Und das nicht zum ersten Mal.
Das schlägt im Moment relativ hohe Wellen, ich verstehe aber ehrlich gesagt nicht ganz warum.
Dazu zwei Charts:

Zuerst ein Chart, in dem der PMI (der Stimmungsindex der chinesischen Einkaufsmanager) eingezeichnet ist. Hier sieht man erstens, dass die Werte unterhalb von 50 schon seit mehreren Monaten “normal” sind. Und fast noch interessanter: Wie undramatisch die aktuellen Werte sind, wenn man sie mit dem Einbruch 2008 vergleicht.
Und genau da wird es spannend. Denn 2008, genauer gesagt 2009 (denn der PMI läuft der wahren Wirtschaftsentwicklung voraus) gab es zwar einen Dämpfer im chinesischen Aufschwung, aber eben nur einen Dämpfer und keine harte Landung. Selbst im schwächsten Quartal (Q-01-2009) lag das BIP-Wachstum noch über 6 Prozent:

Ich sehe - zumindest was den PMI angeht - keinen Grund, warum man jetzt von einer deutlicheren Wachstumsabschwächung in China ausgehen sollte.
Klar, die PMI-Werte von unter 50 signalisieren ein schwaches Wachstum, aber das heißt in China eben nicht, dass es eine Rezession gibt, sondern dass das Wachstum unter dem normalen Level liegt. Und das normale Niveau liegt halt eher bei 8 oder 9%. Ein PMI von knapp 50 deutet also eher auf ein BIP Wachstum von 7 oder 6,x% hin als auf einen drastischeren Einbruch. (und ganz nebenbei liegen die offiziellen und inoffiziellen Schätzungen bereits in der Größenordnung).
Markiteconomics: HSBC China Manufacturing PMI™ May 2012 (PDF)
P.S.: Es soll damit nicht gesagt sein, dass sich in China am Immobilienmarkt nicht eine große Blase aufgebaut hat und die platzen könnte (die Preise sinken ja bereits in vielen Regionen), nur ist es IMHO falsch, den PMI zum einzig wichtigen Indikator zu machen.
Update (11:16):
Kurzer Nachtrag: In China gibt es mehrere PMIs. Es gibt einen offiziellen und mindestens einen privat (sprich unabhängig) berechneten. Man sollte unbedingt nur einen heranziehen und beobachten, sonst wird man kirre …