Cool, wenn man als Präsident der Schweizer Notenbank den Kurs auch selber machen kann … (siehe trotz der irreführenden Überschrift Währungsbindungen funktionieren nicht … - egghat’s not so micro blog).
Man darf sowas natürlich nicht zu auffällig machen, also macht man das über das Konto der Ehefrau. Ansonsten vertraut man auf das Schweizer Bankgeheimnis (das in diesem Fall nicht gehalten hat, aber immerhin dem leakenden Mitarbeiter eine fristlose Kündigung eingebracht hat).
Zur Entschuldigung muss man anmerken: Das fragliche Geschäft mit 75.000 Schweizer Franken Gewinn war nicht das einzige, Hildebrand zockt scheinbar regelmäßig ;-) Außerdem wurden die Geschäfte scheinbar alle ordnungsgemäß bei der Schweizer Notenbank gemeldet und genehmigt. Und drittens hat die Frau von Hildebrandt eine Kunstgalerie, die einen großen Teil ihrer Geschäfte in Dollar abwickelt, und damit einen natürlichen Bedarf an Dollars. Die dritte Entschuldigung verpufft aber etwas, wenn man weiss, dass die Order von Philipp Hildebrand kam und nicht von seiner Frau Kashya.
Hmmm …
«Weltwoche» erhebt neue Vorwürfe gegen Hildebrand | handelszeitung.ch
Update (21:29):
Die FAZ hat jetzt auch was dazu.
Anzeige wegen Insiderhandels: Zentralbankchef will Privatgeschäfte aufklären - Unternehmen - FAZ
Hildebrand will sich erklären. Mal schauen, ob richtig oder scheibchenweise …
Ansonsten hat der Bankmitarbeiter, der die Daten rausgegeben hat, sich selber (wegen des Bruchs des Bankgeheimnisses) und Hildebrand (wegen Insiderhandel) angezeigt.
Spannend werden unter Umständen auch noch die Interessen von Zeitungsmogul und SVP Chef Blocher, dem die Geschichte gesteckt wurde.
Update 2 (23:38):
Den Prüfbericht von PwC gibts hier: http://www.snb.ch/de/mmr/reference/pre_20120104/source/pre_20120104.de.pdf
Update 3 (05.01.12):
Wenigstens mal ein Dementi, bei dem man nicht gleich das Gefühl bekommt, dass das Gegenüber versucht, einen zu verkackeiern …
Die entscheidende Frage ist sowieso, ob die Order von ihm oder von ihr kam. Wenn Sie von Hildebrands Frau kam, kann man das wohl unter “naja, dumm, aber so schlimm dann auch nicht verbuchen”. Wenn die Kauforder doch von Hildebrand selber kam, dann war es aber kein Lappalie … Und auf die Frage werden wir wahrscheinlich nie eine Antwort bekommen …