Der dritte Monat in Folge mit sinkenden Preisen. In den Vormonaten sanken die Preise um jeweils 0,2%. Das Jahresplus ist daher auf nur 1,4% geschrumpft, im November waren es noch 2,2%.
Der gestern bereits erwähnte steigende Lagerbestand an unverkauften Immobilien schlägt sich also schon in den Preisen nieder (siehe China: BIP Q04-11: 8,9% - egghat’s not so micro blog)
in 8 Städten/Regionen sinken die Preise bereits im Jahresvergleich. Im Durchschnitt wird das landesweit wohl spätestens im Februar auch so sein.
Die Prognosen einiger Analysten sind übrigens ziemlich negativ, deutlicher als es das doch kleine Minus von 0,3% andeutet. Die Analysten können sich durchaus 10 bis 20% Preisrückgang bei den Immobilienpreisen vorstellen.
Das wäre allerdings happig und die Frage ist dann, ob ein solcher Einbruch spurlos an den Banken vorübergehen wird.
Allerdings muss man positiv anmerken, dass die Investitionen in den Wohnungsbau (wie gestern bei den BIP-Zahlen gemeldet) bereits kräftig sinken. Es ist also nicht zu erwarten, dass in China in einem sich abschwächenden Umfeld noch Unmengen an zusätzlichen (nicht verkäuflichen) Wohnungen auf den Markt kommen. Außerdem wachsen die Bevölkerung (zumindest in den Regionen mit dem Bauboom) und die Einkommen (letztere wachsen mit 10% pro Jahr und damit immer noch etwa doppelt so stark wie die Inflation). Selbst wenn Wohnungen im Moment gemessen an den Einkommen deutlich zu teuer sein sollten (was sie wohl auch sind), schrumpft diese Lücke bei 10% Lohnplus und 10% Preisrückgang pro Jahr sehr schnell.
Ja, es gibt eine Blase. Ja, die Preise werden sinken. Aber eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine Krise wie in den USA, wo auch 6 Jahre (Preishoch bei den Immobilien war 2006) die Immobilienpreise sinken und die Lagerbestände noch nicht abgebaut sind, sehe ich in China nicht. Zumindest so lange nicht, wie die Banken stabil bleiben und die Abwärtsspirale nicht verstärken.
Aber solche Prognosen sind immer extrem wacklig, weil in China sehr viele Zahlen sehr komisch sind, man Statistiken noch weniger vertrauen kann als in den westlichen Ländern und man am Ende nicht einmal weiss, ob der Reuters-Immobilienpreisindex für China methodisch was taugt (in den USA gibt’s auch eine Menge Hauspreisindizes, von denen IMHO nur der Case-Shiller-Index eine fundierte Basis darstellt).
Klar ist aber: Wenn China Probleme bekommt, dann dürfte der Immobilienmarkt der Auslöser sein.