Die Banken bunkern ihr Geld. Wobei “ihr” Geld zum größten Teil das Geld ist, das die EZB in dem größten Geldmarktgeschäft aller Zeiten Ende Dezember den Banken zur Verfügung gestellt hat.
Nun haben die Banken das Geld, wissen aber nicht so recht, was sie damit tun sollen. Kredite vergeben wollen sie nicht, weil man dafür Eigenkapital braucht und das haben die Banken (auch wegen der von der Politik geforderten Aufstockung der Eigenkapitalquote auf 9%) nicht.
Anderen Banken leiht man auch nur ungerne Geld, weil man sich nicht sicher ist, ob man das Geld am nächsten Morgen zurückbekommt. Das gleiche gilt für die Staatsanleihen der kritischen Länder. Auch hier halten sich die Banken zurück, auch wenn dort die Zinsen (zumindest bei den kurzen Laufzeiten) seit dem Jahreswechsel deutlich gesunken sind.
Also parken die Banken die überflüssige Liquidität bei der EZB und zwar so viel wie nie zuvor.
Von Montag auf Dienstag waren es insgesamt
501.933.000.000 (501,9 Milliarden) Euro.
Das macht natürlich keinen Sinn, nicht für die Banken (Leihzins, der bezahlt werden muss: 1%, Übernachtzins, den die Banken bekommen (IIRC): 0,25%. Die Banken verlieren also Geld bei der Aktion). Und auch nicht für die Volkswirtschaft, denn das Geld soll ja in Staatsanleihen und die Realwirtschaft fließen.
Hmmm, IMHO zeigt das vor allem eines: Die meisten Mittel der Notenbanken wirken nur extrem indirekt und wenn die Banken nicht mitspielen, verpuffen manche Maßnahmen komplett.
Vielleicht sollte die EZB doch besser 1% Kredite direkt an Häuslebauer vergeben. Oder direkt an Italien. Dann würde das Geld wenigstens irgendwo wirksam werden …
ECB: Liquidity analysis (auf Data klicken)