Das ist doch mal eine gute Nachricht.
Es geht zwar nicht um die Petrohunter/SdK-Geschichte und auch nicht mehr um den Börsenbäcker (das Verfahren scheint mit der Bewährungsstrafe abgeschlossen zu sein, siehe 21 Monate auf Bewährung für Markus Frick - egghat’s not so micro blog), sondern um den noch viel älteren Fall von de Beira Goldmines.
Das war eine völlig wertlose Goldmine, die in Deutschland (und zwar nur hier) wie der nächste Goldmajor gehandelt wurde. Natürlich nicht durch Zufall, sondern von Aktienpromotern gesteuert. Diese versprachen das Blaue vom Himmel (u.a. dabei der Focus) und wie der gierige (deutsche) Anleger so ist, kaufte der die Aktie wie wild. Bis irgendwann die Wahrheit ans Licht kam und sich der gesamte Börsenwert (zwischenzeitlich immerhin 500 Millionen Euro) in Luft auslöste. Eine gute Zusammenfassung der de Beira Story findet man z.B. in der WiWo.
Aber das sind ja keine guten Nachrichten, die gute ist: Zum ersten Mal hat eine deutsche Staatsanwaltschaft (Stuttgart, wo de Beira gehandelt wurde) sich einen der Hintermänner aus Kanada ausliefern lassen und will diesen vor Gericht bringen.
Bisher waren die Strafen für Börsenmanipulationen direkt doppelt lächerlich: Die deutschen Beteiligten kamen meistens mit (zu) geringen Strafen davon (große Ausnahme: Urteil gegen Hedgefonds Manager Kiener: 10 Jahre und 8 Monate Haft - egghat’s not so micro blog, überlicher sind solche Urteile: 21 Monate auf Bewährung für Markus Frick - egghat’s not so micro blog), aber noch schlimmer, dass die ausländischen Hintermänner bisher völlig ungeschoren davonkamen. Meistens reichte es, den Sitz in die Schweiz oder nach Österreich zu verlegen, und die deutsche Staatsanwaltschaft kapitulierte. Über den Atlantik griff der “lange Arm” der Staatsanwaltschaft noch nie (zumindest kann ich mich nicht daran erinnern).
Ganz so positiv, wie es die FTD formuliert (“Schlinge zieht sich zu”), würde ich es nicht ausdrücken. Denn es muss sich erst noch zeigen, ob dieses härtere Vorgehen eine einmalige Ausnahme bleibt oder ob sich die Staatsanwaltschaft jetzt immer so viel Mühe macht. Und selbst dann müsste es ja auch noch ein angemessenes Urteil geben bis aus Anlegersicht der Gerechtigkeit Genüge getan wäre. Und daran habe ich durchaus einige Zweifel.
Verdacht auf Marktmanipulation: Schlinge um Aktienabzocker zieht sich zu | FTD.de