Zumindest so weit sich das aktuell absehen lässt. Die im letzten Jahr zweimal deutlich gesenkte Einspeisevergütung zeigt ihre Wirkung; die Zeit der (von mir oft kritisierten) risikolosen zweistelligen Renditen für Dachflächenbesitzer ist vorbei.
Nach Schätzungen des Solarverbands und des Umweltministeriums sind in den entscheidenden drei Monaten März bis Mai nur 700 MW neue Fotovoltaik-Anlagen in Deutschland installiert worden. Hochgerechnet ergibt das 2,8 Gigawatt pro Jahr. Damit bleibt die neu installierte Leistung unter der Grenze von 3,5 Gigawatt, ab der Anfang Juli zusätzlich gekürzt würde (Staffel: ab 3,5 GW um 3%, ab 4,5 GW um 6%, ab 5,5 GW um 9%, ab 6,5 GW 12% und ab 7,5 GW um 15%).
Möglicherweise lauert dahinter aber ein Trick der Branche: Man installiert (oder meldet?) die neuen Anlagen womöglich erst im Juni. Letztes Jahr waren es allein im Juni 2 Gigawatt Leistung, also deutlich mehr als im März bis Mai. Das könnte auch dieses Jahr drohen. Denn auf der einen Seite macht für die Branche die Verschiebung in den Juni Sinn (wegen der Berechnung), außerdem will der Kunde die Anlage auch im Juni angeschlossen haben, weil ab Juli die Einspeisung sinkt (OK, dieses Jahr nicht).
Erneuerbare Energien: Kürzung der Solarförderung fällt aus | FTD.de
Das ganze zeigt aber nur wieder, wie dämlich Politiker bei der willkürlichen Festlegung solcher Grenzen sind. Warum werden nur drei Monate herangezogen und nicht 12 (dann lässt sich nichts tricksen)? Warum wird nur einmal im Jahr zusätzlich gekürzt und nicht quartalsweise oder gar monatlich? Solche Effekte treten an unnatürlichen Grenzen immer auf. Am Ende des Jahres werden auch immer noch irgendwelche Budgets verbraten, wenn noch Geld übrig ist; im Grunde ein ähnlicher Effekt. Daher wäre es sinnvoll, die Anpassung automatisiert und häufig vorzunehmen, wie ich es schon vor einer halben Ewigkeit gefordert habe:
VORSCHLAG: EINSPEISEVERGÜTUNG FÜR EEG DYNAMISCH UND AUTOMATISCH ANPASSEN.
Ich will aber nicht zu viel meckern, immerhin liegt die aktuelle Umsetzung schon viel näher an einer sinnvollen Vorgehensweise als die völlig idiotische Überforderung der Solarenergie 2009 und im ersten Halbjahr 2010. Diese sichert uns nicht einmal 2% des Stroms und bringt im Gegenzug für 2009 14 Mrd. Stromkosten und für’s erste Halbjahr 2010 16 Mrd. (siehe meine Solarschuldenrechnung 2).
Daher geht die Forderung der Solarstromgegner in der CDU, die eine Kappung der zusätzlichen Fotovoltaikkapazität auf 1 Gigawatt fordern, auch ins Leere. Erstens ist das eine Grenze und dazu noch eine viel zu niedrige (wir brauchen doch nach der AKW Abschaltung neue Stromquellen) und zweitens ist nicht die Menge entscheidend, sondern der Preis! Das vorrangige Ziel der Förderung war doch nie, so viel Solarzellen wie möglich auf die Dächer zu bekommen (egal was es kostet), sondern die Kosten so schnell wie möglich zu senken: damit die Technologie wettbewerbsfähig. Dann installieren die Leute nämlich von ganz alleine!