Was die schweizerische Zeitschrift Cash so nennt, ist in der Originalquelle bei der Welt eher ein (interner) Vorschlag von Wolfgang Schäuble, der damit (laut Einschätzung der Welt) zudem noch alleine dasteht.
Ich glaube aber trotzdem, dass ein solches Modell näher an der endgültigen Lösung sein könnte als viele heute glauben.
Es geht im Endeffekt um eine *freiwillige* Laufzeitverlängerung der griechischen Anleihen, bei gleichzeitiger Bevorzugung der neuen Anleihen im Pleitefall. Die alten Anleihen könnten dann einen Haircut bekommen, die neuen, in die man umtauschen kann, würden aber weiter voll bedient. Die Laufzeitverlängerung soll 7 Jahre betragen.
Die alten Anleihen will man mit Collective Action Clauses (CAC) zusätzlich verschlechtern, wenn Griechenland bestimmte Ziele nicht erreicht. Problem dabei ist aber, dass die Drohung mit CACs von den internationalen Gremien als Default (sprich Zahlungsausfall, ergo Pleite) gewertet werden kann, weil die Umschuldung nicht freiwillig erfolgt. Damit würden die Kreditausfallversicherungen fällig, was eigentlich vermieden werden soll.
Außerdem soll die EZB nach einer gewissen Zeit nur noch die neuen Anleihen als Sicherheit akzeptieren. Damit wären insbesondere die griechischen Banken, die sich defakto ausschließlich über die EZB (mit griechischen Staatsanleihen als “Sicherheit”) finanzieren, zu einem Umtausch gezwungen.
Das wichtigste Problem bei diesem Vorschlag dürfte aber sein, dass so kein Schuldenschnitt stattfindet. Und ich bin mir fast sicher, dass angesichts der großen Probleme Griechenlands eine reine Laufzeitverlängerung zu wenig ist.
Griechenland-Hilfe: Schäuble verschärft Druck auf Privatgläubiger - Nachrichten Wirtschaft - WELT ONLINE
Steht nun das Modell für Griechenland-Umschuldung? | Börsen-Ticker | News | CASH
Ich glaube, dass es einen Haircut geben wird. Diesen preist der Markt eh schon lange ein. Der Umtausch in neue Anleihen wird dann rein freiwillig erfolgen, die neuen Anleihen werden irgendwie besser besichert (sei es durch die EU, sei es durch Sicherheiten wie Grundbesitz der Griechen (angeblich hat der griechische Staat doch Werte von 300 Milliarden, auch wenn ich zweifle). Den griechischen Bankensektor muss man bei der Nummer direkt mitretten, aber daran geht eh kein Weg vorbei. Reinhardt/Rogoff sehen 90% Staatsverschuldung auf’s BIP als die Schwelle an, ab der deutlich negative Wachstumseffekte von der Staatsverschuldung ausgehen. Bei 150% wie in Griechenland muss man nicht lange darüber nachdenken, ob man das Ruder noch herumreissen kann. Die Zinsbelastung und die noch kommenden wirtschaftsdämpfenden Effekte aus weiteren Einsparungen (das laufende Minus liegt ja immer noch bei 9% des BIPs) machen eine Wende quasi unmöglich.
(das sollte eigentlich ins Hauptblog, aber da geht das gerade aus irgendwelchen technischen Gründen nicht und ich muss jetzt Grillage kaufen).