So langsam lässt es sich nicht mehr wegdiskutieren: Die Griechen plündern die Konten ihrer Banken. Da wird sowohl die Angst vor einer Pleite der Bank hereinspielen, vielleicht aber auch die Angst vor einer Abwertung der Bankeinlagen, sollte Griechenland doch noch aus dem Euro ausscheren (ist zwar unwahrscheinlich, aber sicher ist sicher).
Was man aber anmerken muss: Das ist beileibe keine neue Entwicklung. Die Bankeinlagen sinken schon seit Anfang 2010. Ich hatte darauf auch vor gut einem Jahr hingewiesen:
Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Zahl des Tages (06.04.10): 8.000.000.000
Allerdings nimmt die Geschwindigkeit zu. Waren es 2010 noch 8 Mrd. Euro Abflüsse in zwei Monaten, waren es dieses Jahr 31 Mrd. Euro in den ersten vier Monaten. Um einen Vergleich für das Ausmaß zu haben: Der Faktor 10 ergibt den (ungefähr) passenden Wert für Deutschland. Man kann sich vorstellen, wie es den deutschen Banken gehen würde, wenn die Deutschen weit über 300 Milliarden Euro von ihren Konten abheben würden …
Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass die Kapitalstrukturen der griechischen Banken noch stimmen …
Übrigens bleibe ich bei meiner Einschätzung, dass bereits die erste Rettung für Griechenland maßgeblich den griechischen (und natürlich den ausländischen) galt. Die waren nämlich damals pleite und wären es heute auch sofort, wenn dem griechischen Staat das Geld ausgeht. Gilt analog für Irland (hab ich auch mal was zu geschrieben) und Spanien …