Nachdem sich die ifo Geschäftsklima Index in der ersten Jahreshälfte ziemlich konstant auf Rekordniveaus bei 114 bis 115 Punkten befand, kommt nun die Ernüchterung. Bereits im Juli ging es um 1,5 Punkte auf 112,9 runter, im August folgte ein Einbruch um satte 4,2 auf 108,7 Punkte. Damit liegt der Index nun auch im Jahresvergleich wieder im Minus (2,6 Punkte).
Gerade im Jahresvergleich wird deutlich, wo die Änderungen passierten: Denn der Indikator, der die aktuelle Lage abbilden soll, liegt mit 118,1 Punkten (-3,3 im Monatsvergleich) noch deutlich über dem Vorjahreswert von 113,4, die Einschätzung der Zukunft (Erwartungen im ifo Jargon) ist hingegen von 109,2 im Vorjahr auf 100,1 zurückgegangen (im Monatsvergleich 4,9 Punkte).
Die Kurzversion ist also: Im Moment ist noch alles in bester Ordnung, aber egal wohin man schaut, brauen sich Gewitterwolken zusammen.
Das kann durch ein Übermaß an Angst bedingt sein, was naturgemäß auch wieder schnell verschwinden kann. Aber da Wirtschaft zu großen Teilen eben auch Psychologie ist, sollte man diese deutliche Eintrübung auch nicht unterschätzen.
Alles in Dunkelschwarz malen, ist ebenfalls nicht angebracht, denn selbst die deutlich eingebrochenen Erwartungen liegen ja ziemlich genau bei 100, also dem, was das ifo Institut als Normalzone definiert hat. Zum Vergleich: In der Finanzkrise 1.0 (Lehman) sanken die Erwartungen sogar unter 80 …