… ein Witz ist, dürfte keinem Leser entgangen sein.
Zigfach habe ich hier die völlig unrealistischen Planungen erwähnt. Zigmal habe ich das deutlich tiefere BIP-Minus, das die ganze Haushaltsplanung zur Makulatur machte, verbloggt. Auch 2012 hatte ich schon wieder die erste derbe Planverfehlung verbloggt, nämlich Steuereinnahmen die nicht wie prognostiziert gestiegen, sondern gefallen sind (siehe Griechenland: Steuereinnahmen 01/12: -7% (Vj) - egghat’s not so micro blog).
Ich hatte die Haushaltsplanung für 2012 im letzten Dezember schonmal sicherheitshalber eingeloggt (Kurz einloggen: Griechenlands Haushaltsplanung - egghat’s not so micro blog), weil es quasi sicher war, dass auch diese Planung nicht aufgehen wird. Geirrt habe ich mich nur mit dem Zeitpunkt, ab der man über die Prognose nur noch lachen kann: Es wurde nicht der April, sondern bereits der Februar.
Jetzt werden nicht mehr 5,4%/BIP Neuverschuldung erwartet, sondern
6,7%.
Das meldete das griechische Parlament.
So richtig frech ist natürlich, dass erst gestern das neue Rettungspaket beschlossen wurde und weitere 130 Milliarden Euro nach Griechenland fließen. Und ich würde fast darauf wetten, dass die Prognosen, die darin gemacht werden, jetzt auch hinfällig sind. Einen Tag nach der Verabschiedung. Das grenzt an Volksverdummdung …
Nun gut, die Politiker, die das 2. Rettungspaket beschlossen haben, werden die Korrekturen wohl größtenteils nicht mehr erleben (also in einem politischen Amt …). Bis 2015 oder 2016 kann man sich noch locker in die Tasche lügen, dass die Prognosen bis 2020 schon noch aufgehen werden. Zumindest so lange, bis das dritte Rettungspaket kommt (das dann wohl auch einen großen Haircut für die öffentlichen Gläubiger enthalten wird, andere gibt es dann ja kaum noch …).
Übrigens hat Fitch das Griechenland-Rating runtergesetzt. Da war noch etwas Luft bis zum Default. Jetzt ist auch bei Fitch das Rating auf der letzten Stufe vor dem Default: CCC statt C wie bisher.
Schuldenkrise: Griechenland erwartet höheres Haushaltsdefizit - Europas Schuldenkrise - FAZ