Auch an dieser Stelle kamen schonmal flappsige Bemerkungen mit der Frage, warum der Staat nicht einfach einen Haufen Steuerfahnder einstellt, wenn diese doch etwa 1 Millionen Euro pro Kopf Mehreinnahmen einspielen. Das fordert die Deutsche Steuergewerkschaft gerne …
Die Rechnung hat aber zwei Haken:
a) Ein großer Teil der festgesetzten Steuernachzahlungen wird nicht eingetrieben. Je nach Bundesland werden nur 30% bis 70% der festgesetzten Steuernachzahlung auch tatsächlich gezahlt. Aus der Bruttosumme von 1,6 Mrd. Euro werden dann 500 Mio. bis 1 Milliarde. Die Deutsche Steuergewerkschaft (DTSG) rechnet natürlich mit den 1,6 Milliarden …. (Weiss zufällig jemand, was die Hauptgründe für den Unterschied von 100% und 30% sind? Firmen, die schon pleite sind?)
b) Die Kosten der Steuerfahnder bestehen nicht nur aus Löhnen, sondern auch aus Miete, IT, Sekretären, … Markt intern errechnet auf Basis der einzigen öffentlichen Zahlen für Berlin bundesweite Kosten von 225 Millionen Euro für die Steuerfahndung.
Allerdings - und diesen Schluss klemmt sich markt intern - lohnen sich mehr Steuerfahnder dann immer noch. Auch im schlechten Fall stehen knapp 250 Millionen Kosten Einnahmen von 500 Millionen Euro gegenüber. Das ist allerdings zugegeben etwas anderes als wenn man 50.000 Euro Jahreseinkommen gegen 1 Millionen Steuermehreinnahmen stellt.Die wichtigste Aufgabe der Steuerfahnder dürfte eh die Abschreckung sein. Man muss halt Angst haben, erwischt zu werden. Sonst bekommt man nämlich griechische Verhältnisse …
Steuerfahnder bringen nicht, was ihre Lobby verspricht : Markt Intern Verlag GmbH