Tjoah, gute Zustandbeschreibung, die wenig Hoffnung macht.
Denn wenn man zurückschaut, stellt man fest, dass die EZB schon vor der Krise Probleme hatte, die Zinsen richtig fest zusetzen. Für Spanien waren die Zinsen zu niedrig (was einen Bauboom auslöste), für Deutschland waren sie (vor 10 Jahren zumindest) zu hoch (was Deutschland 2003-2005 ziemlich blockierte).
Damals sahen die Märkte die Eurozone als eine Zone, sprich der Leitzins führte in allen Ländern zu ähnlichen Zinssätzen.
Nun driftet die Eurozone aber auseinander, Deutschland zahlt sehr niedrige Zinsen, Spanien und Italien zahlen hohe Zinsen. Dummerweise sollte es genau anders herum sein.
Mir ist völlig schleierhaft, wie die EZB den Zins *jetzt* richtig setzen will, wo wir kein einheitliches Zinsniveau mehr haben, und dieses uneinheitliche Zinsniveau auch noch in die falsche Richtung geht: Wir haben hohe Zinsen, wo die Konjunktur nach niedrigen verlangt und umgekehrt.
Es bleiben direkte Ankäufe von Staatsanleihen aus den Ländern, die niedrige Zinsen brauchen. Aber das bringt ziemlich wenig … Denn in diesem Markt gelten die Regeln von Angebot und Nachfrage nur sehr eingeschränkt. Wenn die Anleger nicht glauben, dass Griechenland die Anleihen zurückzahlt, ist es nahezu egal, ob die EZB 20, 50 oder 80% der Anleihen vom Markt nimmt. Unter 30% Rendite pro Jahr fasst die Dinger keiner an. Helfen würde es nur, wenn die Schuldenlast Griechenlands sinken würde (oder die Wirtschaft dort wieder wächst).
Hmmm, mal sehen, was da gleich aus Frankfurt kommt …