Dass Spanien sich in Bezug auf den Immobilienmarkt nur unwesentlich von Irland unterscheidet, habe ich hier schon einige Male geschrieben. Erst wurde viel zu viel gebaut und viel zu hohe Preise verlangt. Jetzt gibt es auf der einen Seite ein massives Überangebot und zusammenbrechende Preise, auf der anderen Seite Hunderttausende total überschuldete Haushalte.
Irland und Spanien unterschieden sich vor allem in einem: Irland hat defakto die Banken verstaatlicht und alle schlechten Kredite übernommen. Das erhöhte die Staatsverschuldung auf einen Schlag um etwa 25 bis 30% des BIPs. Dafür hat Irland aber wenigstens halbwegs reinen Tisch gemacht.
Spanien hingegen hat alles unter den Teppich gekehrt. Ganz schlechte Banken mit schlechten zusammengelegt (damit es ein paar Monate weiter geht), Kredite großzügig umgeschuldet, etc. pp.
Nur: Wenn sich der Trend fortsetzt und die Hauspreise weiter fallen und die Verbraucher nicht zu Geld kommen (bei der hohen Arbeitslosenrate kaum zu erwarten) nützt das alles nichts. Irgendwann sind es zu viele Häuser in den Bankbilanzen, irgendwann werden zu viele Hypotheken nicht mehr bedient. Und dann werden die Lücken in den Bankbilanzen so groß, dass neues Geld kommen muss.
Und da ist die Sparkasse Bankia jetzt angekommen. Wobei man sagen müsste: Wieder angekommen. Denn die Bankia hat schonmal 4,5 Mrd. Euro bekommen, jetzt werden wohl noch mal bis zu 10 Milliarden Euro vom Staat benötigt, um die Bank zu retten.
Wie lange das reicht, ist unklar. Denn möglicherweise stecken in den Hypotheken von 38 Milliarden Euro noch größere Verluste als bisher zugegeben wurde.