OK; nicht für ganz Spanien, sondern nur für die spanischen Fußballvereine.
Diese sollen immerhin auf Schulden in Höhe von 3,5 Milliarden Euro sitzen, 1,3 Milliarden davon aus Steuer- und Sozialversicherungszahlungen. Das sind allerdings immer Zahlen, die man mit etwas Skepsis aufnehmen muss. 2010 wurden ziemlich andere Zahlen gemeldet und die wirkliche Höhe kennt wohl niemand so genau (siehe Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Zahl des Tages (18.03.10): 632.189.842).
Nun wird über die 1,3 Milliarden Euro Schulden der 20 Fußballvereine der Primera Division beim Staat verhandelt. Dabei soll es einen Schuldenschnitt geben, im Gegenzug müssen die Vereine feste Ratenzahlungen für den Rest zusichern.
Ein Bailout für Fußballvereine. Too-Many-Fans-To-Fail.
Noch scheint es Spanien nicht richtig dreckig zu gehen, sonst würden die nicht Steuergelder zur Rettung einer komplett maroden Fußballliga aus dem Fenster werfen …
Fußball - Newsticker - Spanien - Spanische Klubs dürfen auf Schuldenschnitt hoffen
Update (13.03.12):
Hier werden wir ganz andere Zahlen genannt:
490 Millionen Euro Schulden beim Finanzamt der 20 Erstligisten, 752 Millionen Euro bei den Vereinen aus den drei ersten Ligen.
Update 2 (14.03.12):
Die FTD hat einen schönen Kommentar zum Thema. Sie weist erstens auf das seltsame Timing hin (Spanien verfehlt auf der einen Seite gerade das von der EU gesetzte Budgetziel und wirft auf der anderen Geld zum Fenster heraus) und zweitens auf mögliche rechtliche Probleme:
a) Verstoß gegen EU-Beihilferegeln und
b) Verstoß gegen die UEFA Financial Fairplay Regeln.
Die FTD nennt dieses Konstrukt in Anlehnung an den Industriell-Militärischen-Komplex in den USA Politisch-Sportlicher Komplex … Ein Geflecht gegenseitiger Abhängigkeiten und Korruption …
Steuerschulden: Spaniens politisch-sportlicher Komplex | FTD.de