Das hängt schon etwas länger in meiner Queue …
In der letzten Woche gab es den Prozessauftakt, in dem der Börsenbriefschreiber zum Start ein Geständnis abgelegt hat. Kurz danach folgt das Urteil: 2 Jahre auf Bewährung und 5.000 Euro Strafe. Wie das Gericht betonte, sei die Strafe so vergleichsweise mild ausgefallen, weil der Angeklagte Stefan F. kooperiert und zur Aufklärung beigetragen habe. Außerdem saß er schon 3 Monate in U-Haft.
Der finanzielle Teil ist auch relativ harmlos. Er hat insgesamt mit den Tipps kein Geld verdient (im Gegenteil!) und hat die Börsenbrieftipps auch nur abgegeben, weil er durch Arbeitslosigkeit in der Klemme war.
Insgesamt ein okayes Urteil, auch wenn es immerhin um insgesamt 44 Fälle ging …
Prozess: Börsenbriefschreiber gesteht Kursmanipulation | FTD.de
Prozess um Aktionkurs-Manipulationen - Wirtschaft - Aktuelles - merkur-online
Heute hat der zweite Prozess begonnen. Dieses Mal angeklagt ist Christoph Öfele, damals Sprecher der SdK. Deutlich überraschender als bei Fiebach gab es hier ebenfalls ein vollumfassendes Geständnis. Die Richterin signalisierte für diesen Fall wohl ein ähnliches Strafmaß wie bei Fiebach, nur der Geldstrafenteil fällt - wegen des deutlich höheren Vermögens - auch deutlich höher aus.
Öfele saß damals im Aufsichtsrat der - vom ersten Tag an - ziemlich wertlosen Firma Nascacell, deren groß angekündigte Kooperationen nichts als freche Lügen waren. Im Gegensatz zu Fiebach kann er sich eigentlich nicht mit “Nichtwissen” oder “Vertrauen” rausreden. Er wusste, worum es ging. Und drehte ein wesentlich größeres Rad und war auch nicht in einer Notsituation.
Daher wäre ein ähnliches Strafmaß wie bei Fiebach IMHO zu gering.
Prozess: Ehemaliger Aktionärsschützer gesteht Insiderhandel - Wirtschaft - FAZ
Die beiden anderen Beschuldigten Markus Straub und Tobias Bosler bestreiten angeblich noch alles. Das Verfahren soll in der nächsten Woche beginnen.