5. Monat in Folge, aber mit -0,18% auch vergleichsweise harmlos. Die Jahresrate liegt noch bei plus 1,71% nach 2,86% im Dezember (wer auch immer hier den Mut hat, das nis auf die zweite Nachkommastelle genau anzugeben …)
Da der Immobilienmarkt in China sich wohl in einer Blase befindet, lohnt es sich, ab und zu mal ein Blick auf die aktuellen Zahlen zu werfen.
Die Bremsmanöver der Zentral- und Regionalregierungen und der Notenbank entfalten auf jeden Fall ihre Wirkung. Zur Erinnerung: die Zinsen wurden erhöht (auch wenn sich da eine Wende abzeichnet), die Eigenkapitalanforderungen für Zweit- und Drittwohnungen (die oft nur zu spekulativen Zwecken gekauft wurden) wurden deutlich erhöht, die Steuersätze für Immobilienkäufe (außer bei Eigennutzung) erhöht.
Die Nachfrage ist daher deutlich zurückgegangen. Das hat nicht nur zu einem Einbruch der Neubaubeginne geführt, sondern auch zu sinkenden Preisen. Allerdings sind die Preisrückgänge bisher ziemlich überschaubar. -0,18% waren es im Januar. Und auch wenn man die letzten fünf Monate mit Preisrückgängen zusammenrechnet, kommt man gerade einmal auf etwas mehr als 1 Prozent Gesamtpreisrückgang. In 39 der 100 erfassten Regionen steigen die Preise sogar noch.
Pah, die Amis haben in einem Monat das Doppelte geschafft ;-) .
Jetzt muss man das unter Umständen anders einordnen. Erstens ist es sehr schwierig zu sagen, was der chinesische Immobilienpreisindex taugt. Ist es ein guter Index wie der Case-Shiller-Index, der Marktveränderungen sauber herausrechnet?
Zweitens ist die Inflation in China eine andere. In den USA kamen auf einen Hauspreisrückgang von 1% noch 0,2% Inflation obendrauf; die Inflation war also vergleichsweise unwichtig. In China kommen aber 0,5 oder 0,6% Inflation zum Hauspreisrückgang hinzu. Der reale Wertverlust (also inkl. Inflation) ist deutlich höher als der absolute, der sich im Preis niederschlägt. Daher spiegelt der vergleichsweise leichte absolute Preisrückgang die Realität auch nur teilweise wider.
Wer sich eine Immobilie als Inflationsschutz gekauft hat, dürfte sich also wundern; diese Rechnung geht im Moment nicht auf. 5% Zinsen auf dem Bankkonto wären besser gewesen. Und wer spekulativer an die Sache herangegangen ist und einen großen Kredit aufgenommen hat, dürfte sich bei 8 oder mehr Prozent Zinsen auch langsam fragen, ob sich diese Geschichte lohnt …
OK, von Panik ist noch nichts zu spüren. Aber vorstellbar ist sie schon …