2011 ist das dritte Jahr in Folge, in dem Warren Buffetts Firma Berkshire Hathaway dem S&P 500 hinterherhinkt.
“Jahr” bedeutet dabei jeweils das Jahr vor der Hauptversammlung von Berkshire Hathaway, die dieses Jahr am Freitag (also morgen) in Omaha stattfindet. Seit der letzten HV 2011 ist der S&P gut 2% gestiegen, Berkshire Hathaway hingegen ist um etwa 2% gefallen. Das ist jetzt nicht so dramatisch, aber über die letzten drei Jahre summiert sich die Performancelücke schon auf 28% (+32% vs. 60%). Das ist dann schon ein Wort … Fondsmanager würden bei einem solchen Rückstand auf der Referenzindex wohl schon ziemlich nervös …
Allerdings sind schwache Zeiten für wertorientierte Anleger auch nicht so selten. Gerade in Börsenphasen mit positiver Stimmung profitieren die risikoreicheren Aktien. Sicherheit, verlässlich steigende Gewinne oder ein klares Geschäftsmodell mit Wettbewerbsvorteil sind dann nicht so wichtig. Viele Value-Strategien erzielen ihren Performancevorteil ausschließlich in schwachen Börsenzeiten, weil sie dann geringere Verluste einfahren. Dann will nämlich niemand die risikoreiche Aktie mit vermeintlich tollen Aussichten kaufen, sondern alle wollen die sicheren Werte mit dem sicheren Geschäftsmodell und sicheren Gewinnen kaufen.
Ich würde daher nicht zu schnell nervös werden. Als die High-Tech-Blase vor über einem Jahrzehnt am kräftigsten blubberte, lag Warren Buffett auch jahrelang hinter den Indizes. Im anschließenden Einbruch nachher holte Buffett das aber wieder mehr als auf.
Tja, da wollen wir mal abwarten, ob Buffett auch dieses Mal wieder aufholt. Und am besten ohne dass dafür irgendwo eine Blase platzen muss …