Das ist aber ein schwaches Wachstum, das die Wirtschaft Großbritanniens im zweiten Quartal nach der ersten Vorabschätzung der Statistikbehörde erreichen konnte.
0,2% Plus sind noch weniger als die 0,5% des Vorquartals. Die Jahresrate, die im letzten Sommer noch bei mehr als 2,5% lag, ist nun wieder auf 0,7% zurückgefallen.
Die Statistikbehörde verweist auf einige Besonderheiten: Den Tsunami in Japan, den zusätzlichen Feiertag für die königliche Hochzeit und das warme Wetter im April. Nun ja, immerhin hat sich die Hochzeit nicht als Konjunkturturbo entpuppt, wie einige Beobachter vor meinten (und von mir Häme dafür kassierten, Spiegel: “Dümpelwirtschaft: England hofft auf Konjunkturschub durch Hochzeit” - egghat’s not so micro blog).
Interessant die Zusammensetzung:
Aus dem Finanzsektor kam ein Wachstumsbeitrag von 0,2 Prozentpunkten, ergo kam das gesamte Wachstum aus diesem Bereich. Großbritannien bleibt damit ein “One-Trick-Pony”, ohne die City of London würde sich in Großbritannien wachstumsmäßig kaum noch was tun, in diesem Quartal exakt 0,0%. Die Industrie lieferte sogar einen negativen Wachstumsbeitrag von 0,1 Prozentpunkten, der Servicesektor (exkl. Finanzen) ein Plus von 0,1 Prozentpunkten.
Jetzt würde ich noch gerne wissen, wie viele Zweitrundeneffekte (also z.B. Neubau von repräsentativen Bürogebäuden) auf das Konto der wieder erstarkten Finanzbranche gehen. Wahrscheinlich wäre das Vereinigte Königreich ohne Börse, Hedgefonds, Family Offices, etc. schon wieder in die Rezession zurückgefallen. Oder anders gesagt: Dreht der Trend an den Weltbörsen deutlich nach unten, sackt die Konjunktur in Großbritannien wahrscheinlich auch direkt wieder weg …
Pressemitteilung:
National Statistics Online - GDP Growth
oder detaillierter: