Was ich hier oft so lakonisch dahersage (“wenn Griechenland Pleite geht, geht auch der griechische Bankensektor Pleite, also bei einer Umschuldung bitte auch daran denken”), kann man natürlich auch etwas länger schreiben, vernünftig herleiten und mit einem schönen Chart anreichern.
Hört sich jetzt vielleicht ein wenig negativ an, sollte aber eigentlich gar nicht so sein. Denn der Economist hat sich die Mühe gemacht, die Auswirkungen eines 50%igen Haircuts der griechischen Staatsschulden auf die griechischen Banken durchzurechnen.
Bei der National Bank of Greece (Bilanzsumme etwa 135 Milliarden Euro) würde die Eigenkapitalquote von knapp 8 auf 3% sinken.
EFG Eurobank (110 Mrd. €): Von gut 5% —> unter 1%.
Alpha Bank (gut 80 Mrd. Euro): Vorher 6,5% , nachher knapp 4%.
Piraeus Bank (knapp 80 Mrd.): Von gut 6% auf 0 (upps).
Marfin (knapp 50 Mrd.) würde von knapp 9% auf 6% Eigenkapitalquote sinken.
Selbst im am stärksten betroffenen Bankensektor in Griechenland würde nur eine Bank direkt die Grätsche machen, nämlich die Piraeus Bank. Die anderen hätten immerhin noch Eigenkapital, wenn auch viel zu wenig. Der Staat (sonst wird sich wohl kaum jemand finden) müsste also wieder kräftig auffüllen.
Unabhängig davon ist die Liquiditätslage der griechischen Banken zu beachten. Sollten griechische Staatsanleihen nicht weiterhin als Sicherheit bei der EZB akzeptiert werden, bricht den griechischen Banken die wichtigste Säule der Refinanzierung zusammen und dann ist Schicht. Daran gibt’s nichts zu deuteln.
Greek banks: The first casualties | The Economist
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