Uh, gewagt, würde man meinen.
Die indische Notenbank senkte allerdings nicht den Leitzins, sondern “nur” die Mindestreserve (wie zuvor auch in China). Damit müssen die indischen Banken jetzt etwas weniger Geld als zuvor bei der Zentralbank deponieren, was Geld für neue Kredite freisetzt.
Das ist eigentlich keine so große Nachricht, aber die Aktion zeigt meiner Meinung nach, in welcher Klemme die aufstrebenden Staaten stecken. Dort ist in den Köpfen der Bevölkerung das Wachstumswunder angekommen und man will daran teilhaben. Bereits eine Wachstumsverlangsamung wird als Scheitern bzw. Enttäuschung verstanden. Dann würde die Unzufriedenheit in der Bevölkerung steigen und u.U. sogar Unruhen drohen. Darin unterscheiden sich die Diktatur China und die (weltgrößte) Demokratie Indien am Ende vielleicht viel weniger als man am Anfang vermuten könnte.
Schlussendlich sind beide Länder zu weiterem Wachstum - und zwar kräftigem - verdammt. (übrigens mit allen unliebsamen Konsequenzen für den Energieverbrauch und das Klima …)