Keine ganz neue Erkenntnis. Die Umlagefinanzierung hat gewisse Probleme, die kapitalgedeckte aber auch.
Die wachsende Lebenserwartung lässt die umlagefinanzierten Renten (also die staatliche) sinken bzw. die Beiträge steigen. Das Problem hat die kapitalgedeckte Rente aber auch. Einziges Gegenmittel: Länger arbeiten oder mehr einzahlen oder weniger herausbekommen.
Das Problem mit mehr Leistungsempfängern vs. weniger Beitragszahlern bei steigender Arbeitslosigkeit hat die kapitalgedeckte Rente nicht. Hier wird das Problem auf den Einzelnen abgewälzt.
Ein Problem hat die kapitalgedeckte Altersvorsorge aber, das die Rente per Umlage nicht hat: Einbrüche auf dem Kapitalmarkt. Sei es ein Einbruch auf dem Aktienmarkt (der aber traditionell in Deutschland nicht die Rolle spielt wie z.B. in den USA, weil die Aktienanteile hier geringer sind) oder ein Einbruch der Renditen.
Genau dieses Problem stellt sich jetzt: Die Altersvorsorgekassen, in die viele Freiberufler einzahlen, schaffen es nicht mehr, bei 1,3% Zinsen für Bundesanleihen vernünftige Renditen zu erwirtschaften. Mehr Rendite gibt es nur bei höheren Risiken (die aber auch keiner in Kauf nehmen will).
Die Beispielrechnungen mit 4, 6 oder 8% Rendite, die noch vor wenigen Jahren üblich waren, gehen nicht einmal mehr im Ansatz auf.
In Japan waren die Zinsen wegen der dort herrschenden Deflation auch sehr lange sehr niedrig. Die Versicherungen konnten die versprochenen Renditen nicht auszahlen und gingen reihenweise Pleite, bzw. mussten mit Staatshilfe zwangsfusioniert werden.
Kürzungen wegen Niedrigzinsen: Freiberufler müssen um ihre Renten bangen | FTD.de