Das ist eine Stufe niedriger als vorher, aber immer noch die vierthöchste. Immerhin ist der Ausblick stabil, ein schneller Abfall in die Einfach-A-Klasse ist somit nicht zu erwarten.
Moody’s sorgt sich vor allem um die Haushaltsstabilisierung Japans. Die Erdbeben/Tsunami Katastrophe hat die Wirtschaft nachhaltig beeinträchtigt und dazu beigetragen, dass Japan das Japan seine Haushaltskonsolidierungziele weit nach hinten verschoben hat. Ex-Ministerpräsident Koizumi wollte das Primärsaldo (Haushalt ohne Zinskosten) bis 2012 ausgleichen, inzwischen wurde dieser Zeitpunkt auf 2020 verschoben. Wie dieses Sparziel erreicht werden soll, ist Moody’s unklar. Nur die Anhebung der Mehrwertsteuer auf 10% dürfte nach EInschätzung der Ratingeperten kaum ausreichen.
Der aktuellen Schulden türmen sich auf 233% des BIPs auf, zum Vergleich liegt Griechenland bei etwa 160%, Irland bei etwa 100%. Dass Japan trotzdem noch zwei As hat, liegt an den hohen Auslandsvermögen und der niedrigen Auslandsverschuldung. Japan ist nämlich fast ausschließlich im Inland verschuldet und daher hat die gesamte Volkswirtschaft (also Staat+Private+Banken+Unternehmen) immer noch ein Vermögensplus gegenüber dem Ausland. Moody’s sieht die NIIP (Net International Investment Position) mit mehr als 50% des BIPs im Plus. Japan ist neben Deutschland und China eines der weniger Länder weltweit, die eine spürbare positive Vermögensbilanz gegenüber dem Ausland haben.
Leider fehlt im Moody’s Statement eine Schätzung für das Schuldenhoch. Hätte mich mal interessiert, wie hoch der Wert bis 2020 steigt. Bei einem aktuellen Haushaltminus von 7% des BIPs scheinen auch 280% oder gar 300% nicht ausgeschlossen. Unvorstellbare Werte eigentlich …