verfahren so lange dauern (die BAFin begann 2006 mit den Ermittlungen) und warum der mutmaßliche Initiator weiterhin unbehelligt bleibt (er sitzt in einer Alpenrepublik (nicht die, die ihr wahrscheinlich vermutet), die Aktienmanipulation nicht als Straftat ansieht und daher nicht ausliefert.) Das ganze Thema bleibt ein Trauerspiel. Es gibt zwar nun Strafen, die Anleger hingegen haben davon wohl nichts. Das Vermögen von Aly M. hat der Staat zwar blockiert, aber an Anleger wird das Geld wohl nicht gehen. Diese müssen erst klagen und dabei den 1:1 Zusammenhang zwischen den Kaufempfehlungen und dem Kauf belegen. Das aber ist einigermaßen unmöglich und schon viele Verfahren in ähnlichen Sachverhalten sind an diesem Nachweis gescheitert … Im besten Fall könnte es außergerichtliche Vergleiche geben wie damals bei Markus Frick. Marktmanipulation: Scalping mit der De-Beira-Aktie | FTD.de 12:59 pm • 15 Oktober 2012
Abzocke an der Grenze zum Betrug. Und dabei geht es nicht um die naheliegende Kritik, dass das CFD Zocken mit hohem Hebel, das die FXDirekt veranstaltet, nichts für Otto-Normal-Anleger ist. Sondern ganz konkret, dass die FXDirekt auf mehreren Wegen den Kunden das Geld aus der Tasche zieht. Es soll bereits beim Demokonto anfangen, in die potenzielle Neukunden hineingequatscht werden. Konkrete Manipulation: Zeitverzögerung. Der potenzielle Neukunde sieht also einen alten Kurs (DAX 10:30: 8.234 Punkte), der “Berater” den aktuellen (DAX 10:34: 8.248 Punkte). Dem Neukunden wird jetzt empfohlen, mal einen Tausender auf einen steigenden DAX mit einem abstrus hohen Hebel zu setzen. Der Kunde verkauft dann mit dem Kurs von 10:35, der höchstwahrscheinlich näher an den 8.248 als den 8.234 liegt, und hat vermeintlich einen satten Gewinn eingefahren. So leicht ist Geld verdienen also, sagt der Berater dem potenziellen Neukunden. Kunde glaubt das und schließt einen Vertrag für ein echtes Konto ab. Da geht die Zockerei überraschenderweise völlig schief und die Konten sind schneller leer als der Kunde kucken kann. Die WiWo behauptet, die Bank würde absichtlich dafür sorgen, dass Orders im internen System bleiben und dort (manchmal) Kurse so gestellt werden, dass Limits (vor allem Stop-Loss-Limits) ausgelöst werden und beim anschließenden unlimitierten Verkauf der Kunde über den Tisch gezogen wird. Weitere Vorwürfe: FXdirekt würde mit zwei Spreads arbeiten (einem engen für die Kursanzeige, einem weiten bei der Abrechnung), die Kurse seien unfair, die Indizes als Basiswert wären absichtlich nur “ähnlich” zum Original, damit Abweichungen leichter möglich seien, etc. pp. Im Endeffekt so ziemlich jeder miese Trick, den betrügerische Broker und Händler schon seit Jahrzehnten machen. Die FXdirekt dementiert nahezu alles. Welche Aussage nun stimmt, weiss ich natürlich auch nicht, auch wenn die FXdirekt keine 2 Kilometer entfernt ist … Mal schauen, wie sich das weiter entwickelt. Die BAFin war bereits zur Kontrolle vor Ort, konnte aber nichts finden. Es sei allerdings auch nur eine Routineüberprüfung gewesen. Wer meine Meinung zur BAFin kennt, weiss, dass ich mich nicht wundern würde, wenn die BAFin was übersehen hätte …