Das ist ganz interessant, weil er zum Zeitpunkt der Manipulation wohl selber noch auf Bewährung unterwegs war.
De Beira war nicht die erste Manipulation der Börsenbriefschreibers Opel. Aber das übliche Schema: Man kauft sich selber einen Haufen Aktien, fängt dann an, eine (normalerweise ziemlich wertlose) Firma in den Himmel zu promoten. Über den eigenen Börsenbrief, über (damals noch übliche) Telefonhotlines und die einschlägigen Diskussionsforen im Internet. Anschließend gibt man die Aktien dann zu deutlich höheren Kursen an dumme Privatanleger ab. Sascha Opel hat damit 2 Millionen verdient. Der Schaden bei den Anlegern draussen, die in die Aktie reingequatscht wurden, dürfte aber um einiges größer sein. De Beira entpuppte sich am Ende als komplett wertloses Unternehmen, war am Höhepunkt der Promotionswelle aber etwa 600 Millionen Dollar wert. Der Schaden, der Privatanlegern entstand, dürfte zigfach über die 2 Millionen hinausgehen. Nur einklagen können wird das kaum jemand (wer soll denn auch zahlen).
Dass Opel, der sich als kleiner unwissender am Ring durch die Manege geführter Börsenschreiberling geriert, jetzt wohl mit Bewährung davon kommt, finde ich einen ziemlichen Witz. Angesichts des Schadens und vor allem weil er Wiederholungstäter ist.
Prozess gegen Ex-Finanzjournalisten: Sascha Opel gesteht Aktienmanipulation | FTD.de
Update (23.09.12):
Noch kurz nachgereicht sei der Bericht, in dem stand, dass Opel damals noch in der Bewährungsfrist war:
Prozess um Kursmanipulation: Sascha Opel - Der Raketenzünder | FTD.de
Update 2 (03.10.12):
Auch der kanadische Drahtzieher Aly M. gesteht nun:
Marktmanipulation: Mutmaßlicher Drahtzieher im Fall De Beira gesteht | FTD.de
Aly M. hatte vor Beginn der Promotion 50% des Freefloats der de Beira Aktien gekauft … Die Hälfte. Wow!
10:37 am • 21 September 2012