10,25 Mrd. Euro Abschreibungen und Risikovorsorge, 8,9 Mrd. davon auf Griechenlandanleihen. Ich dachte, die HRE wäre Real Estate gewesen und nicht Staatsanleihenkäufer …
Die Abwicklung des ganzen Giftmülls in der HRE Bilanz kommt nur ziemlich schleppend voran. Der Nominalwert der Assets sank nur von 175,7 auf 160,7 Mrd. Euro, also weniger als 9%. Bei der Geschwindigkeit (auch wenn man das nicht so einfach hochrechnen kann) kann uns die FMS noch 11 Jahre lang mit Verlusten beglücken …
Krass ist übrigens, dass sich die Bilanzsumme der FMS sogar noch erhöhte! Der Grund: Die FMS hat noch so viele alte Spekulationsgeschäfte offen und musste für diese weitere Sicherheiten zur Verfügung stellen.
Ich bin mir sicher, dass man in der Bilanz noch spannende Sachen finden könnte. Ich werde dafür aber keine Zeit haben, für Hinweise auf gute Analysen gibt es wie immer die Kommentare …
Griechenland-Abschreibungen verursachen hohen Verlust
Update (12:32).
Die Geschichte hört übrigens nicht auf. Nach Griechenland kommt jetzt Spanien:
“Die FMS Wertmanagement hat einen hohen Anteil an gedeckten Schuldverschreibungen von spanischen Banken im Portfolio, die signifikante Rating-Abstufungen erfahren haben”.
Ja dann mal Prost ..
OK, so schlimm ist es scheinbar nicht. Das Exposure in Spanien wird mit 10 Mrd. angegeben und der dürfte zum größten Teil besichert sein. Teilweise mit Schrottimmobilien, aber eben nicht alles …
Kleines Fun-Fact noch: Das Eigenkapital der FMS ist übrigens Null. Ich könnte mir eigentlich mal wieder den Spaß machen und den Eigenkapitalbedarf unter der Annahme, die FMS sei eine normale Bank, ausrechnen …
Update 2 (12:42).
Ihr seht schon, ich lese doch die Bilanz. Und sie ist ziemlich erschütternd …
Ein Beispiel: Das Kreditportfolio ist zwar von 187 auf 180,7 Mrd. Euro leicht geschrumpft, aber ausschließlich bei den hohen (ergo guten) Ratings: Das Volumen der AAA bis A- sank um gut 6 Mrd, die BBB Klasse um knapp 10 Mrd. Dafür stieg das Schrottvolumen mit dem D-Rating (Default = Pleite) um fast 11 Mrd. Euro …
Auch dass fast 80 Mrd. des Kreditportfolios länger als 2030 laufen, beruhigt nicht wirklich.
Update 3 (13:47):
Guter Hinweis auf Twitter von @blicklog (schätze, er wird auch noch was zu schreiben):
Die Betonung lag wohl auf “bisher” …