Technisch keine Haft, sondern Sicherheitsverwahrung.
Ort: Oberhausen, im alten Gefängnis, das wegen Unrentabilität aufgegeben wurde.
NRW fehlten Plätze, neue Anstalt wurde nicht rechtzeitig fertig. Vorschlag: In Hessen sind Plätze frei, zahlt etwas Geld und holt die Insassen nachher in die neue Anstalt zurück. Abgelehnt, weil zu logisch. (Ob ein Gefängnis mitten in der Innenstadt Sinn macht, lass ich mal beiseite).
Dann lieber Oberhausen renoviert und sicherheitsmäßig auf neuen Stand gebracht. Kosten 1,15 Millionen. Wohlgemerkt für eine Lösung, die vom ersten Tag nur temporär war.
Betrieb hochgefahren. 27 Angestellte. Kosten pro Jahr: 3 Millionen.
Irgendwann kam dann auch der erste Insasse und durfte sich dann auch einer Exklusivbetreuung durch 27 Angestellte erfreuen ;-) Einen zweiten Insassen gab es nie.
Jetzt soll das Gebäude sogar abgerissen werden.
Grandioser Fail.
Ausrede der Politik: Die Sicherheitsverwahrung sei von den Richtern seltener verhängt worden als erwartet. OK, das mag ja sein, aber einer statt 18? Kann man so daneben liegen? Anders gefragt: Darf man seinen eigenen Prognosen so sehr vertrauen, dass man lieber die Lösung mit den hohen Fixkosten wählt (selber bauen) als die mit den niedrigen Fixkosten (nach Hessen auslagern)?
Teuer sanierte Therapieanstalt in Oberhausen soll abgerissen werden | NRZ.de