Wir schätzen uns selber netter, altruistischer und ehrlicher ein als wir es wirklich sind.
Bei unseren Mitmenschen können wir das sehr gut (sprich objektiv) einschätzen, bei uns selber versagen wir in der (Selbst-) Einschätzung aber ziemlich.
Der entscheidende Unterschied: Die Bemühung! Wenn wir die besten Absichten haben, reicht das bereits für eine gute Einschätzung aus.
Der Versuchsaufbau: Hand in eiskaltes Wasser, für jede Minute gibt’s Geld für einen guten Zweck. Vorher muss man schätzen, wie lange man das schafft. In der Praxis überschätzen sich die Leute und ziehen die Hand deutlich früher als geschätzt aus dem Wasser.
Es geht aber nicht um die Zeit, die die Hand drin war, sondern nur um die Beurteilung der Aktion. Bei sich selber urteilt man nämlich nach der Absicht, die Hand drin zu lassen. Also nach der Schätzung, für die man sich schließlich auch angestrengt hat. Bei anderen Menschen hingegen urteilt man nur nach der Zeit. Und diese schneiden dann natürlich viel schlechter ab als man selber.
Ziemlich spannend. Erklärt am Ende nicht nur manches altruistisches (ökonomisches) Verhalten, sondern auch den latenten Sexismus und die latente Ausländerfeindlichkeit.