Die Schiffscharterraten hängen naturgemäß von zwei Seiten ab: a) Von der Nachfrage b) vom Angebot. Wie es in Märkten halt so üblich ist …
Über die Nachfrageseite wird oft nachgedacht, darauf beruht ja auch die Prognosekraft des Baltic Dry für die Weltkonjunktur. Aber die Angebotsseite ist genau so wichtig, wenn auch deutlich schwieriger einzuschätzen.
@TeraEuro hat gestern einen interessanten Artikel getweetet, in dem behauptet wird, dass in diesem Jahr Schiffe mit einem Gesamtvolumen von
22,7%
der aktuellen Kapazität *aller* Schiffe, die aktuell auf den Weltmeeren rumtuckern, neu auf den Markt kommen sollen. Das Angebot an Schiffen soll also in nur einem Jahr um fast 23% steigen.
Das ist natürlich VIEL mehr als die Nachfrage steigt. Selbst bei einem normalstarken Wachstum in China steigt die Nachfrage nicht so schnell. Ein massives Überangebot ist die Folge. Kein Wunder, dass die Preise crashen.
Jetzt stellt sich natürlich die Frage, was das für die Redereien bedeutet. Für die Kreditgeber (die HSH Nordbank ist *dick* in diesem Geschäft drin und hat Milliarden Kredite vergeben). Und für die Schiffsfonds, die sich Besserverdienende gerne als Steuersparmöglichkeit (der große Teil der Einnahmen muss nicht versteuert werden, Stichwort Tonnagesteuer) angeschafft haben.
Angesichts der oben genannten Rahmenbedingungen erwarte ich dort viele weitere schlechte Nachrichten. Und es ja nicht so, als hätte es bisher noch keine Pleiten gegeben. Aber das war wohl erst der Anfang …
OK, das “Don’t Panik” aus der Überschrift gilt nur für die Konjunktur. Als Schiffsfondseigner könnte ich nicht mehr ruhig schlafen … (siehe dazu auch: Portfolio: Schiffsfonds will eigene Tanker zurückkaufen | FTD.de)