Minus 4,4% Neuverschuldung in Prozent des BIPs wurden bisher angestrebt. Das habe ich ja schon immer für utopisch gehalten, auch weil die ursprünglichen Ziele (-6,0%) für 2011 verfehlt wurden und sich damit die Ausgangsbasis verschlechtert hat (siehe hier Spanien spart und spart und es nützt doch nichts - egghat’s not so micro blog und (4 Tage später!) Spanien: Haushaltsdefizit 2011 > 8,0% - egghat’s not so micro blog). Goldman Sachs rechnet mit einer Verfehlung um mindestens 1,1 Prozentpunkte, also einem Haushaltsdefizit von mind. 5,5%/BIP.
Ohne Wachstum kann man die Schulden nicht deutlich reduzieren. Dass die spanische Volkswirtschaft kein tolles Wachstum aufweisen wird, war klar. Dazu ist die Gesamtkonjunktur in Europa zu schlecht. Wie unrealistisch die Prognosen waren, war mir allerdings nicht bewusst (und ich war zu faul zu suchen, “zu hoch” reichte mir für’s erste). Die alte Regierung hat doch tatsächlich mit einem Plus von 2,3% für 2012 kalkuliert. Inzwischen wird eine Rezession erwartet, deren Tiefe und Länge noch völlig unklar sind.
Eine Einschätzung gibt der IWF, dessen Wachstumsprognose in der nächsten Woche offiziell erscheint, die aber der Telegraph schon in den Händen gehabt hat. Danach werden 2012 1,7% BIP-Minus für Spanien erwartet.
IWF senkt Wachstumsprognose für 2012 - egghat’s not so micro blog
Das liegt natürlich dramatisch unter der (alten) Wachstumsprognose Spaniens, genau um satte
4,0%.
Ich fürchte, dass die 1,1 Prozentpunkte, die Goldman Sachs auf das spanische Haushaltsdefizit aufgeschlagen hat, sich noch als zu optimistisch herausstellen könnten …